LUZERN: Grausiger Fund bei Kontrolle in Lagerhaus

Die Lebensmittelkontrolleure haben im vergangenen Jahr 9 Prozent von knapp 6800 Lebensmittel-, Trinkwasser- und weiteren Proben beanstandet. Negativ aufgefallen sind ein Lagerhaus, ein Callcenter und rund 130 Betriebe.

Drucken
Teilen
Unter desolaten Bedingungen wurde in einer Lagerhalle Essen für einen Imbissstand gekocht. (Bild: zvg)

Unter desolaten Bedingungen wurde in einer Lagerhalle Essen für einen Imbissstand gekocht. (Bild: zvg)

Wie die Lebensmittelkontrolle am Donnerstag mitteilt, entspricht die Beanstandung in etwa den Werten des Vorjahres. «Ein häufiger Grund für Kritik ist, dass vorproduzierte Lebensmittel wie Teigwaren und Reis bei zu hohen Temperaturen oder zu lange gelagert werden», erklärt Kantonschemiker Silvio Arpagaus. Er betont, dass von diesen Produkten keine gesundheitliche Gefahr ausgeht. Der Umgang mit den Waren entspricht aber nicht den hygienischen Anforderungen und die Qualität der Produkte ist vermindert.

130 Betriebe fallen durch

Eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den Vorjahren hat die Lebensmittelkontrolle bei Cervelats, Wienerli und Bratwürsten festgestellt. Nur noch sieben Prozent der Proben zeigten Mängel, während dieser Wert in den Vorjahren bei 25 Prozent lag.

Die Inspektoren haben auch rund 2100 Restaurants, Spitäler, Metzgereien und Bäckereien kontrolliert. «Bei 94 Prozent der Inspektionen haben wir gute Voraussetzungen für die Produktion von Lebensmitteln vorgefunden», zieht Arpagaus Bilanz. Bei den restlichen rund 130 Betrieben seien hingegen die Zustände mangelhaft gewesen. Bei Abweichungen wurden die Betriebe von der Lebensmittelkontrolle angewiesen die Mängel zu beheben. Um welche Betriebe es sich handelt, erfährt der Konsument nicht – aus Datenschutzgründen.

«Desolate, hygienische Bedingungen»

Die Inspektoren haben bei ihrer Arbeit auch aussergewöhnliche Fälle zu Tage gebracht, wie dem Jahresbericht zu entnehmen ist. So wurde in einem Lagerhaus eine «schwarze» Küche entdeckt. Unter desolaten Bedingungen wurde dort Essen für einen Imbissstand gekocht. Die Lebensmittelkontrolle verhängte für diese Küche umgehend ein Benutzungsverbot und beschlagnahmte die Lebensmittel.

In einem weiteren Fall haben Callcenter den Konsumenten Nahrungsergänzungsmittel als Heilmittel gegen Brustkrebs oder Arthrose angepriesen und verkauft. Das Lebensmittelgesetz verbietet dies ausdrücklich. Die Behörden haben die Verantwortlichen angezeigt und bei der Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafe von fünf Jahren beantragt.

HINWEIS
Wie Lebensmittel richtig gelagert werden und der Bericht des Kantonschemikers auf lebensmittelkontrolle.lu.ch

pd/rem

Schlechte hygienische Bedingungen in dieser Lagerhalle. (Bild: zvg)

Schlechte hygienische Bedingungen in dieser Lagerhalle. (Bild: zvg)

Markus Hofstetter (links) und Armin BAcher bereiten Lebensmittelproben für die mikrobiologische Untersuchung vor. (Bild: PD)

Markus Hofstetter (links) und Armin BAcher bereiten Lebensmittelproben für die mikrobiologische Untersuchung vor. (Bild: PD)