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LUZERN: Highland Games in Luzern: «Wir Frauen schenken uns nichts»

Sie werfen Äxte, Baumstämme und schwere Eisen. Auf der Luzerner Allmend finden dieses Wochenende zum zweiten Mal die Highland Games Luzern statt. Mit dabei sind längst nicht nur starke Männer.
Frauen im Hoch: Die Zahl der Teilnehmerinnen nimmt an Highland Games laut Organisatoren zu. (Bild: Jakob Ineichen (Luzern, 26. August 2017))

Frauen im Hoch: Die Zahl der Teilnehmerinnen nimmt an Highland Games laut Organisatoren zu. (Bild: Jakob Ineichen (Luzern, 26. August 2017))

Im Vergleich zu Stefanie Frey sieht so mancher Mann wie ein Würstchen aus. Dick sind die tätowierten Oberarme, breit die Schultern. Kein Wunder ist die 34-Jährige aus Niederbuchsiten aus dem Kanton Solothurn ehemalige Weltmeisterin im Bankdrücken. 125 Kilogramm stemmte sie an der WM in Russland in die Höhe. Nun will es Frey an den diesjährigen Highland Games in Luzern wissen.

Am Samstag und Sonntag messen sich dort die besten Athletinnen und Athleten in unter-schiedlichen Disziplinen. Unter anderem muss, ganz nach schottischer Tradition, ein Baumstamm so in die Höhe gehievt werden, dass er sich überschlägt und möglichst gerade landet. Dieses Jahr sind auch 11 Frauen unter den 120 Teilnehmern, die sich in ihrer eigenen Kategorie messen. «Wir werden hier gut akzeptiert. Wir sind eine grosse Familie», sagt Frey.

Eine Atmosphäre wie an einem Schwingfest

Frey macht seit gut 18 Jahren Kraftsport. Im Alter von 16 Jahren begann sie sich fürs Armdrücken zu interessieren und startete dort eine erfolgreiche Karriere bis zur mehrfachen Schweizer Meisterin und Vize-Europameisterin. Dann kam das Bankdrücken. Und nun, seit gerade mal fünf Monaten, ist sie eine Highland-Games-Athletin und gehört zu den Favoritinnen auf den Schweizer-Meister-Titel. Dafür geht sie fünf Mal in der Woche ins Fitness-Studio. Das Krafttraining hat sich bezahlt gemacht: Fünf Meter hoch vermochte sie ein 12,7 Kilogramm schweres Gewicht zu werfen. Eine beachtliche Leistung – nicht nur bei den Frauen. Auch Roxana Grogg aus Schöftland im Kanton Aargau ist bei den Frauen am Start. Sie ist die amtierende Schweizer Meisterin. Grogg ist zwar auch keine zierliche Frau, im Gegensatz zu Frey aber weniger mit Muskeln bepackt. «Ich mache mehr aus der Technik heraus», sagt die 28-Jährige. Seit vier Jahren nimmt Grogg an unterschiedlichen Highland Games teil. Auf den Geschmack gekommen ist sie durch ihren Bruder, der sich auch an solchen Spielen misst. Als eine Athletin bei einem Gruppenwettkampf ausfiel, sprang Grogg spontan ein. «Mir hat das den Ärmel richtig reingezogen», sagt sie. «Wir Frauen schenken uns nichts. Aber untereinander haben wir es richtig gut.» Auch sonst sei die Akzeptanz von Frauen in der High­land-Games-Szene da.

Neben den Frauen treten natürlich auch Männer auf der Allmend gegeneinander an. Und die sind, wie Claudio Lussi, OK-Präsident der Highland Games Luzern, richtige Hünen. Lussi ist 1,95 Meter gross, 135 Kilogramm schwer und amtierender Schweizer Meister. «Die Frauen sind im Kommen. Die Zahl der Teilnehmerinnen wächst», sagt er. Was die Leistung angeht, habe es sicher noch Luft nach oben. Neben dem Sport gehe es bei den Games aber auch ums Zusammensein. «Hier herrscht eine urchige Atmosphäre wie an einem Schwingfest», so der 31-Jährige. 3000 bis 4000 Besucher erwarten die Organisatoren.

Andreas Bättig

redaktion@zentralschweizamsonntag.ch

Hinweis

Am Sonntag gehen die Highland Games auf der Luzerner Allmend weiter. Von 9 bis 17 finden die Einzelwettkämpfe statt. Mehr Informationen unter: www.hglu.ch

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