LUZERN IM JAHR 2022: Luzerner sind für eine sanfte Stadtentwicklung

Die Stadt Luzern soll sich vor allem in den Bereichen Wohnen und Arbeiten weiterentwickeln. Dieses Resultat ergab das Mitwirkungsverfahren zum Bericht «Die Stadt Luzern im Jahr 2022».

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Waldresidenz Gütsch: Eine der Visionen aus dem Bericht «Luzern im Jahr 2022». (Fotomontage pd)

Waldresidenz Gütsch: Eine der Visionen aus dem Bericht «Luzern im Jahr 2022». (Fotomontage pd)

Die Bau- und Zonenordnung (BZO) der Stadt Luzern aus dem Jahr 1994 wird in den nächsten zwei Jahren überarbeitet. Die Stadt Luzern hat dies zum Anlass genommen, sich grundsätzlich über die Stadtentwicklung Gedanken zu machen. In einem breiten Mitwirkungsverfahren konnten die Luzerner sowie Verbände, Parteien und Institutionen im Herbst 2007 zu drei Szenarien und Zukunftsbildern Stellung nehmen. Die Ausstellungen im Stadthaus, in der Stadtbibliothek und im Historischen Museum sowie die elf Mitwirkungsveranstaltungen hatten ein gutes Echo. Es gab drei öffentliche Veranstaltungen in Luzern, eine in Littau, sowie weitere Veranstaltungen mit Nachbargemeinden und verschiedenen Interessengruppen. Insgesamt wohnten rund 400 Personen den Veranstaltungen bei.

225 Stellungnahmen
Nach Abschluss der zweieinhalbmonatigen Mitwirkung sind 225 Stellungnahmen eingegangen. Der Stadtrat zieht ein positives Fazit. Die Zukunftsbilder machten betroffen und lösten entsprechende Reaktionen aus. Viele Luzerner haben Freude an ihrer Stadt und identifizieren sich stark mit ihr. Die Bewahrung der bestehenden Qualitäten steht deshalb im Vordergrund. So sollen die grünen Kuppen nicht überbaut und das Seeufer – so wie es heute ist – erhalten bleiben. Trotzdem ist ein Wunsch und auch ein Druck nach Veränderung vorhanden. Eine einseitige Ausrichtung wird aber nicht gewünscht.

Luzern soll weiterhin sowohl Wohn-, Tourismus-, als auch Grossstadt sein. Wichtig ist, dass Voraussetzungen geschaffen werden, um das unterdurchschnittliche Wirtschaftswachstum zu verbessern. Handlungsbedarf zeichnet sich vor allem beim Verkehr sowie beim Wohn- und Arbeitsplatzangebot ab. Gefordert werden auch gezielte Stossrichtungen zur Stärkung der Stadt und der Stadtregion im schweizerischen Städtesystem. Luzern soll das regionale Zentrum der Zentralschweiz bleiben. Zudem soll das touristische Angebot besser mit jenem der Zentralschweiz vernetzt werden.

Die Mitwirkung zeigt, dass die Bau- und Zonenordnung der Stadt nur teilweise revidiert werden muss. Eine Gesamtrevision ist nicht angezeigt, da das Veränderungspotenzial und der Veränderungsdruck in einigen Gebieten kaum vorhanden ist. Zudem gibt es nur wenige grosse Entwicklungspotenziale innerhalb der Stadtgrenzen. Es gilt deshalb, Schlüsselareale projektbezogen zu bearbeiten und zu beplanen.

Regionale Zusammenarbeit
Für die Mitwirkenden befinden sich die grossen Entwicklungsgebiete im Norden und Süden der Stadtregion. Die regionale Zusammenarbeit ist denn auch eine zentrale Forderung. Dazu sollen im Rahmen der weiteren Arbeiten Schlüsselareale im Grenzbereich zu den Nachbarn definiert werden, die gemeinsam beplant werden müssen.

Neben den eigentlichen Aufgaben und Inhalten der Bau- und Zonenordnung wurden im Rahmen der Mitwirkung auch viele weitere Themen wie beispielsweise Ökologie, Umwelt, Kultur, Steuern, Bildung, Soziales oder Sport angesprochen. Diese Themen werden in den weiteren Arbeitsschritten weiterverfolgt. Dabei gilt es insbesondere, die Inhalte auf die städtische Gesamtplanung abzustimmen und den nötigen Handlungsbedarf aufzuzeigen, damit die Stadtentwicklung auch in Zukunft den Geboten der Nachhaltigkeit entspricht.

Das weitere Vorgehen
Gestützt auf die Rückmeldungen wird nun ein Raumentwicklungskonzept erarbeitet. In ihm werden die erwünschte Entwicklung unseres Lebensraumes weiter konkretisiert und ein Aktionsprogramm für die Umsetzung erarbeitet. Das Konzept wird voraussichtlich im Mai und Juni 2008 wieder in eine öffentliche Vernehmlassung gehen. Es wird die Grundlage für eine zielgerichtete Überarbeitung der Gesamtplanung und der Bau- und Zonenordnung sein, wie die Stadt Luzern mitteilt.

scd