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LUZERN: Gewerbeverband erhält ersten SVP-Präsidenten

Der rund 7500 Mitglieder zählende kantonale Gewerbeverband steht vor einem Machtwechsel: Der Luzerner Unternehmer Peter With wird als neuer Präsident vorgeschlagen. Er wird der erste mit SVP-Parteibuch sein.
Peter With soll neuer Präsident des kantonalen Gewerbeverbandes werden. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 21. August 2017))

Peter With soll neuer Präsident des kantonalen Gewerbeverbandes werden. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 21. August 2017))

Der Gewerbeverband des Kantons Luzern wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ab nächstem Frühling erstmals von einem SVP-Politiker geführt. Der Vorstand wird dann an der Delegiertenversammlung Peter With aus dem Luzerner Stadtteil Littau als Nachfolger von Roland Vonarburg vorschlagen. With, geboren 1972, führt den Familienbetrieb With Metallbau AG in Littau. Bekannter ist er aber durch seine politische Tätigkeit. 2004 wurde er in den Einwohnerrat Littau gewählt, seit 2011 ist er im Grossen Stadtrat. Dort ist er seit 2012 Vizepräsident der Geschäftsprüfungskommission. Auch seit 2012 ist er Präsident der städtischen SVP und Mitglied der kantonalen Parteileitung. Für ein höheres Amt hat es With nie gereicht. Zuletzt scheiterte er 2016 bei den Stadtratswahlen.

«Ich habe mich sehr über die Anfrage fürs Gewerbeverbandspräsidium gefreut», sagt With auf Anfrage. «Schliesslich setze ich mich schon seit Jahren für wirtschaftspolitische Themen ein.» Dass ihm die SVP-Premiere zufalle, freue ihn vor allem als Vertreter der Partei, «die sich als wichtige wirtschaftspolitische Partei bewiesen hat». Wie geht With, der kommunale Politiker, mit der Erwartung um, einen kantonalen Verband zu führen? «Durch meine Erfahrung im kantonalen Parteivorstand mit sehr vielen Kampagnen fühle ich mich der Aufgabe durchaus gewachsen und auch auf kantonaler Ebene bestens vernetzt.»

Parteileitungen will With abgeben

Die Zusatzbelastung durch das Amt – vorausgesetzt, er wird gewählt – ist With durchaus bewusst. Darum werde er noch vor der Delegiertenversammlung sowohl das Amt des Stadtluzerner Parteipräsidiums als auch jenes in der kantonalen Parteileitung abgeben.

Stichwort Partei: Da gab es eine Episode, die das Verhältnis zwischen der SVP und dem Gewerbeverband auf eine harte Probe gestellt hat. Im Vorfeld zur Referendumsabstimmung über die kantonale Steuerfusserhöhung vom letzten Mai ärgerte der Gewerbeverband die SVP, indem er als Parole Stimmfreigabe beschloss, statt mit der SVP gegen höhere Steuern zu kämpfen. «Diese Episode ist abgeschlossen», sagt Peter With dazu. Er werde sich im Verband dafür starkmachen, dass dieser wie bisher zu wirtschaftspolitischen Themen Abstimmungsempfehlungen abgebe. Auch sonst gibt With zu seiner künftigen Rolle nur Vages preis. «Roland Vonarburg leistet hervorragende Arbeit. Diese gilt es weiterzuführen.» Nach der allfälligen Wahl werde er mit dem Vorstand die künftige Ausrichtung erarbeiten.

Eigene Firma stärker im Fokus

Roland Vonarburg, der amtierende Präsident, wird bis zur ­Delegiertenversammlung am 16. Mai 2018 – der 124. in der Geschichte des Gewerbeverbands – nach sechs Jahren zurücktreten. «Das ist nicht zu lange und nicht zu kurz», sagt er auf Anfrage. Dazu komme, dass er sich wieder stärker seiner Firma, der Wauwiler Champignons AG, widmen will. Peter With könne er einen Gewerbeverband übergeben, «der im Vorstand und in der Geschäftsstelle solid aufgestellt ist».

Warum schlagen Vonarburg und die anderen sechs Vorstandsmitglieder With zur Wahl vor? «Das Anforderungsprofil hält fest, dass es ein selbstständiger Unternehmer eines KMU sein muss, der auch das politische Handwerk kennt und gut vernetzt ist», sagt Vonarburg. Nun war Vonarburg zwischen 2003 und 2011 CVP-Kantonsrat, während With nach seinen Kandidaturen für den Nationalrat und den Stadtrat nicht über das Amt des Grossstadtrats hinausgekommen ist. «Das ist gar nicht entscheidend», sagt Vonarburg. «Es hätte auch ein Gemeinderat sein können.» Wichtig sei, dass ein Präsident die politischen Abläufe von der Vernehmlassung über die Kommissionsarbeit bis zur zweiten Lesung kenne.

Auch das Parteibuch von With war mitentscheidend. Nachdem zuletzt Vertreter von FDP und CVP das Präsidium innehatten, war der Vorstand schon länger der Meinung, bei einer Vakanz im Präsidium der SVP den Vortritt zu geben – unter der Voraussetzung einer geeigneten Person. «Peter With erfüllt alle Bedingungen», sagt Vonarburg, der den SVP-Politiker bereits im vergangenen Mai angefragt hat. Von einer Parteipolitik des rund 7'500 Mitglieder zählenden Verbands könne auch unter neuer Führung keine Rede sein: «Wir vertraten stets die Interessen des Gewerbes – unabhängig von Parteimeinungen.»

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@luzernerzeitung.ch

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