LUZERN: Hotel Gütsch erwacht aus Dornröschenschlaf

Was lange währt, wird endlich gut: Am Montagabend hat das Hotel Château Gütsch seine Pforten wieder geöffnet. Im Video-Interview erklärt Hotel Gérard Olivier Kuhn, was die Gäste kulinarisch erwarten können und weshalb er an den Erfolg des Hotels glaubt.

Drucken
Teilen
Am Montagabend feiert das Château Gütsch in Luzern seine Wiedereröffnung. (Bild: Keystone)

Am Montagabend feiert das Château Gütsch in Luzern seine Wiedereröffnung. (Bild: Keystone)

Das Hotel verfügt über 27 Zimmer. Keine zwei Zimmer seien gleich, heisst es auf der Homepage. Die meisten Zimmer bieten eine Aussicht auf die Stadt Luzern, den See und die Berge oder verfügen über Balkone und Wohnbereiche.

Im Angebot stehen drei Suiten. Die Alexander-Suite mit einer 87 Quadratmeter grossen Terrasse. Sie wurde zu Ehren des russischen Gütsch-Besitzers Alexander Lebedev genannt. Das Merkmal der Queen-Victoria-Suite ist eine freistehende Badewanne in der Mitte des Raumes. Die Majorelle-Suite verfügt über einen elegant eingerichteten Salon mit einem Jugendstil-Bad.

Die Preise für eine Übernachtung im Gütsch variieren von 330 für ein Doppelzimmer mit Sicht auf den Wald bis zu 1260 Franken für die Alexander-Suite.

Gütsch Bar (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
39 Bilder
Gütsch Bar (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Gütsch Bar (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Alexander Suite (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Majorelle Suite (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Queen Victoria Suite (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Queen Victoria Suite (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Restaurant (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Doppelzimmer (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Doppelzimmer (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Doppelzimmer (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)
Die folgenden Bilder stammen vom 15. März, knapp 1,5 Monate vor Eröffnung. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Michael Millership im Gespräch mit Innenarchitekt Martyn Lawrence. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ

Gütsch Bar (Bild: Château Gütsch Immobilien AG)

Hoteldirektor ist der Berner Gérard Olivier Kuhn (33). Kuhn leitete das Gütsch bereits, als es 2011 für kurze Zeit geöffnet war und vom "Montana" betrieben wurde. Zuletzt leitete er das "Clouds" im Zürcher Prime Tower. Zurzeit beschäftigt das Château Gütsch 31 Angestellte.

Chefkoch ist der Deutsche Andreas Haseloh. Das Restaurant, welches Platz für 80 Personen bietet, setze seinen Schwerpunkt auf moderne und klassische, regionale Küche, sagte Kuhn auf Anfrage. An seinem letzten Arbeitsort im Fünfsternhotel "Lenkerhof" im Simmental wurde der 35-jährige Haseloh von Gault Millau mit 15 Punkten ausgezeichnet.

Restaurant komplett ausgebucht

Am Montagabend war das Restaurant laut Kuhn "komplett ausgebucht". Die Eröffnung sei ein "Soft Opening". Zum Auftakt würden nicht geladene sondern individuelle Gäste bedient. Am Dienstag ebenfalls. Am Mittwoch ist noch einmal Ruhetag, wobei das Gütsch-Team den Tag nutze, die Feedbacks der Gäste auszuwerten. Erst am Donnerstag nehmen Restaurant und Hotel den Vollbetrieb auf. Das Ziel sei es, das Restaurant und das Hotel kostendeckend zu führen, sagte Kuhn.

Pünktlich zur Eröffnung des Gütschs logieren übrigens die Miss-Schweiz-Organisatoren mit den 18 Kandidatinnen im Schlosshotel. Sieben Tage lang werden die Frauen in der so genannten "Missen-Akademie" von ihren Coaches, den Ex-Missen Melanie Winiger und Christa Rigozzi, für die Wahlen im Oktober in Bern fit gemacht.

6 Jahre später als geplant

- 1884 geht die Standseilbahn auf den 520 Meter hohen Luzerner Hausberg Gütsch in Betrieb. Sie ist knapp 180 Meter lang und wird mit Wasserballast betrieben. 1888 wird das Hotel im Märchenstil des Schlosses Neuschwanstein fertiggestellt.

