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LUZERN: Grossbauer auch in der Waadt unter Druck

Jüngst sorgte ein Hinterländer Grossbauer wegen Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz für Negativschlagzeilen. Nun wird publik, dass er auch in der Waadt für Ärger gesorgt hat.
Thomas Heer
Hier, im Ortsteil Rufswil, wurde am Dienstag ein Teil der Rinder abtransportiert. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Ufhusen, 20. Dezember 2017))

Hier, im Ortsteil Rufswil, wurde am Dienstag ein Teil der Rinder abtransportiert. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Ufhusen, 20. Dezember 2017))

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Der Mann, von dem dieser Bericht handelt, zählt zu den grössten Landwirten des Kantons Luzern. Allein im Hinterland bewirtschaftet der Agrarunternehmer sechs Höfe. Kürzlich sorgte der Grossbauer, der früher auch als Kieshändler tätig war, für schlechte Nachrichten. Bei ihm wurden im Dezember 31 Rinder beschlagnahmt. Die Tiere waren gesundheitlich angeschlagen und mussten teils eingeschläfert werden. Der Bauer hat sich nun wegen Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz zu verantworten.

Der Grossbauer ist aber nicht nur im Kanton Luzern aktiv. Seine Spuren führen auch in die Waadt, genauer nach Yens, einer Gemeinde mit knapp 1400 Einwohnern. In Yens hat der Hinterländer einen Betrieb gepachtet. Auf dem Gut, das einer Solothurnerin gehört, werden Stiere gehalten, total zirka 150 Stück.

Fällige Lohnzahlungen für einen Ex-Angestellten

Auf dem Bauernhof hat auch Charles-Henri Fuchs mehrere Jahre gearbeitet. 2017 kam es jedoch zum Bruch. Ausstehende Lohnzahlungen waren der Grund dafür, dass Fuchs den Betrieb verliess. Er sagt, der Luzerner Grossbauer schulde ihm 12 121 Franken Lohn, und spricht in diesem Zusammenhang von «Vertragsbruch.» Weshalb die Lohnzahlungen ausblieben, kann der Ex-Angestellte nicht sagen. Auch der Luzerner Agrarunternehmer wollte die Frage nicht beantworten und verwies auf seinen Anwalt. Die schriftlich gestellten Fragen blieben unbeantwortet.

In der Westschweiz wartet aber nicht nur Charles-Henri Fuchs auf Geld vom Luzerner Hinterländer. Auch einem Maislieferanten schuldet der Luzerner noch Geld. Der Rohstoffhändler geht gerichtlich gegen den Grossbauern vor und versucht dadurch an das Geld zu kommen, das ihm der Luzerner für gelieferte, aber nicht bezahlte Ware schuldet. Der Maishändler zeigt sich ziemlich desillusioniert und stellt eine Frage, auf die er selber keine Antwort weiss: «Was macht man mit einem solchen Mann?» Um welchen Betrag es sich bei den ausgebliebenen Zahlungen handelt, mag der Westschweizer nicht sagen. Nur so viel: «Für mich ist es viel Geld.» Laut Betreibungsregister handelt es sich um 27 588 Franken.

Offene Rechnungen auch im Emmental

Der Luzerner Grossbauer sorgt aber nicht nur in seiner Heimatregion und in der Waadt für Ärger. Auch in Schangnau findet sich eine Person, die mit dem Luzerner im Clinch steht. Bereits im Juli publizierte unsere Zeitung unter dem Titel «Ex-Kieshändler sorgt für Albtraum» den Bericht, in dem es um geschuldete Pachtzinsen ging.

Damals sagte der Schang­nauer, Bezug nehmend auf den Hinterländer Grossbauern: «Er zog mir den Speck durch den Mund, und am Schluss bleibt mir nicht einmal die Schwarte.» Der Hintergrund dieses Statements ist folgender: Der Mann aus dem Emmental entschloss sich 2014, seinen Betrieb zu verpachten. Elf Interessenten haben sich damals gemeldet. Den Zuschlag erhielt schliesslich der Hinterländer Agrarunternehmer. Dieser flog im April 2014 mit dem Helikopter nach Schangnau, besichtigte den Betrieb als Erster, bot einen im Vergleich zum Schätzpreis wesentlich höheren Pachtzins und machte so am Ende das Rennen. Der Emmentaler Bauer bereut seinen Entscheid schon längst. Denn bislang blieb ihm der Luzerner knapp 97 423 Franken an Zinszahlungen schuldig.

Mitte Januar kam es auch deshalb zu einer Verhandlung vor dem Regionalgericht Oberaargau/Emmental. Der Verpächter erklärt: «Der nächste Schritt wird die Ausweisung vom Hof sein.» Hoffnung, dass er sein Geld jemals bekommen wird, hat der Schangnauer kaum noch. Der Grund: Gegen den Luzerner laufen Betreibungen in der Höhe von über drei Millionen Franken, wie ein Blick ins Betreibungs­register zeigt.

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