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LUZERN: Hitchcock-Wahlen dank Tabubrüchen bei Listenverbindungen

Im Kanton Luzern ist der Ausgang für die Nationalratswahlen offen, dies weil die Parteien über ihren eigenen Schatten gesprungen sind und ungewöhnliche Listenverbindungen eingegangen sind. Arithmetisch wurde die SVP dadurch zurückgebunden.

2011 war die SVP bei den Luzerner Nationalratswahlen die grosse Verliererin. Obwohl sie nur 0,6 Prozent weniger Parteistimmen holte als die CVP, verlor sie im Gegensatz zu dieser ihren dritten Sitz. Profitieren konnte die GLP, die mit einer Parteistärke von 6 Prozent erstmals einen der zehn Luzerner Sitze erobern konnte.

Bei den kantonalen Wahlen im Frühling 2015, die als Fitnesstest für die Luzerner Parteien gelten, schien das Pendel für die SVP auszuschlagen. Die zweitstärkste Kraft im Kanton konnte ihre Parteistärke um 1,8 Prozentpunkte ausbauen, während die GLP 1,6 Prozentpunkte verlor und unter die 5-Prozent-Marke fiel.

Nicht ohne Hintergedanken

Die Stunde des GLP-Nationalrates Roland Fischer schien gezählt, die Rückeroberung des dritten Sitzes durch die SVP in Griffweite. Überraschend entschieden SP und Grüne aber im August, ihre traditionelle Listenverbindung um die GLP zu erweitern.

Als Rettungsaktion für die bürgerlichen Grünliberalen will die Linke diese Handreichung aber nicht verstanden haben. Primäres Ziel sei es, einen Sitzgewinn der SVP und damit ein Erstarken der rechtsbürgerlichen Kräfte im Nationalrat zu verhindern.

Uneigennützig handeln SP und Grüne nicht. Der grüne Sitz, gehalten von Louis Schelbert, muss stets hart erkämpft werden. Zudem verloren die Grünen bei den kantonalen Wahlen noch mehr Wähleranteile als die GLP. Die SP hofft, mit etwas Glück neben dem Sitz von Prisca Birrer noch ein zweites Mandat zu holen - wohl auf Kosten der GLP.

Den Schaden dieser Listenverbindung tragen muss die SVP, die mit Yvette Estermann und Felix Müri in der grossen Kammer vertreten ist. Ihre Chancen, den 2011 verlorenen dritten Sitz zurückzuholen, sind kleiner geworden. Hilfe aus dem Bürgerlichen Lager erhält sie nicht.

Schulterschluss von CVP und FDP

Überraschend sind die einstigen Erzfeinde CVP und FDP eine Listenverbindung eingegangen. Sie dürften ihre drei respektive zwei Mandate halten, auch wenn die CVP den Rücktritt von alt Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger verkraften muss und die FDP nicht mehr auf den verstorbenen Otto Ineichen zählen kann - keiner der Luzerner Nationalräte hatte 2011 mehr Stimmen erhalten als er. Leo Müller und Ida Glanzmann (CVP) sowie Albert Vitali und Peter Schilliger (FDP) müssen sich nur der parteiinternen Konkurrenz stellen.

Auch bei den Ständeratswahlen wird die SVP und ihre Kandidatin, Nationalrätin Yvette Estermann, allein gelassen. CVP und FDP dagegen einigten sich auf gemeinsame Listen mit dem bisherigen Konrad Graber (CVP) und Damian Müller (FDP). Der Senkrechtstarter hatte sich in der parteiinternen Ausmarchung für die Nachfolge des zurücktretenden Ständerates Georges Theiler (FDP) gegen Parteipräsident und Nationalrat Peter Schilliger durchgesetzt.

SP, Grüne und GLP setzten dagegen für die Ständeratswahlen wie die SVP auf amtierende Nationalratsmitglieder. Die grössten Chancen auf Erfolg hat die Sozialdemokratin und Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz, Prisca Birrer. Die Grünen treten mit Louis Schelbert, die GLP nominierte Roland Fischer an. Für die «Parteilosen Schweizer» steigt zudem Rudolf Schweizer ins Rennen.


sda


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