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LUZERN: Herrschaftliche Villen an der Obergrundstrasse

Entlang der Luzerner Obergrundstrasse gibt es eine Reihe herrschaftlicher Villen zu bestaunen. Hier gibt es einen Überblick:

Obergrundstrasse 95

– Eigentümer: Privatbesitz
Typ: Backsteinvilla
Baujahr: 1889
Architekt: Arnold Cattani
Bauherrin: Elisabeth Wengi-Dreyer

Backsteinvillen in Luzern sind – im Gegensatz etwa zum städtebaulichen Erscheinungsbild Zürichs – selten. Jene an der Obergrundstrasse 95 wurde von Arnold Cattani, dem Schwager des Hotelbesitzers Hauser, errichtet. Sie hat ein Satteldach und entstand auf dem Gebiet des sogenannten Rhynauerhofs, eines ehemaligen grossen Gutsbetriebs im Obergrund. Wesentliches Merkmal bildet der Treppenturm, der an Villenbauten des deutschen Architekten Gottfried Semper (1803–1879) erinnert.

Die heutige Nutzung des Gebäudes ist nicht bekannt.

Obergrundstrasse 97

– Name: Landhaus Rhynauerhof, Käppelihof
– Eigentümer: Städtischer Frauenbund Luzern
– Baujahr:1839
– Architekt: Fidel Leimbacher
– Bauherr:Anton Meyer, Metzgermeister

Zur Villa gehörten ursprünglich auch ein Bauernhaus (Moosmattstrasse 2) und eine grosse Scheune, später ein Ökonomiegebäude. Der heutige Zustand lässt kaum mehr erahnen, dass die durch zahlreiche An- und Umbauten angewachsene Bausubstanz einst ein kleines, sehr elegantes Landhaus für den Metzgermeister Anton Meyer war. Die heutige Villa erfüllte die Funktion eines Landhauses während der Sommermonate.

Heutige Nutzung: Der Städtische Frauenbund führt hier sein Zentrum für Selbstsorge. Zusätzlich gibt es das Kindercafé. Weitere Nutzer sind unter anderen Solidarmed und das Institut für Heilpädagogik/Psychotherapie. Das Haus steht unter Denkmalschutz.

Obergrundstrasse 99

– Eigentümer: Bodum Invest AG, Triengen
– Typ: Villa
– Baujahr: 1889-1890
– Architekt: Arnold Cattani
– Bauherr: Fridolin Ryser, Luzern

Der Architekt entwarf wenige Monate nach der Villa Obergrundstrasse 95 eine zweite auf dem Gebiet des ehemaligen Rhynauerhofs. Die Villa ist spätklassizistisch. Die rundbogigen Fenster im Obergeschoss erinnern an italienische Vorbilder und verleihen dem Bauwerk eine kühle Eleganz. Die ursprüngliche Innengestaltung entsprach dem zeitgenössischen Schema: Das Erdgeschoss enthielt die Tagesräume mit Küche und Gäste-WC, das erste Obergeschoss die Ruheräume für die Villenbesitzer. Das Dachgeschoss schliesslich enthielt die Gästezimmer beziehungsweise die Räume für die Dienstboten.

Heutige Nutzung: Bodum plant Abriss und Neubau eines Wohnhauses.

Obergrundstrasse 101

– Name: Villa Toscana
– Eigentümer: Bodum Invest AG, Triengen
– Typ:Backsteinvilla
– Bauzeit:1890 bis 1891
– Architekt: Heinrich Meili-Wapf, Luzern
– Bauherr:Roman Scherer-Huber, liberaler Stadtrat Luzern

Die Villa ist elegant, konsequent als urbanes Merkzeichen an die Strassengabelung Obergrund-/Horwerstrasse gesetzt. Der seitliche Turm, die fein differenzierte Ausgestaltung von Erdgeschoss und Obergeschoss sowie die Freskomalerei im Dachbereich gehören zu den markanten Erkennungszeichen. Der Backstein der Wetterschale und die Sandstein-Fenstergewände schaffen einen Kontrast. Die Villa bildete in der Entstehungszeit den Endpunkt der urbanen Besiedelung in Richtung Süden; erst ein Jahrzehnt später führte die Schweizerische Baugesellschaft AG mit dem Bau der Grünring-Siedlung und deren Kleinvillen die Besiedlung in grösserem Masse weiter.

