Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

LUZERN: Gletschergarten plant einmaliges Museum im Fels

Der Gletschergarten wird modernisiert und erhält ein Museum im Berg. Kostenpunkt: 20 Millionen Franken. Herzstück ist ein neuer Felsenweg. Damit will das Museum ab 2017 wieder mehr Besucher anlocken.
Im Fels entsteht ein neuer Erlebnisrundgang: So soll der Gletschergarten ab 2017 aussehen. (Bild: Visualisierung Miller & Maranta, Basel)

Im Fels entsteht ein neuer Erlebnisrundgang: So soll der Gletschergarten ab 2017 aussehen. (Bild: Visualisierung Miller & Maranta, Basel)

1872 hatte ein Luzerner beim Bau eines Weinkellers im Fels Gletschertöpfe entdeckt. Ein Jahr später eröffnete er den Gletschergarten. Das Museum, zu dem auch ein Park sowie ein Labyrinth aus Spiegeln gehört, zeigt ein Sammelsurium aus Ausstellungsstücken zur Erd- und zur regionalen Kulturgeschichte.

Der Gletschergarten gehört zu den 20 meistbesuchten Museen der Schweiz. Seit Jahren kämpft die private Institution aber mit einem schleichenden Besucherrückgang. Zudem stehen teure Sanierungen an.

Die Stiftung Gletschergarten entschied sich, das Museum neu zu konzipieren. Es müsse etwas Innovatives realisiert werden, das für die nächsten hundert Jahre bestehen könne, sagte Stiftungsratspräsidentin Madlena Cavelti Hammer am Mittwoch an einer Medienkonferenz.

Ein Weg im Berg bringt den Besuchern den Sandstein näher. (Bild: Visualisierung Miller + Maranta, Basel)Ein Weg im Berg bringt den Besuchern den Sandstein näher. (Bild: Visualisierung Miller + Maranta, Basel)
So könnte der Eingang zum Felsenweg dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung Miller + Maranta, Basel)So könnte der Eingang zum Felsenweg dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung Miller + Maranta, Basel)
Querschnitt durch den Gartenhof (Bild: Visualisierung Miller + Maranta, Basel)Querschnitt durch den Gartenhof (Bild: Visualisierung Miller + Maranta, Basel)
Mitte-Links im Grundriss das freigestellte Schweizerhaus (schwarz) mit dem neu geschaffenen Aussenbereich. In der Bildmitte und rechts die neuen Ausstellungsräume und der Erlebnisrundgang im Felsinnern. (Bild: Visualisierung Miller + Maranta, Basel)Mitte-Links im Grundriss das freigestellte Schweizerhaus (schwarz) mit dem neu geschaffenen Aussenbereich. In der Bildmitte und rechts die neuen Ausstellungsräume und der Erlebnisrundgang im Felsinnern. (Bild: Visualisierung Miller + Maranta, Basel)
Die multifunktionale Felsengalerie bietet für rund 100-150 Person Platz. (Bild: Visualisierung Miller + Maranta, Basel)Die multifunktionale Felsengalerie bietet für rund 100-150 Person Platz. (Bild: Visualisierung Miller + Maranta, Basel)
Querschnitt durch den Fels mit Erlebnisrundgang, integriertem Bergsee und vertikalem Gartenhof als Zugang zur Sommerau. Am linken Bildrand das freigestellte Schweizerhaus (weiss). (Bild: Visualisierung Miller + Maranta, Basel)Querschnitt durch den Fels mit Erlebnisrundgang, integriertem Bergsee und vertikalem Gartenhof als Zugang zur Sommerau. Am linken Bildrand das freigestellte Schweizerhaus (weiss). (Bild: Visualisierung Miller + Maranta, Basel)
Gestaltungsplan »Park« in einer Aufsichtsansicht (Bild: Gletschergarten)Gestaltungsplan »Park« in einer Aufsichtsansicht (Bild: Gletschergarten)
Zukunftsperspektive: Schweizerhaus mit vergrössertem Park und Eingang Spiegellabyrinth (Bild: Gletschergarten)Zukunftsperspektive: Schweizerhaus mit vergrössertem Park und Eingang Spiegellabyrinth (Bild: Gletschergarten)
Der Gletschergarten heute. Hellrot eingefärbt sind die wie Fremdkörper wirkenden Annexbauen aus dem 20. Jahrhundert. (Bild: Gletschergarten)Der Gletschergarten heute. Hellrot eingefärbt sind die wie Fremdkörper wirkenden Annexbauen aus dem 20. Jahrhundert. (Bild: Gletschergarten)
9 Bilder

Neuer Felsenweg im Gletschergarten

Säulenhalle und Bergsee

So sollen die Ausstellungsräume, die in Anbauten an ein geschütztes Herrschaftshaus untergebracht sind, abgebrochen und ins Berginnere verlegt werden. Auch das Spiegellabyrinth wird in den Untergrund gezügelt.

