LUZERN: Handschriften aus dem Mittelalter in der ZHB

Handschriftspezialisten der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern haben 70 spätmittelalterliche Bücher, die einst in Europa entstanden sind, für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie katalogisierten die Handschriften und verfassten dazu erstmals ein Buch.

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Die ZHB Luzern macht wertvolle St. Urbaner Handschriften des Spätmittelalters durch eine Publikation erstmals zugänglich. (Bild: PD)

Die ZHB Luzern macht wertvolle St. Urbaner Handschriften des Spätmittelalters durch eine Publikation erstmals zugänglich. (Bild: PD)

Bei den Handschriften aus dem ehemaligen Zisterzienserkloster St. Urban im Luzerner Hinterland handelt es sich um Gebetsbücher sowie philosophische und theologische Werke. Sie wurden zwischen 1150 und 1520 geschrieben, wie die Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern am Donnerstag mitteilte.

Einige der grossformatigen Bücher entstanden im Kloster selber, andere aber auch in Paris, Prag, am Oberrhein und in Nord-Holland. Die Schriften landeten als Geschenke von Geistlichen und wohlhabenden Gönnern in St. Urban. Verwendet wurden sie im Gottesdienst, im Klosteralltag sowie beim Unterricht.

Die Handschriften lagerten ursprünglich im 1194 gegründeten Kloster St. Urban. Seit der Schliessung des Klosters 1848 durch den Kanton befinden sie sich in der Kantonsbibliothek.

Mit dem entstandenen grossformatigen Buch mit 300 Seiten und 68 Abbildungen gebe es nun erstmals einen Katalog, der den bedeutenden Handschriftenbestand für die Forschung und die interessierte Öffentlichkeit systematisch darstellt, heisst es in der Mitteilung.

Die Publikation ist Teil eines Forschungsprojekts des Schweizerischen Nationalfonds und des Kantons Luzern. Dieses will Handschriften, die Geschichte des Skriptoriums und die frühe Bibliotheksgeschichte bekannt machen.

sda