Heutige Nutzung: Das Gebäude wird renoviert. Die Firma Bodum will hier Büroräume einrichten.

Obergrundstrasse 111

– Eigentümer: Husar Immobilien AG.
– Typ:Etagenvilla.
– Baujahr: 1910.
– Bauherr: unbekannt
– Architekt:Josef Mandrino, Architekt/Baumeister, Luzern

Das Bauwerk trägt kaum Fassadenschmuck und wirkt für die Zeit sehr modern – auch im Vergleich mit anderen Bauprojekten, für die Architekt Josef Mandrino verantwortlich zeichnete. Die Innengestaltung sieht folgendermassen aus: Ein Mittelgang erschliesst die Räumlichkeiten im Westen und im Osten und ermöglicht, im Stirnbereich das Bad unterzubringen. Jedes Wohngeschoss weist eine Fünfzimmerwohnung auf, deren Salon sich zu der nach Süden orientierten Veranda öffnet.

Heutige Nutzung: Das Haus wurde vor 15 Jahren totalrenoviert, alle Wohnungen sind vermietet.

Obergrundstrasse 115

– Name: Villa Mozart
– Eigentümer: Privatbesitz.
– Typ: Etagenvilla
– Baujahr: 1905
– Architekt: Celeste Bortoluzzi.
– Bauherr: Carl Bast, Kapellmeister, Komponist und Musiker.

Carl Bast hatte um die Jahrhundertwende verschiedene Etagenvillen im Gebiet der unteren Dreilindenstrasse errichtet, unmittelbar unterhalb der Etagenvilla Dreilindenstrasse 41, die ebenfalls ein Werk des Architekten und Baumeisters Ce­leste Bortoluzzi ist. Die Etagenvilla, die in Flächen und Kubatur wesentlich grösser als alle Bast’schen Vorgängerbauten ist, überrascht heute durch den herben Kontrast zwischen dem Farbton der Fassaden und den weiss gefassten Fenstergewänden.

Heutige Nutzung: Wohnnutzung, zurzeit komplett vermietet.

Obergrundstrasse 117

– Eigentümer: Privatbesitz
– Typ: Wohn- und Geschäftshaus, Etagenvilla
– Baujahr: 1900
– Architekt: Gebrüder Keller, Kellerhof AG, Luzern
– Bauherr:unbekannt

Die ursprüngliche städtebauliche Wirkung des Gebäudes kann heute kaum mehr nachvollzogen werden; Strassen- und Wohnungsbau behindern heute weitgehend die freie Sicht auf das in seinem Volumen, vor allem aber in seiner Form aussergewöhnliche Bauwerk, das als Spätwerk der berühmten Architekten­familie Keller in neobarockem Stil errichtet wurde.

Heutige Nutzung: Mietwohnungen. Auf einer Etage ist die Tanz- und Ballettschule 117 eingemietet.

Obergrundstrasse 92

– Name: Casa d’Italia
– Eigentümer: Governo della Repubblica Italiana, italienischer Staat (Alleineigentum)
– Baujahr: Um 1900
– Architekt:unbekannt
– Bauherr:unbekannt

Die Liegenschaft gehörte zuerst der Reformierten Kirchgemeinde Luzern. 1938 erwarb sie der italienische Staat für rund 300000 Franken. Die italienische Gemeinschaft Luzern beteiligte sich daran mit 64000 Franken. Die Casa d’Italia war einst Sitz eines italienischen Konsulats. Dieses wurde 2000 geschlossen. 2011 wurde es teilweise wiedereröffnet und Ende 2016 geschlossen. In der von einem grossen Garten umgebenen Casa d’Italia wurde 1950 der italienische Kinderhort Asilo Italiano gegründet, zunächst für die Kinder der italienischen Arbeiter. Später besuchten ihn auch Kinder christlichen Glaubens aus aller Welt. Geleitet wurde er von römisch-katholischen italienischen Ordensschwestern. Der Kinderhort wurde Ende 2016 geschlossen.

Heutige Nutzung: Der italienische Staat will das Gebäude verkaufen. Die Stiftung Asilo Italiano beziffert den Wert der Liegenschaft auf 1 bis 1,5 Millionen Franken. Der italienische Staat möchte offenbar einen viel höheren Preis erzielen – bis zu mehreren tausend Franken pro Quadratmeter. Der Käufer steht noch nicht fest.

Hugo Bischof / ga

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