Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LUZERN: Immer mehr Notfalleinsätze

17 Prozent mehr Einsätze innert vier Jahren: Die Rettungskräfte des Kantonsspitals rücken jeden Tag 38 Mal aus – immer öfter geht es dabei um Leben und Tod.
Blick in ein Ambulanzfahrzeug des Luzerner Kantonsspitals mit den Rettungssanitätern Thomas Brunner (links) und Michael Hediger (Symbolbild). (Bild Corinne Glanzmann)

Blick in ein Ambulanzfahrzeug des Luzerner Kantonsspitals mit den Rettungssanitätern Thomas Brunner (links) und Michael Hediger (Symbolbild). (Bild Corinne Glanzmann)

Niels Jost

Mit Blaulicht und Sirene fahren sie zu ihren Einsätzen: die Rettungskräfte des Luzerner Kantonsspitals (Luks). An den drei Standorten – in Luzern, Sursee und Wolhusen – stehen ihnen insgesamt elf Rettungswagen zur Verfügung. Mehr als hundert Sanitäter und Notärzte tragen die rot-gelbe Signalkleidung und sind das ganze Jahr während 24 Stunden pro Tag einsatzbereit.

Nun zeigt sich: Immer öfter werden sie zu einem Einsatz gerufen. Dies belegen die neusten Zahlen des Gesundheitsberichts 2015 der Luzerner Regierung. Fuhren die Rettungssanitäter und Notärzte aller drei Standorte im Jahr 2010 knapp 12 000 Einsätze, waren es letztes Jahr bereits 14 000 – eine Zunahme von gut 17 Prozent (siehe Grafik). Im Schnitt stehen die Rettungskräfte des Luks somit gut 38 Mal pro Tag im Einsatz. Allein die Teams des Standorts Luzern kamen auf über 10 200 Einsätze. Auch die neusten Zahlen des aktuellen Jahres deuten auf eine Fortsetzung dieses Trends hin: «Im ersten halben Jahr 2015 verzeichneten wir über das ganze Luks gesehen bereits rund 6850 Einsätze», sagt Kantonsspital-Sprecherin Ramona Helfenberger auf Anfrage. 80 Prozent aller Fahrten seien Rettungsdiensteinsätze, der Rest Krankentransporte.

50 Prozent mehr dringliche Fälle

Markant zugenommen haben insbesondere jene Einsätze, bei denen Personen an Leib und Leben bedroht sind. Zu dieser sogenannten Dringlichkeitsstufe 1 wurden die Rettungskräfte des Luks letztes Jahr insgesamt 2273 Mal gerufen – das ist über das ganze Jahr gerechnet 6,2 Mal täglich. Und das sind fast 50 Prozent mehr als noch vier Jahre zuvor: 2010 gab es 1520 solcher Einsätze, also 4,1 pro Tag.

Keine detaillierten Zahlen erhebt das Kantonsspital zur Art der Einsätze, zu denen die Rettungskräfte gerufen werden. Hierzu ist ein Blick in die Verkehrsstatistik aufschlussreich: Die Unfälle auf den hiesigen Strassen nahmen in den letzten vier Jahren kontinuierlich ab. Ebenso waren weniger Verletzte zu verzeichnen: Letztes Jahr kam es zu 1206 schwereren Verkehrsunfällen mit (Schwer-)Verletzten und Todesopfern. Vier Jahre vorher gab es 127 Fälle mehr. Unfälle im Strassenverkehr scheiden also als Grund für die vielen zusätzlichen Rettungseinsätze aus.

