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LUZERN: Gewerbler sind schockiert

Der Gewerbeverband ist gegen die Priorisierung von Bussen im Strassenverkehr. Er wirft dem Krienser Gemeinderat Gewerbefeindlichkeit vor.
Sandro Portmann
Gewerbeverbandspräsident Hanspeter Meier vor der Bushaltestelle Linde-Pilatus Richtung Luzern. Diese Busbucht wird laut Gemeinderat vorerst nicht aufgehoben. (Bild Dominik Wunderli)

Gewerbeverbandspräsident Hanspeter Meier vor der Bushaltestelle Linde-Pilatus Richtung Luzern. Diese Busbucht wird laut Gemeinderat vorerst nicht aufgehoben. (Bild Dominik Wunderli)

Nachdem sich SVP-Kantonsrat Daniel Keller öffentlich gegen die Aufhebung von Busbuchten auf der Linie 1 von Kriens nach Ebikon starkgemacht hat (Ausgabe vom Montag), meldet sich nun auch der Krienser Gewerbeverband zu Wort. «Das Krienser Gewerbe leidet unter dem Verkehrschaos. Es wird Zeit, dass wir uns wehren, um die Verkehrssituation für das Gewerbe zu verbessern», heisst es in einem Brief an alle Mitglieder, der unserer Zeitung vorliegt. Provoziert fühlt sich der Verband insbesondere von der Aussage von Gemeinderat Cyrill Wiget in der Montagsausgabe. Wiget sagte, dass es mit dem neuen System zu Rückstaus auf Quartierstrassen kommen werde. «Der Gewerbeverband ist schockiert über die gewerbefeindlichen Aussagen des Gemeinderats», heisst es im Schreiben weiter. Die Krienser Gewerbler sehen ihre Befürchtung, dass es künftig noch mehr Stau geben könnte, bestätigt.

Die Rede ist vom sogenannten RBus-System, einem Massnahmenpaket, das im kantonalen ÖV-Bericht vorgesehen ist und beispielsweise die Busbevorzugung bei Ampeln und die Aufhebung von Busbuchten neben der Fahrbahn vorsieht.

Busse sollen weg von der Strasse

Hanspeter Meier ist der Präsident des Krienser Gewerbeverbands und Mitglied der Geschäftsleitung einer Sanitärfirma im Krienser Zentrum. Auf Anfrage sagt er: «Wir sind in erster Linie erfreut, dass die Verkehrsproblematik behandelt wird. Wenn etwas gemacht wird, dann aber bitte das Richtige.» Was das Richtige ist, kann er zwar spontan nicht beantworten, «die Aufhebung der Busbuchten ist es sicher nicht», so Meier. «Wir wollen nicht, dass der Bus auf der Strasse steht.» Denn das Gewerbe sei massgeblich vom Verkehrsfluss abhängig. «Wir können nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf Baustellen fahren oder unsere Kunden auf dem Land betreuen.» Zähflüssiger Verkehr bringe zusätzliche Kosten fürs Gewerbe.

Gemeinderat Cyrill Wiget ist ebenfalls Mitglied im Gewerbeverband und Veloladenbesitzer. Er beschwichtigt und ergänzt seine Aussage vom Montag: «Mit dem neuen System kann es zu Rückstaus auf den Nebenstrassen kommen. Genau darin besteht die Lösung des Verkehrsproblems.» Bleibe der Verkehr auf der Kantonsstrasse stehen, so kollabiere er als Ganzes, und «kein Verkehrsmittel kommt mehr voran. Steht das Auto auf einer Nebenstrasse, so rollt der Verkehr trotzdem. Die Nebenstrasse wird dann entleert, wenn das die Kapazität der Kantonsstrasse wieder zulässt.» Für die Autofahrer spiele es keine grosse Rolle, ob sie auf einer Nebenstrasse oder auf der Hauptstrasse warten müssen. «Insgesamt bleibt der Zeitverlust gleich gross», entgegnet Wiget. Dafür könne der Bus als kollektives Verkehrsmittel mit gegen 200 Passagieren flüssiger zufahren. Der Gemeinderat betont, dass die Zahl der Busbuchten in Kriens gleich bleibe. Einige würden zwar aufgehoben, andere würden aber neu gebaut.

Dass die Massnahmen zu weniger Stau führen, bezweifelt der Präsident des Gewerbeverbands. «Auf dem Streckenabschnitt Dorfzentrum bis Obernau ist die Verkehrssituation bereits heute für das Gewerbe unerträglich.» Auch die Annahme, dass durch eine erhöhte Buskapazität die Strasse entlastet werde, hält Meier nur für bedingt richtig. «Ich glaube nicht, dass, wenn der Bus grösser wird, es automatisch mehr Busfahrer geben wird.» Zudem gehe vergessen, dass es eine «sehr hohe Zahl» notwendiger Fahrten gebe, zu denen der Bus keine Alternative biete.

Massnahmen eine Chance geben

Der Gewerbeverband wird in der Verkehrsplanungskommission der Gemeinde Einsitz nehmen. Trotzdem überlegt sich der Verband weitere Massnahmen. Zum Beispiel eine Einsprache gegen das seit heute öffentlich aufgelegte Strassenbauprojekt – oder gar mit einer Initiative «Staufreies Kriens». Noch seien solche Schritte aber offen und werden an der Generalversammlung am 24. März besprochen. Für ein staufreies Kriens setzt sich auch Wiget ein. Wie er sagt, brauche es dafür aber Massnahmen: «Diesen Massnahmen, welche der Kanton Luzern erarbeitet hat, soll der Verband nun eine Chance geben», fordert Wiget

Das Verkehrsproblem ist für Meiers Firma, die seit über hundert Jahren ihren Sitz in Kriens hat, bereits heute belastend. «Wenn keine Lösung gefunden wird, müssen wir uns überlegen, irgendwann in die Peripherie zu zügeln», so Meier.

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