- 1989 verkauft der langjährige Besitzer und Hotelier Fritz Furler das Schloss an die CM Clamai Holding AG. Später wird bekannt, das hinter der Firma unter anderem der Luzerner Immobilienspezialist Franz Glanzmann steckt.

- 1992 bricht bei Umbauarbeiten wegen mangelnder Vorsicht ein Brand aus. Er richtet Schäden von einer halben Million Franken an.

- 1999 übernimmt die deutsche Hotelkette Kempinski die Vermarktung des Nobelhotels. Sie hat Pläne, das Haus von 31 auf 50 Zimmer zu erweitern.

- 2002 übernimmt die italienische Gruppe Turin Hotels International das Vier-Sterne-Haus als Pächterin. Im Folgejahr geht deren Schweizer Tochter Konkurs und das Hotel zu. Franz Glanzmann versucht vergeblich, das Haus loszuwerden.

- 2005 ersteigert die Grossbank UBS als Hypothekargläubigerin das Schloss für 9,1 Millionen Franken. Ein Jahr später ersteigert die Bank auch die Gütschbahn für 950'000 Franken. Die UBS will das leerstehende Hotel so rasch wie möglich verkaufen.

- 2006 verkündet der frühere Luzerner Verkehrsdirektor Kurt H. Illi, dass sich Popstar Michael Jackson und Scheich Abdullah bin Hamad Al Khalifa aus Bahrain angeblich für den Gütsch als Wohnsitz interessieren. Das Gerücht lässt sich nicht erhärten, Illis Bemühungen verlaufen im Sand. Illi und Jackson sind inzwischen tot.

- 2007 kauft eine Investmentfirma um den russischen Milliardären Alexander Lebedev das Schlosshotel. Die Château Gütsch Immobilien AG ist eine Tochter von Lebedevs National Reserve Corporation (NRC). Die neuen Besitzer lassen verlauten, das Haus zu einem Designhotel umbauen und 2008 eröffnen zu wollen.

- 2008 wird die Gütschbahn aus Kostengründen stillgelegt. Das Gourmet-Restaurant Petit Palais nimmt seinen Betrieb auf und schliesst 2010 wieder.

- 2010 erteilt die Stadt Luzern Lebedev die Bewilligung für den Ausbau und die Sanierung des Hotels. Das Projekt "Baluardo" der Luzerner Architekten Daniele Marques und Iwan Bühler sieht ein Fünf-Stern-Hotel mit Anbauten und 60 Zimmern vor.

- 2011 öffnet das Restaurant Château Gütsch für neun Monate seine Pforten. Geführt wird es vom Luzerner Art-Deco-Hotel Montana. Die Bauarbeiten am Hotel indes verzögern sich trotz Investitionsversprechungen immer wieder.

- Im März 2013 erhöht der Stadtrat den Druck auf Lebedev. Sie fordert Unterlagen über den Baufortschritt und droht, die Bewilligungen für den Erweiterungsbau und die Bahn zu entziehen.

- Im Juni 2013 genehmigte die Stadt das Baugesuch für eine neue Talstation der Bahn. Die Bauarbeiten verzögern sich.

- Im Oktober 2013 zieht die Stadt die Baubewilligung für den Erweiterungsbau Baluardo zurück. Die Château Gütsch Immobilien AG erklärt, dass sich eine Erweiterung des Hotels wirtschaftlich nicht rechtfertige. Die Renovierung des bestehenden Hauses geht weiter.

- Mitte Mai 2014 einigen sich der Luzerner Stadtrat und die Gütsch-Eigentümerin über die Finanzierung der Sanierung und des Betriebs der Bahn über 25 Jahre. Stimmt auch das Parlament zu, übernimmt die Stadt 1,65 Mio. Franken der Kosten, die Gütsch-Eigentümerin 1,46 Mio. Franken.

- Am 26. Mai 2014 öffnet das Hotel nach einem längeren Umbau seine Türen wieder. Es zählt 27 Zimmer, darunter drei Suiten, eine Bar, ein Restaurant sowie Konferenzräume. Gestaltet wurde das Hotel vom englischen Innendesigner Martin Lawrence Bullard. Die Bauarbeiten an der Gütschbahn sollen im Sommer weitergehen.

sda