Notarzt neu 24 Stunden bereit

Laut Regierungsrat sei die Zunahme der dringlichen Einsätze primär auf die Einführung des Notarzt-Einsatzfahrzeuges am Standort Luzern zurückzuführen. In der Regel sei es ausreichend, wenn Rettungssanitäter ohne einen Notarzt zum Einsatzort fahren. Neu stehe der Notarzt dank des Fahrzeuges rund um die Uhr zur Verfügung. Dieses wurde allerdings bereits im Februar 2009 eingeführt, was den Sprung bei den Jahren 2009/10 erklärt, sagt Ramona Helfenberger. Im Jahr 2010 gab es total 1520 Einsätze der Dringlichkeitsstufe 1, 239 mehr als im Vorjahr. «Das Fahrzeug wurde für den ganzen Kanton in Betrieb genommen. Damit wurde es möglich, den Notarzt flexibel an den Einsatzort zu bringen und bei Bedarf direkt an weitere Ereignisse zu fahren.»

Durch diese erhöhte Mobilität rückt der Rettungsdienst häufiger zu Patienten aus, die auch der Hausarzt im Notfalldienst behandeln könnte. «In den letzten Jahren verzeichneten wir immer weniger Hausbesuche», sagt Ueli Zihlmann, Geschäftsführer der Ärztegesellschaft des Kantons Luzern. Genaue Zahlen werden indes nicht erhoben. Ein Einsatz eines Krankenwagens schlage allerdings auf die Kosten: «Ein Hausbesuch eines Hausarztes ist bedeutend günstiger», so Zihlmann.

Grund: Mehr ältere Menschen

Das Luzerner Kantonsspital nennt für den auffälligen Anstieg der Anzahl Rettungseinsätzen drei Hauptgründe:

  • Bevölkerungswachstum: Die Luzerner Bevölkerung wuchs von 2010 bis 2014 um 17 000 Einwohner. Das sind 4,5 Prozent mehr potenzielle Patienten innert vier Jahren. Entsprechend kommt es bei mehr Personen häufiger zu einem medizinischen Notfall.Setzt man diese Prozentzahl allerdings ins Verhältnis zur Zunahme der Einsätze von 17 Prozent, müssen noch mehr Gründe dafür ausschlaggebend sein.
  • Alterung: Die Luzerner werden immer älter. Damit steigen auch die medizinischen Bedürfnisse. Wie hoch der Anteil älterer Patienten ist, erhebt das Luks nicht.
  • Medizinisches Bewusstsein:Im Weiteren ist die Bevölkerung immer stärker sensibilisiert gegenüber medizinischen Themen. Stellt jemand zum Beispiel schwere Atemnot und ein Stechen in der Brust fest, weiss heutzutage auch ein Laie, dass es sich um einen Herzinfarkt handeln könnte – und wählt entsprechend die Notrufnummer 144 (siehe Kasten). Im Vergleich zu früher ist es heute auch möglich, solche Patienten mit dem Krankenwagen zu erreichen und notfallmässig zu behandeln.

Fehlalarme seien sehr selten, so Ramona Helfenberger. «Wer den Sanitätsnotruf wählt, empfindet seine Situation als Notfall. Es ist Aufgabe des Disponenten in der Notrufzentrale, festzustellen, ob es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelt.»

Genügen die Kapazitäten?

Als Folge der Zunahme von Rettungseinsätzen stehen an den Standorten Sursee und Wolhusen unter der Woche tagsüber kontinuierlich drei anstelle von zwei Rettungsteams zur Verfügung, schreibt die Regierung im Gesundheitsbericht. Auch in Luzern ist ein neues Zweierteam hinzugekommen, das samstags während des Tages arbeitet. Diese zusätzlichen Teams wurden zwischen 2012 und 2013 eingeführt. Vorher wurden diese Einsätze entweder vom Standort Luzern aus oder von anderen, auch überkantonalen Rettungsdiensten durchgeführt. Zusätzlich seien die bestehenden Teams stärker ausgelastet, sagt Luks-Sprecherin Helfenberger.

Ob in Zukunft sogar die Kapazitäten beim Personal und bei der Ausrüstung ausgebaut werden müssen, muss das Luks noch prüfen. Helfenberger: «Zu den Details können wir uns zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äussern.»

Krankenwageneinsa¨tze

Krankenwageneinsa¨tze

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.