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LUZERN: Hundertfach lauert der Unfalltod in den eigenen vier Wänden

In der Schweiz sterben jährlich mehr als 2000 Menschen aufgrund von Freizeit- und Haushaltsunfällen. Allein in der Zentralschweiz verunfallen pro Jahr rund 13 500 Personen im privaten Umfeld – und verursachen Kosten von 43 Millionen Franken.
Thomas Heer
In der Schweiz verunfallen im Haushalt und in der Freizeit fast zehnmal mehr Personen tödlich als im Strassenverkehr (Bild: Symbolbild)

In der Schweiz verunfallen im Haushalt und in der Freizeit fast zehnmal mehr Personen tödlich als im Strassenverkehr (Bild: Symbolbild)

Das Verletzungsrisiko begleitet ihn bei jedem Match, bei jedem Training. Aber die erste ernsthafte Blessur in seiner Karriere zog sich Roger Federer in seinem privaten Umfeld zu. Dann nämlich, als er Anfang letzten Jahres für seine Zwillingstöchter das Badewasser einliess, dabei das Bein verdrehte und sich am Meniskus verletzte. Dieser Vorfall führte Wochen später zum Saisonabbruch, um dann später nach einer sechsmonatigen Zwangspause in einem fulminanten Comeback des Tennisstars zu münden.

Dass ein Haushaltsunfall in einem derartigen Erfolg gipfelt, dürfte die rare Ausnahme sein. Im schlimmsten Fall führen diese Ereignisse nämlich gar zum Tod, wie die Statistik der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) zeigt. Verkehrs- und Sportunfälle nicht mit eingerechnet, verunfallten im Jahr 2014 – laut den aktuellsten Zahlen – schweizweit im Bereich Haus und Freizeit 2010 Personen tödlich. Das sind fast zehnmal so viel wie im Strassenverkehr. Und es werden immer mehr. Das hänge mit dem demografischen Wandel zusammen, wie Marc Bächler, Leiter der BfU-Medienstelle, sagt. Die Zahl der Senioren nehme zu. «Besonders ältere Menschen sind sturzgefährdet, und Stürze sind die häufigste Unfallursache bei Todesfällen im Bereich Haus und Freizeit.» Als zweithäufigste folgen Ersticken und Ertrinken. (Tipps der BfU lesen Sie hier)

Durchschnittliche Kosten: 2800 Franken pro Unfall

Auch die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) wird täglich mit Unglücken im Haus konfrontiert. Allein in der Zentralschweiz kommt es jährlich zu rund 13 500 Unfällen in Haus und Garten. Das verursache bei den Versicherern Kosten in der Höhe von 43 Millionen Franken, wie Samuli Aegerter, Suva-Verantwortlicher des Fachbereichs Unfälle zu Hause, sagt. Pro Ereignis fallen für die Assekuranz im Durchschnitt Kosten in der Höhe von 2800 Franken an. Bei diesem Gesamtaufwand von 43 Millionen Franken handelt es sich aber lediglich um die Kosten für jene Personen, die bei einer Firma angestellt und somit gegen Nichtbetriebsunfall versichert sind. Stürzen und Stolpern ist laut ­Aegerter – analog zum BfU-Befund – die häufigste Unfallursache.

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Hinweis

So können Sie laut Suva Unfällen zu Hause vorbeugen.

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