LUZERN: Heimleiter kritisiert die Stadt Luzern

Die Stadt stehe bei der Bezahlung von Pflegekosten in einem «ungelösten Interessenkonflikt», kritisiert ein privater Heimleiter.

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Die Stadt zahlt Restfinanzierungsbeiträge an die Pflegekosten in allen Pflegeheimen. Sie sind aber nicht in allen Heimen gleich hoch. (Bild: Keystone)

Die Stadt zahlt Restfinanzierungsbeiträge an die Pflegekosten in allen Pflegeheimen. Sie sind aber nicht in allen Heimen gleich hoch. (Bild: Keystone)

ds. Für viele Pflegebedürftige brachte die Anfang 2011 eingeführte neue Pflegefinanzierung finanzielle Vorteile. Der Pflegebeitrag eines Heimbewohners beträgt in der Schweiz maximal 21.60 Franken pro Tag. Da dies nicht ausreicht, zahlen die Krankenversicherer je nach Pflegestufe zwischen 9 und 108 Franken an die Pflegekosten, den Rest übernimmt die Wohngemeinde. Die damit verbundenen Mehrkosten in Millionenhöhe bringen viele Gemeinden vor ernsthafte Schwierigkeiten. Aber auch bei den Pflegeheimen sorgt das neue System nicht nur für Freude.

Paul Otte, Leiter des privaten Heimes Steinhof in der Stadt Luzern, glaubt, dass damit «gravierende Nachteile» verbunden seien, die letztlich zu einer Verstaatlichung der Langzeitpflege führen würden. Otte begründet seine Sorgen unter anderem damit, dass die Stadt im Zusammenhang mit der Pflegefinanzierung vor einem «ungelösten Interessenkonflikt» stehe. Einerseits bewirtschaftet die Stadt selber fünf Pflegeheime, andererseits entscheidet die Sozialdirektion über die Höhe der Restfinanzierungsbeiträge für die sieben privaten Heime in der Stadt Luzern. «Das geht so nicht», so Otte.

Angst vor zwei Heimklassen

Durch den vorhandenen Interessenkonflikt bestehe die Gefahr von zwei Heimklassen, die öffentlich-rechtlichen und die privaten Heime. Für Otte ist jedoch klar: «Bei der Berechnung der Restfinanzierung müssen allfällige Interessenkonflikte strikte ausgeschaltet werden. Die Gleichbehandlung von privaten und öffentlichen Heimen muss in jedem Fall sichergestellt werden.» Weiter bemängelt Otte, dass die Stadt bei der Auszahlung der Restfinanzierungsbeiträge mit ungleich langen Spiessen vorgehe. «Jene Heime mit hohen Pflegekosten werden faktisch honoriert, jene mit tiefen Kosten bestraft.» Bei der höchsten Pflegestufe 12 bezahlte die Stadt im Jahr 2011 dem privaten Heim im Bergli letztes Jahr 148.70 Franken pro Tag und Bewohner, die öffentlichen Heime erhielten hingegen 185.40 Franken.

«Der mögliche Interessenkonflikt ist uns bewusst», sagt Marcel Schuler, Stabschef der Sozialdirektion der Stadt Luzern. Aus diesem Grund behandle die Stadt die Errechnung der Pflegerestkosten mit grosser Sorgfalt und Umsicht.

Daniel Schriber

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