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LUZERN: Haushaltsgift wird vor Ort eingesammelt

Vor zwei Jahren wurde die mobile Sammlung von Haushaltchemikalien aus Spargründen eingestellt. Nun kommt sie wieder – auch, um Unfälle zu verhindern.
Niels Jost
Haushaltschemikalien müssen fachgerecht entsorgt werden. (Bild: Getty)

Haushaltschemikalien müssen fachgerecht entsorgt werden. (Bild: Getty)

Niels Jost

Jeder hat sie in seinem Haushalt stehen: Putzmittel, Entkalkungsmittel, Insektenspray, nicht aufgebrauchte Farben, Düngemittel oder alte Medikamente. Die Aufzählung von solchen Haushaltchemikalien könnte beliebig verlängert werden.

Gerade für Kleinkinder wirken die oftmals farbigen Dosen oder Flaschen interessant. Spielen sie damit, kanns aber schnell gefährlich werden. So haben im Jahr 2014 beispielsweise über 250 Kinder aus der Schweiz Farben oder Lacke geschluckt, die Dämpfe eingeatmet, haben es sich in die Augen gerieben oder sind anderswie damit in Berührung gekommen, sodass die Eltern die Notfallnummer 145 gewählt haben (siehe Kasten). Dann beraten die Ärzte und Spezialisten von Tox Info Suisse über die allfällige Vergiftung. Deren Direktor, Hugo Kupferschmidt, sagt: «Gut jedem dritten Anrufer raten wir, einen Arzt aufzusuchen.»

Symptome beobachten

Bei der Arztvisite gibt es glücklicherweise in den meisten Fällen Entwarnung. Aber: «Gerade bei Kleinkindern raten wir lieber ein Mal zu viel zu einem Arztbesuch. Denn über das tatsächliche Ausmass der Vergiftung kann man sich via Telefon nur schlecht ein Bild machen», sagt Kupferschmidt. Die Symptome könne der Arzt bei der Visite besser beurteilen und deren Entwicklung vielleicht sogar über eine gewisse Zeitspanne beobachten.

Prävention durch Giftsammlung

Die Anzahl Notrufe und medizinischen Behandlungen zeigen: Der richtige Umgang mit Haushaltchemikalien will gelernt sein. Dazu gehören auch die richtige Aufbewahrung und die Entsorgung. Um die in Privathaushalten angehäuften, alten oder nicht mehr verwendeten Chemikalien richtig entsorgen zu können, will der Kanton Luzern die mobile Giftsammlung ab nächstem Jahr wieder durchführen. Drei bis vier Mal pro Jahr sollen speziell dafür ausgerüstete Fahrzeuge in ausgewählten Gemeinden Halt machen, etwa bei den gewöhnlichen Entsorgungsstellen, den kommunalen Werk- und Ökihöfen. Wann und wo die Giftsammlungen stattfinden, ist derzeit noch nicht festgelegt. Der Kanton nimmt die Planung erst in diesem Herbst auf, wie er auf seiner Website mitteilt. Die Daten werden aber rechtzeitig im Entsorgungsplan der Gemeinde vermerkt, wie dies etwa bereits beim Sperrgut geschehe, sagt Thomas Kaufmann, stellvertretender Kantonschemiker des Kantons Luzern. Bereits jetzt können Haushaltchemikalien in den Verkaufsstellen, wie Baumärkten, sowie in Drogerien und Apotheken abgegeben werden (siehe dazu auch den Hinweis am Ende des Artikels).

Seit 2014: Sammlung weggespart

Wie viel die mobilen Giftsammlungen kosten werden, hängt davon ab, welche und wie viele Chemikalien abgegeben werden. Fakt ist: Seit 2014 führte der Kanton aus finanziellen Gründen keine mobile Giftsammlung mehr durch. In den Jahren zuvor zahlte der Kanton rund 30 000 Franken für die Sammlungen.

Der Zweck der mobilen Sammlung, die sich nur an Privatpersonen richtet, ist indes klar: «Die Personen sollen ihre Haushaltchemikalien richtig entsorgen», sagt Kaufmann. Diese einfach in den Abfall zu werfen oder in den Abfluss wegzuschütten, führe zu Unfällen, gefährde die Umwelt und bereite auch den Kläranlagen Schwierigkeiten. «Die mobilen Sammlungen könnten auch gerade jene zur richtigen Entsorgung animieren, die dann ihren ganzen Haushalt, Estrich oder Hobbyraum räumen.» Abgeben kann man etwa Dünger, Entkalkungsmittel, Farben, Kosmetika oder Quecksilber (Thermometer etc.).

Bei den vergangenen Giftsammlungen kamen zwischen 5 und 20 Tonnen dieser Chemikalien zusammen. Über die offiziellen Sammelstellen wurden zusätzlich rund 50 bis 60 Tonnen weitere gefährliche Abfälle abgegeben. Fast die Hälfte davon waren alte Medikamente und Spritzen. Die fachgerechte Vernichtung der gesammelten Abfälle kosteten den Kanton Luzern letztes Jahr rund 150 000 Franken.

Wo Sie welche Chemikalien entsorgen können, lesen Sie auf www.luzernerzeitung.ch/bonus

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