LUZERN: Hensler will Auftritte «sensibler prüfen»

Entspannung im Wirbel um den Auftritt des Polizeikommandanten bei Radio 3fach. Auch Regierungsrätin Schärli hat vermittelt.

Robert Knobel
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Der Luzerner Polizeikommandant Beat Hensler. (Archivbild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Der Luzerner Polizeikommandant Beat Hensler. (Archivbild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Es war pure Empörung, die dem Luzerner Polizeikommandanten Beat Hensler letzte Woche entgegenschlug. Beim Verband Luzerner Polizei zweifelte man sogar, ob der Kommandant das Vertrauen zu seinen Mitarbeitern überhaupt wiederherstellen könne. Inzwischen herrscht nun wieder eitel Sonnenschein. «Der Fall ist erledigt» heisst es in der gestrigen schriftlichen Mitteilung von Hensler und dem Verband.

Was war geschehen? Beat Hensler hatte den Zorn seiner Polizisten auf sich gezogen, weil er in einer humorvollen Aktion anlässlich des Kick Ass Award von Radio 3fach den Preis für die «schönste Nachtruhestörung» übergab. Dies war für den Polizeiverband insofern inakzeptabel, als es sich bei den Preisträgern um Veranstalter illegaler Partys handelte. 2011 war es auf der Luzerner Allmend zu Scharmützeln gekommen, als die Polizei eine solche Party auflösen wollte.

Vizepräsident schweigt

Am Dienstag kam es nun zu einer Aussprache zwischen Hensler und dem Verband Luzerner Polizei. Ob sich dabei wirklich der ganze Ärger in Luft aufgelöst hat, ist unklar. Zumal die Beteiligten danach mehrere Tage brauchten, um ein gemeinsames Statement herauszugeben. Auch auf mehrmaliges Nachfragen hin wollte in den vergangenen Tagen niemand Stellung nehmen oder gar bestätigen, dass die Aussprache stattgefunden hat. Selbst Othmar Roth, Vizepräsident im Verband, will sich plötzlich nicht mehr äussern. Roth war es, der die scharfe Kritik am Kommandanten explizit ausformuliert hatte.

Henslers Auftritt beschäftigte auch Justizdirektorin Yvonne Schärli. Sie war zwar bei der Aussprache nicht anwesend, hatte aber im Vorfeld mit beiden Seiten Einzelgespräche geführt, wie es im Departement auf Anfrage heisst.

Er wollte «sich nicht lustig machen»

«Die Aussprache war für uns notwendig und hat uns gezeigt, dass der Kommandant diesen Auftritt auch selbstkritisch hinterfragt hat. Damit sind wir zufrieden», sagt Federico Domen­ghini, Präsident des Verbands Luzerner Polizei. Hensler seinerseits betonte gegenüber den Polizisten, dass es nie seine Absicht gewesen sei, die Arbeit der Polizei in ein schlechtes Licht zu rücken. «Ich wollte damit auch nicht die Ausschreitungen anlässlich der Bunkerparty vom Sommer 2011 banalisieren oder mich über gesetzeswidrige Handlungen lustig machen.» Gemeinsam habe man zudem beschlossen, dass der Kommandant «in Zukunft die Teilnahme an solchen Anlässen vorsichtiger und sensibler prüfen wird», heisst es.

Kick Ass Award künftig tabu?

Ob es unter diesen Umständen weitere Hensler-Auftritte bei der jährlichen Verleihung des Kick Ass Award geben wird, bleibt offen. Beat Hensler hatte am Anlass übrigens bereits 2011 teilgenommen. Es ist Tradition, dass auch Prominente die Verleihung des Musikpreises von Radio 3fach besuchen. So waren an jenem 9. Januar auch der Luzerner Stadtpräsident Stefan Roth sowie Kabarettist Beat Schlatter anwesend. Und Fussball-Legende Paul Wolfisberg amtete als Götti für den Bettmümpfeli-Award.