LUZERN: Hochschule Informatik: Jetzt gibts Widerstand

Hat sich der Luzerner Regierungsrat in Sachen Informatik-Hochschule zu wenig eingesetzt? Politiker fordern eine Neubeurteilung, der Wegzug der Informatiker aus Horw sei falsch.

Guy Studer
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FDP-Kantonsrat Ruedi Burkard (links) und der Horwer Gemeindepräsident Markus Hool gestern Nachmittag bei der Hochschule Technik und Architektur. Auf der Wiese wäre Platz für einen Erweiterungsbau der Schule. (Bild Nadia Schärli)

FDP-Kantonsrat Ruedi Burkard (links) und der Horwer Gemeindepräsident Markus Hool gestern Nachmittag bei der Hochschule Technik und Architektur. Auf der Wiese wäre Platz für einen Erweiterungsbau der Schule. (Bild Nadia Schärli)

Informatik – das neue, sechste Departement der Hochschule Luzern HSLU soll im Kanton Zug den Betrieb aufnehmen. Doch gegen den vor Weihnachten von den Zentralschweizer Regierungen gefällten Standortentscheid (siehe Box) gibt es nun politischen Widerstand. Der Horwer Gemeinderat fordert die Luzerner Regierung dazu auf, im Konkordatsrat einen Rückkommensantrag zu stellen, denn der Standortentscheid und damit ein Wegzug der 270 Horwer Informatikstundenten sei nicht nachvollziehbar. «Er ist aus verschiedenen Gründen – nett gesagt – unverständlich», sagt Gemeindepräsident Markus Hool auf Anfrage der «Neuen Luzerner Zeitung». Der Regierungsrat habe sich zu wenig für den Kanton Luzern eingesetzt. Weiter ist eine kantonsrätliche Motion in Vorbereitung, die ebenfalls eine Neubeurteilung verlangt.

Vorwurf: Inhalte nicht diskutiert

Der Unmut ist auch im Dozentenkreis der Horwer Hochschule gross, wie Recherchegespräche unserer Zeitung zeigen. Dies vor allem deshalb, weil der Entscheid aus finanziellen – Luzern muss bekanntermassen sparen – und standortpolitischen Gründen erfolgt sei. Die entscheidende inhaltliche Diskussion sei indes gar nicht geführt worden, sagt etwa der Vize-Direktor Technik und Architektur, Beat Mugglin. Bildungsdirektor Wyss verwehrt sich gegen die verschiedenen Vorwürfe. Die HSLU-Gesamtleitung wollte sich dazu nicht äussern.