LUZERN: Globus übernimmt Modehaus Schild

Die Migros-Tochter Globus plant den Kauf der Modekette Schild. Damit würden die beiden Unternehmen zur Nummer eins im hiesigen Markt für mittlere und gehobene Mode gehören.

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Das Modehaus Schild an der Kramgasse 2 in Luzern. (Bild: Archiv Neue LZ)

Das Modehaus Schild an der Kramgasse 2 in Luzern. (Bild: Archiv Neue LZ)

Die Verwaltung des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) hat heute der Übernahme von Schild durch die Magazine zum Globus (MzG) zugestimmt. Damit erreichen die beiden erfolgreichen Unternehmen einen Umsatz von rund 1 Milliarden Franken und etablieren sich als Nummer eins im mittleren und gehobenen Schweizer Fashionmarkt, wie die Migros am Freitag mitteilte.

Schild wird als eigenes Schweizer Modehaus unter dem Dach der Magazine zum Globus weitergeführt. Schild-CEO Thomas Herbert wird als Mitglied der Geschäftsleitung der MzG die operative Leitung von Schild beibehalten. Der bisherige Verwaltungsratspräsident von Schild, Stefan Portmann, wird im Verwaltungsrat der MzG Einsitz nehmen.

Die Schild-Gruppe mit Hauptsitz in Luzern erwirtschaftete 2012 einen Umsatz von 188 Millionen Franken und beschäftigt 730 Mitarbeiter. Die 14 Globus-Filialen sind über alle Landesteile der Schweiz verteilt. Auf 85‘106 m2 Verkaufsfläche realisierte Globus 2012 einen Nettoumsatz von 705 Millionen Franken Ende 2012 waren rund 3100 Mitarbeitende beschäftigt. 1907 wurden die Magazine zum Globus mit Sitz in Zürich gegründet. Seit 1997 gehört die Globus-Gruppe zum Migros-Genossenschafts-Bund, dem grössten Detailhändler der Schweiz.

Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Übernahme muss noch von der Wettbewerbskommission gutgeheissen werden.

Migros ist auch Vögele-Aktionär

In der Vergangenheit hatte es Spekulationen gegeben, die Migros könnte die Modekette Charles Vögele übernehmen. Der Migros-Genossenschaftsbund (MGB) hält derzeit einen Anteil von 24,71 am Unternehmen Vögele, das seit Jahren mit erheblichen Problemen kämpft.

Der Aktienbesitz ist laut der Migros ein reines Finanzinvestment. Zur Vögele-Beteiligung gab die Migros-Pressestelle am Freitag keine Neuigkeiten bekannt. Die Vögele-Beteiligung gehöre dem MGB und dessen Pensionskasse, während der geplante Kauf von Schild Angelegenheit der Tochter Globus sei, hiess es.

Das ist Schild

sda. Das Unternehmen Schild, das aus der 1922 gegründeten Volkstuch AG hervorgegangen ist, betreibt 31 Modehäuser. Schild ist in den grossen Städten und einigen überregionalen Zentren der Deutschschweiz und Westschweiz präsent. In Zürich und in der Stadt des Firmenssitzes Luzern bestehen jeweils mehr als ein Laden. Zu den Modehäusern kommen 3 Outlets, 23 Markenshops und 12 Boutiquen.

Im vergangenen Jahr schrieb Schild 188,3 Mio. Fr. Umsatz. Die Kette trotzte dem schlechten Geschäft der Schweizer Bekleidungsbranche im letzten Winter. Im Sommer sagte Schild-Chef Thomas Herbert, dass ein Umsatz von 200 Mio. Fr. im laufenden Jahr realistisch sei.

Schild lässt Kleider unter dem eigenen Namen und der Marke Navyboot produzieren, führt aber auch andere Labels. Die Schweizer Vertriebsrechte der auf ein jugendliches Publikum zielenden spanischen Marke Mango hat Schild seit 1998, jene der ähnlich gelagerten deutschen Marke S.Oliver seit dem vergangenen Jahr.

Zudem führt Schild neben einer Reihe weitere Marken auch einige auf Lifestyle und elegante Sportlichkeit abzielende und zum Teil der gehobenen Preisklasse zugehörige Marken. Darunter sind Gaastra, Wellensteyn oder Barbour.

pd/zim