Gemäss den Plänen führt ein Gang im 20 Millionen Jahre alten Untergrund die Besucher durch eine Säulenhalle an Ausstellungsnischen vorbei zu einem neu angelegten Höhlensee. Von dort führt eine Treppe rund 20 Meter in einem ausgebrochenen Schacht ans Tageslicht hinauf auf eine Wiese.

Das Stück Land hinter dem heutigen Aussichtsturm ist in Besitz der Stiftung. Es ist bisher für das Publikum nicht zugänglich. Nach dem Umbau soll es zu einem neuen Aussichtspunkt auf die Stadt Luzern werden.

Mit dem neuen Felsweg werde die Erdgeschichte erlebbar, erklärte Gletschergarten-Direktor Andreas Burri. Mit dem Projekt rücke das Kernthema Geologie erkennbarer in den Vordergrund. Zudem solle das denkmalgeschützte Schweizerhaus sowie der Park wieder besser zur Geltung kommen.

Idee von Bundesratsberater

Die Idee zum nach eigenen Aussagen weltweit einmaligen Projekt hatte ursprünglich Stiftungsrat Franz Schenker. Der Geologe ist Präsident der Eidgenössischen Geologischen Kommission EGK und berät den Bundesrat in geologischen Fragen.

Die geplante Museumserweiterung sie für die Nutzung des Untergrunds ein Pionierprojekt, sagte Schenker. Für einen haushälterischen Umgang mit dem Boden müsse in Zukunft die bestehende Landschaft aus Bergen und Hügeln besser genutzt werden.

Gestaltet wird das Felsmuseum von den Basler Architekten Miller+Maranta. Das 2013 mit dem Meret Oppenheim Preis ausgezeichnete Team plant auch das neue Baloise-Hochhaus beim Basler Bahnhofplatz.

Der Bau kostet rund 20 Millionen Franken. Laut Museumsdirektor Andreas Burri sind rund 60 Prozent der Mittel in Aussicht gestellt worden. Für die Finanzierung des Rests, also rund 8 Millionen Franken, gibt sich das Museum ein Jahr Zeit.

Ein Jahr Bauzeit

Die Stadt Luzern beabsichtigt gemäss einer Erklärung, drei Millionen Franken beizusteuern. Das Geld muss allerdings noch vom Parlament bewilligt werden. Daneben hätten private Spender weitere Mittel signalisiert, sagte Burri. Weiter erwartete das Museum auch einen Beitrag des Kantons Luzern.

Die Verantwortlichen hoffen, dass Ende 2015 mit den Bauarbeiten begonnen und der umgestaltete Gletschergarten 2017 eröffnet werden kann. In mehreren Vorstudien und -prüfungen sei die Machbarkeit aufgezeigt worden, sagte Burri. Öffentlich aufgelegt wurde das Projekt noch nicht. Das Bewilligungsverfahren solle noch 2014 beginnen.

Die Ausbauarbeiten im Fels sollen mit Tunnelbaumaschinen sowie vereinzelt auch mit kleineren Sprengungen ausgeführt werden, erklärte Architekt Quintus Miller. Es müsse sehr vorsichtig vorgegangen werden, damit unter anderem das Luzerner Wahrzeichen Löwendenkmal, das in der Nähe in Sandstein gehauen ist, nicht beschädigt werde.

Das Museum soll während der Bauarbeiten geöffnet bleiben. 2013 zählte der Gletschergarten rund 115'000 Eintritte. Über 60 Prozent der Besuchter stammten aus der Schweiz und der Umgebung Luzerns.

Hinweis: Mehr Infos zum Projekt auf www.projekt-fels.ch

sda/rem

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.