LUZERN: Haus ist nach Brand komplett unbewohnbar

Einen Grosseinsatz wie am Sonntag an der Tribschenstrasse in der Stadt gibt es selten. Jetzt zeigt sich das ganze Ausmass des Feuers.

Yves Portmann
Drucken
Teilen
Feuerwehrleute kämpfen sich mit Schläuchen zum ausgebrannten Dachstock an der Tribschenstrasse 24 durch. (Bild: PD)

Feuerwehrleute kämpfen sich mit Schläuchen zum ausgebrannten Dachstock an der Tribschenstrasse 24 durch. (Bild: PD)

130 Einsatzkräfte bekämpften am Sonntag einen Dachstockbrand an der Tribschenstrasse 24. Dank einem Grosseinsatz der Feuerwehr konnte ein Übergriff auf das Nebengebäude weitgehend verhindert werden.

Hunderttausende Franken Schaden

Trotz des Grosseinsatzes ist der Schaden im Haus, in dem unter anderem auch Prostituierte in drei Etablissements ihre Dienste anbieten, beträchtlich. Peter Sidler ist Abteilungsleiter bei der Gebäudeversicherung Luzern und geht von einem Schaden in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken aus. «Für Details ist es noch zu früh – wir sind an der detaillierten Aufnahme des Schadens.» Klar ist hingegen, dass neben dem komplett ausgebrannten Dachstock die darunter liegenden vier Geschosse von starkem Wasserschaden betroffen und vorübergehend unbewohnbar sind. Deshalb werde auch das Restaurant Elios im Erdgeschoss die nächsten Tage geschlossen bleiben, sagt Sidler.

Bild: Feuerwehr Stadt Luzern
17 Bilder
Bild: Feuerwehr Stadt Luzern
Bild: Feuerwehr Stadt Luzern
Bild: Jonas von Flüe / Neue LZ
Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ
Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ
Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ
Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ
Bild: Leserreporter Haris Bjelic
Bild: Leserreporter Haris Bjelic
Bild: Diverse
Bild: Leserreporterin Melanie Sands
Bild: Leserreporterin Antonia Wirz
Bild: Leserreporterin Melanie Sands
Bild: Ismail Osman / Neue LZ
Bild: Jonas von Flüe / Neue LZ
Bild: Sara Häusermann

Bild: Feuerwehr Stadt Luzern

Feuerwehrkommandant Theo Honermann geht davon aus, dass das viele Wasser auch von einer geborstenen Leitung stammen könnte. Ein Indiz dafür lieferte die Wasseruhr im Haus, die «enorm schnell» lief. Deshalb sei der Anschluss sofort abgestellt worden.

Polizei ermittelt in alle Richtungen

Die Polizei ist weiterhin mit Branddetektiven vor Ort, kann aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben zur Brandursache machen. «Wir ermitteln in alle Richtungen», sagt Simon Kopp, Informationsbeauftragter der Luzerner Staatsanwaltschaft. «Wir haben die Personalien von mehreren Bewohnern aufgenommen und werden sie bei Bedarf befragen.» Zudem hat die Polizei einen Zeugenaufruf gestartet (siehe Hinweis). Die zwei Frauen, die mit Verdacht auf Rauchvergiftungen ins Spital gebracht worden sind, konnten das Spital bereits am Sonntag wieder verlassen.

Zwei bis sechs Grosseinsätze im Jahr

Wie Augenzeugen berichteten, habe es lange gedauert, bis die Feuerwehr die Drehleitern einsetzte. «Es ist richtig, dass es rund zehn Minuten dauerte, bis wir die Drehleiter an der Hauptstrasse einsetzen konnten. Zuerst musste der Strom vom VBL-Netz abgeschaltet und die Leitungen vor Ort kurzgeschlossen werden», erklärt Honermann. «Die Sicherheit unserer Leute hat absolute Priorität.» Für die Luzerner Feuerwehr war der Einsatz am Sonntag bereits der zweite Grosseinsatz innerhalb von gerade einmal vier Tagen. Am Donnerstag waren bei einem Kellerbrand an der Löwengrube 7 in Littau bereits 60 Feuerwehrleute im Einsatz. «Solche Grosseinsätze der Alarmstufe 2 kommen nur etwa zwei bis sechs Mal pro Jahr vor», so der 51-jährige Feuerwehrkommandant. Die höchste Alarmstufe 3, bei der die gesamte Feuerwehr mit allen 330 Einsatzkräften gleichzeitig ausgelöst würde, komme praktisch nie vor.

Ein Feuer, das – wie an der Tribschenstrasse – auf andere Häuser übergreift, sei vor allem für die dicht bebaute Altstadt ein bedrohliches Szenario. «Wir haben spezielle Einsatzkonzepte für den Brandfall in der Altstadt. Dank unseren zwei Drehleitern erreichen wir auch in der engen Altstadt die Dächer und Balkone.» Grosse Beachtung werde etwa speziellen Objekten wie Tiefgaragen, Tunnels und Hochhäusern geschenkt. «Glücklicherweise gibt es bei den zahlreichen Brandeinsätzen selten ernsthafte Verletzungen», sagt Honermann. 2012 leistete die Feuerwehr Luzern 116 Brandbekämpfungseinsätze.

Der Hauseigentümer wollte auf Anfrage keine Stellung nehmen.

Hinweis

Die Luzerner Polizei sucht Zeugen, welche zum Brand Beobachtungen, Fotos oder Filmaufnahmen gemacht haben. Tel. 041 248 81 17.