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LUZERN: Immer mehr wollen Seklehrer werden

Der Studiengang für Seklehrer boomt besonders stark – obwohl das Angebot auf dem Arbeitsmarkt derzeit mager ist. Was bedeutet das für die Zukunft?
Yasmin Kunz
Der Wunsch-Bildungsweg für viele führt zur Sekundarlehrer-Ausbildung. Doch freie Stellen sind rar. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der Wunsch-Bildungsweg für viele führt zur Sekundarlehrer-Ausbildung. Doch freie Stellen sind rar. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Yasmin Kunz

An vielen Schulen im Kanton Luzern ist das derzeit Realität: Klassen auf der Sekundarstufe werden geschlossen. Grund dafür sind die geburtenschwachen Jahrgänge, die nun die Oberstufe erreicht haben. Aufgrund der sinkenden Schülerzahlen gibt es auch weniger Sekundarlehrerjobs. Bereits Ende April hatte der Kanton Luzern nur noch vier vakante Stellen auf der Sekundarstufe (Ausgabe vom 29. April).

Trotz mangelnder Seklehrerstellen haben sich dieses Jahr so viele Studenten wie noch nie für ein Studium zum Sekundarlehrer an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Luzern eingeschrieben. Waren es letztes Jahr noch 92 Studenten, die das viereinhalbjährige Studium in Angriff nahmen, sind dieses Jahr 118 Anmeldungen eingegangen (siehe Tabelle). Generell nehmen die Zahlen der Studenten an der PH zu. Starteten letztes Jahr 422 Neulinge die Lehrerausbildung, sind es heuer 467.

Vorteil Akademiker

Den kontinuierlich steigenden Zahlen nach zu urteilen, scheint der Lehrerberuf noch immer attraktiv zu sein. Gründe für den Ansturm auf die Lehrerausbildung kennt Michael Zutavern, Prorektor der PH ­Luzern: «In diesem ­Beruf übernimmt man eine Tätigkeit mit gesellschaftlicher Verantwortung für die nachfolgenden Generationen.» Hinzu käme auch, dass der Lehrerberuf in die akademischen Reihen aufgenommen worden sei. «Man schliesst heute mit einem Bachelor oder Master ab und kann in der ganzen Schweiz und auch im Ausland Stellen antreten.» In den Jahren zwischen 2005 und 2012 haben die schweizweiten Schülerzahlen auf der Sekundarstufe um 15 000 Schüler – das entspricht 6 Prozent – abgenommen. Die Prognosen bis 2016 sehen nicht besser aus. Gemäss Bundesamt für Statistik wird eine weitere Abnahme von rund 5 Prozent erwartet. Aktuell besuchen im Kanton Luzern knapp 10 000 Jugendliche die drei letzten obligatorischen Schuljahre. Vor zehn Jahren waren es noch rund 12 200. Diese Entwicklung erklärt auch die ­derzeit wenigen Sekundarlehrerstellen. Zählte man vor zehn Jahren 1800 Arbeitsverhältnisse, sind es heute noch 1400.

Ab 2017 gibt es mehr Schüler

PH-Prorektor Michael Zutavern beurteilt die Situation auf dem Arbeitsmarkt nicht als gravierend. Er sagt: «Die Stellenaussichten sind für alle Stufen nach wie vor gut. Viele Lehrer gehen in den nächsten Jahren in Pension, und die Schülerzahlen steigen wieder an.» Der Schüleranstieg werde laut Zutavern auf das Jahr 2018/19 erwartet und betreffe die ganze Zentralschweiz.

Auch das Bundesamt für Statistik kommt zum Schluss, dass ab 2017 die Schülerbestände landesweit wieder wachsen werden – und zwar um bis zu 7 Prozent respektive um rund 17 000 Schüler.

Wenig Quereinsteiger in Luzern

Seit 2012/13 können sich auch Quereinsteiger an der PH Luzern zum Lehrer ausbilden lassen. Der Studiengang hat sich bewährt, ist aber nicht ausschlaggebend für die steigenden Zahlen. Von den 118 Personen, die im Herbst das Seklehrerstudium beginnen, sind 8 Quereinsteiger angemeldet. Ein Jahr zuvor waren es auf 92 Studenten 11 Quereinsteiger. Für alle Studenten, insgesamt waren es letztes Jahr 1889, muss ein Praktikumsplatz in einer ­Schulklasse organisiert werden. Bei den zunehmenden Anmeldungen wird auch die Nachfrage nach Praxislehrern grösser.

Auf der Sekundarstufe haben laut Zutavern 1100 Lehrer ihre Bereitschaft bekundet, die Ausbildung der Studenten zu übernehmen. Das sind 300 mehr, als die PH in Anspruch nehmen muss. Um die praktischen Ausbildungsplätze auf der Sekundarstufe muss sich der Prorektor also keine Sorgen machen. «Etwas schwieriger ist es im Bereich Kindergarten/Unterstufe und auf der Primarstufe», sagt Zutavern. Insgesamt beginnen im Herbst 349 Studenten einen dieser beiden dreijährigen Studiengänge. Da kommt es vor, so Zutavern, «dass in Ausnahmefällen drei statt zwei Studenten zur gleichen Praxislehrperson gehen».

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