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LUZERN: Happy End für den Kindergarten

Der lang ersehnte zweite Kindergarten in der Tribschenstadt ist da. Ein stadtbekannter Immobilienbesitzer half kräftig mit.
Hugo Bischof
Jost Schumacher mit Lukas (4), der sich auf den Kindergarten freut, und dessen Bruder Dominik (1) vor dem Kindergarten Tribschenstadt 2 (Erdgeschoss, weisses Gebäude hinten). (Bild Corinne Glanzmann)

Jost Schumacher mit Lukas (4), der sich auf den Kindergarten freut, und dessen Bruder Dominik (1) vor dem Kindergarten Tribschenstadt 2 (Erdgeschoss, weisses Gebäude hinten). (Bild Corinne Glanzmann)

Hugo Bischof

«Ein Kindergarten von der Schulanlage Wartegg wird in die Tribschenstadt verlegt.» Das teilte die Volksschule der Stadt Luzern vor kurzem mit. Hinter der kurzen Mitteilung verbirgt sich eine lange Geschichte – begleitet von Kummer, Sorgen und Ärger.

Im Juni 2014 wars, als unsere Zeitung publik machte, dass 24 Kinder aus der Tribschenstadt nicht den benachbarten Kindergarten besuchen können. Die Stadt hatte sie im einen Kilometer entfernt gelegenen Wartegg-Schulhaus eingeteilt. Die Empörung bei den Eltern war gross.

Ärger über langen Schulweg

Mehr als einen Kilometer Schulweg: Das sei für 4-Jährige nicht zumutbar, argumentierten die Eltern – zumal der Weg von Baustellen gesäumt sei. Die Stadt wiederum erklärte, ihr sei es «trotz intensiver Suche» nicht gelungen, ein geeignetes Lokal für einen zweiten Kindergarten in der Tribschenstadt zu finden. Daraufhin konterten die Eltern, die Stadt habe die Entwicklung mit immer mehr Familien mit kleinen Kindern in der Tribschenstadt schlicht «verschlafen».

Trotz einer Petition an den Stadtrat mit über 300 Unterschriften sowie der Gründung der «IG Kindergarten Tribschenstadt» – fürs Schuljahr 2014/15 blieb es bei der Wartegg-Lösung. Den Eltern blieb nichts anderes übrig, als zusammen mit der Stadt eine «Pedibus»-Lösung zu organisieren. Das heisst: Abwechslungsweise begleiteten Erwachsene die Kinder zum Wartegg-Kindergarten.

Fürs kommende Schuljahr 2015/16 ist nun alles anders. Der zweite Tribschen­stadt-Kindergarten ist gefunden. Er befindet sich in der Neuüberbauung auf dem benachbarten Frigorex-Areal, wo sich früher das gleichnamige Kühlhaus sowie unter anderen Lokale wie das «Vasco da Gama» befanden.

Bauherr Jost Schumacher

Der Bauherr dieser Grossüberbauung mit insgesamt 62 Wohnungen ist in Luzern eine bekannte Grösse. Es ist der Rechtsanwalt und Immobilienbesitzer Jost Schumacher. Zur Stadtregierung hat er zurzeit ein gespaltenes Verhältnis. Seiner Meinung nach wurde er kürzlich zu Unrecht vom Wettbewerb zur Überbauung der oberen Bernstrasse ausgeschlossen, wo die Stadt 135 gemeinnützige Wohnungen bauen lassen will.

Ebenfalls noch nicht vergessen ist, dass Schumacher einst, nach dem Kapellbrückenbrand, auf eigene Rechnung ein vollständiges Set von Kopien aller Brückenbilder anfertigen liess. Der Stadtrat lehnte das grosszügige Geschenk ab. Die Kopien blieben im Archiv – ein Grossteil der Kapellbrückengiebel ist seit dem Brand leer.

Reaktion auf Zeitungsberichte

Zurück zum fehlenden zweiten Kindergarten in der Tribschenstadt. Unsere Zeitung berichtete vor einem Jahr über den Ärger der betroffenen Eltern – inklusive Kommentar, der zu raschem Handeln aufrief. «Wegen dieser Zeitungsartikel wurde ich auf den Missstand aufmerksam», sagt Schumacher heute. Kurz entschlossen habe er sich bei der Stadt gemeldet und ihr angeboten, fürs Schuljahr 2015/16 in seiner Überbauung einen Kindergarten einzurichten.

Die Stadt nahm das Angebot dankend an. So kam es, dass nun in der Frigorex-Überbauung im Erdgeschoss an der neuen Julius-Eggstein-Gasse der Kindergarten Tribschenstadt 2 in Betrieb genommen werden kann. Die Grundfläche der beiden dafür zur Verfügung gestellten Wohnungen beträgt rund 230 Quadratmeter. Dazu gibts einen grosszügigen Aussenraum.

4390 Franken Mietzins

Für diesen zweiten Kindergarten in der Tribschenstadt erhält Schumacher von der Stadt einen monatlichen Mietzins von 4390 Franken. «Der Mietvertrag wurde für zehn Jahre abgeschlossen, mit Option für eine spätere Verlängerung», sagt Schumacher. Er geht davon aus, dass es «eine Dauerlösung wird».

Bei der Stadt herrscht grosses Aufatmen wegen der getroffenen Vereinbarung. «Wir sind sehr glücklich und überzeugt, dass dies nun eine ideale Lösung für das Quartier bedeutet», sagt Vreni Völkle, Rektorin der Volksschule Luzern. Sie betont, man habe in dieser Angelegenheit im laufenden Schuljahr auch «sehr förderliche und einvernehmliche Gespräche mit Vertretern des Quartiervereins führen dürfen».

Erleichterung bei den Eltern

Freude herrscht auch bei der IG Kindergarten Tribschenstadt. Deren Sprecherin Barbara Sommer sagt: «Endlich können wir unsere Kinder ohne Angst auf den Weg zum Kindergarten schicken.» Sie dankt Jost Schumacher dafür, «dass er sich als privater Bauherr für unser Anliegen eingesetzt hat». Der Stadt hält sie zugute, dass sie bei der «Pedibus»-Lösung im vergangenen Schuljahr «tatkräftig mithalf».

Happy End also in der Tribschenstadt: Neben dem seit fünf Jahren bestehenden Kindergarten Tribschenstadt 1 an der Anna-Neumann-Gasse gibt es ab kommendem Schuljahr neu auch den Kindergarten Tribschenstadt 2 an der Julius-Eggstein-Gasse. Damit wird dem in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Anteil an Familien mit kleinen Kindern nun Rechnung getragen.

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