LUZERN: Illegale Konzerte im Neubad: Betriebsleiter wird gebüsst

Während fast anderthalb Jahren fanden im Untergeschoss des Neubads Veranstaltungen statt – ohne Bewilligung. Jetzt muss der Betreiber 2500 Franken Busse bezahlen und akzeptiert diese kommentarlos.

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Das Neubad. (Bild: PD)

Das Neubad. (Bild: PD)

Raphael Zemp

raphael.zemp@luzernerzeitung.ch

«Tanz im Keller». So hiess eine Veranstaltungsreihe, die von Januar bei Mai dieses Jahres im Untergeschoss des Kulturlokals Neubad stattfand. An zehn Anlässen wurde jeweils ordentlich das Tanzbein geschwungen, im rund 100 Quadratmeter grossen Keller, wo einst die Wasseraufbereitungsgeräte des alten Hallenbads untergebracht waren. Nebst Partys und Konzerten fanden dort aber auch Lesungen und Vorträge statt – bereits seit Februar 2016.
Allerdings: Eine Bewilligung für diese Veranstaltungen lag den Betreibern des Neubads nicht vor. Die Räume genügten zudem nicht den Brandschutzvorschriften. Informiert über das rege Treiben in den Kellerräumen des ehemaligen Hallenbads waren weder die Baubehörde noch die Gebäudeversicherung noch die Gewerbepolizei. Das förderten Recherchen der «Zentralschweiz am Sonntag» zu Tage (Ausgabe vom 9. Juli). Wegen Widerhandlungen gegen das Gastgewerbegesetz hat deshalb die Gewerbepolizei Anfang August Strafanzeige eingereicht.

Co-Betriebsleiter zahlt Busse selbst

Nun hat die Luzerner Staatsanwaltschaft den Verantwortlichen, den Co-Betriebsleiter des Neubads, Dominic Chenaux,zur Rechenschaft gezogen. Er muss eine Busse von 2500 Franken bezahlen. Das Urteil ist rechtskräftig, wie die Staatsanwaltschaft gestern mitteilte. Dazu kommen 500 Franken Untersuchungskosten. Simon Kopp, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft, sagt auf Anfrage: «Der Betreiber hat ohne die nötige Betriebsabnahme und ohne Wirtschaftsbewilligung für die Räume Veranstaltungen durchgeführt.»

Gegenüber unserer Zeitung bezeichnet Dominic Chenaux die Strafe als «gerechtfertigt». Er werde persönlich dafür aufkommen. Damit macht er wahr, was er nach Bekanntwerden der illegalen Partys mehrfach angekündigt hatte: «Bei allfälligen Konsequenzen trage ich die volle Verantwortung.» Zur Höhe der Busse sagt Chenaux bloss: «Dazu habe ich keine Meinung.»
Inzwischen liegen laut Chenaux sämtliche Bewilligungen für den Keller vor, erste Veranstaltungen sind bereits durchgeführt worden. Noch im August veranlasste Markus Hofmann, Leiter Ressort Baugesuche der Stadt Luzern, umgehend ein Durchführungsverbot für sämtliche Veranstaltungen. Die Räumlichkeiten zeigten erheblichen Nachbesserungsbedarf an Lüftung und Brandschutz.
Die Stadt verfügte mit der Bewilligung, dass sich maximal 50 Personen gleichzeitig im Keller aufhalten dürfen. Für grössere Veranstaltungen wäre eine zusätzliche Treppe notwendig, die vom Erdgeschoss in den Keller führt. Die Auflage stellt laut Chenaux «kein Problem» dar.