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Heisst die Spange Nord bald anders?

Der Kanton Luzern wird die «Spange» möglicherweise umtaufen. Derweil kommen aus der Stadt neue Impulse für eine Umfahrung.
Simon Mathis
Eine Visualisierung der Spange. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 20. September 2019)

Eine Visualisierung der Spange. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 20. September 2019)

In rund zwei Wochen wird der Kanton Luzern die neue Variante der Spange Nord vorlegen. Möglich allerdings, dass das Projekt dann gar nicht mehr «Spange Nord» heisst. Denn es gibt Hinweise, wonach der Kanton den umstrittenen Nordzubringer umtaufen könnte. Gründe dafür gäbe es genug: Die Gegner des Strassenprojektes haben mit ihrer «Spange No»-Kampagne den Namen erfolgreich mit einer stark negativen Färbung versehen.

Aus dem Umfeld von Politik und Verwaltung ist zu vernehmen, dass eine Namensänderung tatsächlich aktuell werden könnte, sollte sich die neue Variante deutlich von der Original-Version der Spange Nord unterscheiden. Damit soll signalisiert werden, dass es sich eben nicht mehr um das ursprüngliche – stark umstrittene – Projekt handelt, sondern um ein neues. Es besteht auch kein Zweifel, dass sich die Variante, die der Kanton demnächst präsentieren wird, klar von der «Original-Spange» unterscheiden wird – vermutlich in Form eines deutlich längeren Tunnels.

Beim Kanton Luzern heisst es, eine Namensänderung stehe «zum jetzigen Zeitpunkt» nicht zur Debatte. Paloma Meier von der Kommunikation des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements, sagt: «Der Auftrag des Kantonsrates lautete, das Projekt Spange Nord zu überprüfen. Im ganzen Prüfverfahren wird dieser Name beibehalten.» Der zuständige Regierungsrat Fabian Peter (FDP) ergänzt:

«Wichtig ist das Ergebnis der Überprüfung und der nun folgende partizipative Prozess. Über diesen werden wir nach dem Abschluss der Überprüfung zeitnah und ohne Verzögerung informieren.»

Anders gesagt: Wichtig ist das Resultat, nicht der Name.

Gegen «technokratische Bezeichnungen»

Die City Vereinigung Luzern (CVL) würde eine Umbenennung der Spange Nord indes begrüssen. André Bachmann von der CVL sagt:

«Der Name eines so gewichtigen Projektes ist ein entscheidender Faktor.»

Das Namensschild «Spange Nord» wecke die falschen Assoziationen – zumal es von den Gegnern auf gelungene Weise instrumentalisiert worden sei. Die CVL weise schon länger auf die technokratische Projektbezeichnung hin. «Ziel der Eingriffe ist eine Entlastung der Kernagglomeration», hält Bachmann fest. Das sei auch der Grund, weshalb die CVL ihren gemeinsamen Projektvorschlag mit dem Wirtschaftsverband Stadt Luzern (WVL) bewusst als «Entlastungsring Nord» bezeichnet. Der Entlastungsring ist eine der Varianten, mit denen sich der Kanton im Prüfungsverfahren befasst hat.

Der Plan sieht einen unterirdischen Kreisel zwischen Friedental-Park und Sedelstrasse vor, überirdisch soll die Verkehrsführung ausschliesslich für Quartiererschliessung, ÖV und Aktivverkehr erfolgen (siehe Grafik unten). Weshalb bringen CVL und WVL den Entlastungsring ausgerechnet jetzt ins Spiel? Im Vordergrund stehe gar nicht so sehr die Umsetzung dieser Variante, betont Alexander Gonzalez, Präsident des WVL. «Die kategorischen Gegner verwenden immer wieder das Bild einer Beton-Schneise. Wir wollten einfach aufzeigen, dass es auch anders geht und dass eine ergebnisoffene Auseinandersetzung auch Chancen mit sich bringt.»

Regierung soll endlich mit Bevölkerung sprechen

Auch die beiden Wirtschaftsorganisationen lehnen das kantonale Projekt in der ursprünglichen Form ab – und fordern eine «substanzielle Überarbeitung» der Spange Nord. Der Kanton habe es bis heute versäumt, Bevölkerung und interessierte Kreise in einem partizipativen Prozess offiziell ins Boot zu holen. «Der Kanton stellt sich auf den Standpunkt, dass der Zeitpunkt noch nicht gegeben sei und die organisierten Gegner bedienen teils Bilder und Ängste, welche die Gräben eher tiefer werden lassen», sagt André Bachmann. Aus diesem Grund sei eine allfällige Namensänderung eine gute Nachricht. Sie könnte ein erster Schritt sein, eine «sachliche und breite Diskussion über unsere Mobilität zu führen». Und ein Schritt weg vom kategorischen Neinsagen. Das ergibt Sinn: Wenn es nicht mehr um die Spange Nord geht, ist es schwieriger, «Spange No» zu sagen.

Laut Kanton Luzern wurde das Projekt Entlastungsring wie viele andere im Prüfverfahren vertieft berücksichtigt. «Wir begrüssen die öffentliche Diskussion und Initiativen zu Lösungsansätzen in der Mobilität», so Paloma Meier. Deshalb habe der Kanton auch Varianten geprüft, die in den Medien diskutiert wurden.

«Sollte der Kanton die Spange Nord umtaufen, würde das auch nichts ändern», sagt Grüne-Nationalrat Michael Töngi, Präsident des VCS Luzern.

«Das klingt nach Kosmetik und wäre eine pure Marketingmassnahme – und noch nicht einmal die beste.»

Ein neuer Name sei nur dann gerechtfertigt, wenn der Kanton einen grundsätzlich neuen Vorschlag vorlege. Und das sei nicht absehbar.

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