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LUZERN: Ibach: Opfer und Täter stritten sich

Die Luzerner Polizei hat zwei Männer festgenommen, die mutmasslich den Vorfall im Ibach verursacht haben. Ein 24-Jähriger gibt zu, das Auto gesteuert zu haben, mit eine Person getötet wurde.
Die Polizei sicherte den Unfallort am frühen Sonntagmorgen ab. (Bild: Beat Kälin/newspictures.ch)

Die Polizei sicherte den Unfallort am frühen Sonntagmorgen ab. (Bild: Beat Kälin/newspictures.ch)

Yasmin Kunz

yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch

In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam es an der Reuss­eggstrasse in Luzern, nahe dem Strassenstrich im Ibach, zu einem tragischen Vorfall: Ein Auto fuhr in drei Männer, die Richtung Seetalplatz unterwegs waren. Einer von ihnen starb noch vor Ort, der zweite wurde schwer, der dritte nur leicht verletzt. Die schwerverletzte Person ist noch immer im Spital.

Jetzt ist klar: Bei den zwei Männern, welche die Luzerner Polizei am Sonntagmorgen festgenommen hat, handelt es sich um den Fahrer und den Beifahrer des Wagens. Ein 24-jähriger schweizerisch-kroatischer Doppelbürger ist geständig, das Fahrzeug zum Zeitpunkt des Vorfalls gelenkt zu haben, wie die Luzerner Polizei am Mittwoch mitteilte. Dem Lenker des silbrigen BMWs wurde der Führerausweis abgenommen. Der Beifahrer ist ein 27-jähriger Mann aus Kroatien. Wo die beiden wohnten, gibt die Polizei nicht bekannt. Der Fahrer und der Beifahrer befinden sich zurzeit in Untersuchungshaft. Die Untersuchung führt die Staatsanwaltschaft Luzern.

Autohandel hat nichts mit dem Vorfall zu tun

Fest steht zudem: Der Autofahrer ist nicht der Halter des Wagens. Das erklärt Urs Wigger, Sprecher der Luzerner Polizei, auf Anfrage. Ob die beiden mutmasslichen Verursacher zum Zeitpunkt des Vorfalls alkoholisiert waren, unter Einfluss von Drogen standen oder zu schnell fuhren, ist derzeit noch Gegenstand laufender Ermittlungen. Ebenfalls offen ist, ob es sich bei dem Ereignis um eine absichtliche Tat gehandelt hat oder ob es ein Unfall war. Sicher ist: Die beiden Männer hatten mit den Opfern vorgängig eine tätliche Auseinandersetzung. Worum es dabei ging, wird aktuell untersucht.

Die drei Opfer aus Polen waren im Autohandel tätig, wie unsere Zeitung berichtete (Ausgabe vom Montag). In diesem Zusammenhang wurde über einen möglichen Racheakt spekuliert. Wigger dementiert: «Mit dem Autohandel hat dieser Vorfall nichts zu tun.» Für die Spurensicherung, die entsprechende Auswertung vor Ort und an dem sichergestellten Fahrzeug wurden das Forensische Institut und das Institut für Rechtsmedizin, beide in Zürich, zugezogen. «Diese Auswertungen werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen», sagt Urs Wigger.

Erst seit kurzem in der Schweiz

Die drei polnischen Staatsbürger waren am Sonntag früh um zirka zwei Uhr zu Fuss von der Reuss­eggstrasse Richtung Seetalplatz unterwegs. Sie waren alkoholisiert. Wohin sie wollten, ist unklar. Auf der Höhe der Einfahrt zur ehemaligen Kehrichtver­brennungsanlage wurden sie von einem Wagen angefahren, der, ohne anzuhalten, weiterfuhr. Wenige Stunden nach dem Vorfall stellte die Polizei den Verursacherwagen in einer Agglomerationsgemeinde sicher. Letztlich hätten verschiedene Hinweise zu den mutmasslichen Tätern geführt, sagt Polizeisprecher Urs Wigger. Haben Kameras den entscheidenden Hinweis geliefert? Das verneint Wigger. Die Polen sind erst seit kurzer Zeit in der Schweiz und wohnen bei einem Bekannten in einer Agglomerationsgemeinde.

Die Luzerner Polizei sucht nach wie vor Zeugen, die Angaben zum genauen Hergang machen können. Diese werde ge­beten, sich unter der Nummer 041 248 11 17 zu melden.

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