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LUZERN: In der Zivilschutzanlage Utenberg sollen Asylbewerber einziehen

Ab Juli dient die Zivilschutzanlage Utenberg neu als Asylunterkunft. Gestern Abend wurden die Anwohner informiert. So mancher fühlte sich von den Plänen überrumpelt.
Die Luzerner Schul- und Sportanlage Utenberg (Bild: Maximilian Bachmann)

Die Luzerner Schul- und Sportanlage Utenberg (Bild: Maximilian Bachmann)

Die Zivilschutzanlage Eichhof in Luzern ist seit Februar 2015 eine Asylunterkunft. Die Behörden suchen seit Monaten nach einer Anschlusslösung, mussten aber die Schliessung mangels Alternativen zweimal verschieben (wir berichteten).

Und nun geht es Schlag auf Schlag: Vorgestern wurde bekannt, dass die Zivilschutzanlage Utenberg als Anschlusslösung dienen soll. Die Anwohner wurden darüber brieflich informiert und kurzfristig zu einem Informationsabend eingeladen. Dieser fand gestern im Schulhaus Utenberg statt. Gegen hundert Personen folgten der Einladung von Martin Merki, Sozialdirektor von Luzern, sowie Silvia Bolliger, interimistische Asylkoordinatorin des Kantons.

Anlage für bis zu 100 Personen

Die Unterkunft soll ab Anfang Juli Platz für bis zu 100 Personen bieten, erklärte Bolliger. Der Eingang zur Zivilschutzanlage befindet sich unmittelbar neben dem Schulhaus Utenberg. Wenige hundert Meter weiter liegt die Kinder- und Jugendsiedlung Utenberg. Wie in anderen vergleichbaren Anlagen sollen auch im Utenberg alleinstehende Männer einziehen, vorwiegend Afghanen, Syrer und Eritreer. Man werde die Anlage höchstens zwei Jahre betreiben. «Der Kanton hält seine Versprechen», betonte Bolliger.

Martin Merki erklärte, dass die Anlage Utenberg auf dem ganzen Stadtgebiet praktisch die einzige sei, wo eine «humane» Asylunterkunft möglich sei. Laut Bolliger wird der Kanton für rund 160 000 Franken Umbaumassnahmen vornehmen. Unter anderem soll beim Eingang ein Tageslicht-Container aufgestellt werden. Von 22 Uhr bis 7 Uhr gilt eine Ausgangssperre.

Informationspolitik unter Beschuss

Die Atmosphäre in der Aula Utenberg war angespannt. Von mehreren Anwesenden wurde kritisiert, dass die Einladung zum Informationsabend zu kurzfristig erfolgt sei. Ein Anwohner beklagte, dass er erst auf Umwegen vom Anlass erfahren habe. Bolliger erklärte darauf, man habe sich bewusst für diesen Zeitplan entschieden, weil man zuerst die Anwohner habe informieren wollen, bevor die Presse davon Wind bekomme. Sie bedauerte, dass der Brief dennoch unserer Zeitung zugespielt worden sei.

Die Diskussionen kreisten auch mehrfach um die Errichtung der Asylunterkunft inmitten von Schulen, Sportplätzen und anderen Institutionen für Kinder. Bolliger meinte dazu, man werde die entsprechenden Areale zu sensiblen Zonen erklären, wo sich die Asylsuchenden nicht aufhalten dürfen. Die Zivilschutzanlage in Beromünster, wo heute 80 männliche Asylsuchende untergebracht sind, befinde sich ebenfalls auf einem Schulareal, erklärte Bolliger: «Es gibt dort keine Probleme.»

Auch Uwe Volkwein, der Leiter des Oberstufenzentrums Utenberg, meldete sich zu Wort. «Die Asylsuchenden sind da und brauchen Platz», erklärte er. Er bedauere allerdings, dass man den Eltern die konkrete Ausgestaltung der sensiblen Zonen noch nicht präsentieren könne. Martin Merki versicherte, man arbeite daran.

Dieser offene Punkt sowie die bisherige Informationspolitik der Behörden sorgten bei einigen Anwesenden für Unsicherheit und Unmut. «Seien Sie sich klar, dass sich nun mehrere hundert Eltern Sorgen machen», meinte ein Herr. Es gab auch Besucher, welche die «Angstmacherei» im Saal beklagten und «Verständnis für die Situation» äusserten. In einer Begleitgruppe aus Vertretern von Kanton, Stadt, Polizei, Anwohnerschaft und Interessengruppen sollen die offenen Punkte nun aufgenommen und gelöst werden.

simon bordier

Der Eingang zur Zivilschutzanlage an der Einmündung Adligenswilerstrasse/Utenbergstrasse. (Bild: Maximilian Bachmann)

Der Eingang zur Zivilschutzanlage an der Einmündung Adligenswilerstrasse/Utenbergstrasse. (Bild: Maximilian Bachmann)

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