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LUZERN: In nur fünf Minuten war der Konzertsaal im KKL leer

Rettungskräfte probten am Mittwoch den Notfall: Im Rahmen einer grossen Evakuationsübung retteten sie eine grosse Menschenmenge aus dem KKL Luzern. 1600 Schüler waren als Statisten im Einsatz.
Rund 1600 Schüler werden aus dem KKL evakuiert. (Bild: Stefanie Nopper)

Rund 1600 Schüler werden aus dem KKL evakuiert. (Bild: Stefanie Nopper)

Evakuiert wurde am Mittwoch nicht nur die Mall of Switzerland in Ebikon, sondern auch das KKL, allerdings zu Testzwecken.

Es ist kurz nach 13 Uhr, die Übung ist gerade angelaufen. Beteiligt: Rund 1600 Schüler der Kantonsschule Alpenquai. Diese haben sich am Morgen zusammen mit dem Luzerner Sinfonieorchester auf ein Konzert am Abend vorbereitet. Was genau sich nach der Probe im Innern des Konzertgebäudes abspielt, das bleibt für den Reporter ungewiss: «Medienschaffende sind nicht zugelassen», erklärt ein Sicherheitsmitarbeiter am Bühneneingang. Abgesehen von ein paar Leuchtwesten, die man durch die Fensterfront erspähen kann, deutet denn auch nichts auf die Evakuation hin: Keine Durchsage, kein Sirenengeheul, keine Hektik.

Wenige Minuten später ist der Höhepunkt der Übung für Aussenstehende bereits erreicht: Über die Notfalltreppen im hinteren Bereich des KKL ergiesst sich der Schülerstrom, angeführt von ebendiesen gelben Leuchtwesten, über den Vorplatz bis hin zum Inseli. Dort wird die Schülermasse immer dichter. Während einige gelangweilt und mit verschränkten Armen im Kies scharren, kichern und johlen andere ohne Unterlass. «Und dann hiess es plötzlich: jetzt wird eine Evakuationsübung durchgeführt, Feueralarm», schildert die 16-jährige Carla Rindlisbacher aus Horw, was im Innern des KKL vorgefallen ist. Lifte dürften keine benutzt werden, man solle die Sachen in der Garderobe lassen, so die Instruktion, die auf Deutsch und Englisch erfolgt sei.

Bis der Konzertsaal des KKL Luzern evakuiert und sämtliche Kontrollen durchgeführt waren, hat es bloss fünf Minuten gedauert. Das bestätigt Jürg Schär, Leiter Gebäude und Sicherheit KKL Luzern. «Das ist ein sehr guter Wert.» Schär spricht von einem Erfolg. Eine Evakuation in diesem Umfang ist im KKL zum ersten Mal durchführt worden. Die Kantischüler, die fast den gesamten Saal füllten, hätten eine ideale Ausgangslage geboten, so Schär. «Mit einer zahlenden Konzertgesellschaft wäre das nicht möglich gewesen.» Geübt wurde das Vorgehen im Falle eines Brandes im KKL-Foyer, im Ein- und Ausgangsbereich des Konzerthauses – «ein realistisches Szenario», so Schär.

Auf dem Inseli hat sich derweil schon nach kurzer Zeit eine kleine Menschentraube um den gwundrigen Reporter gebildet. Was man denn von dieser Evakuation halte? Die Runde quittiert die Frage mit Schweigen und Schulterzucken, bis schliesslich jemand aus der zweiten Reihe meint: «Es esch no loschtig» – und dafür einige Lacher einstreicht. Danach wird die Stimmung wieder ernster. Maxi Arnold etwa versteht das Interesse an dieser Übung nicht wirklich. «Schreiben Sie doch gescheiter über die Sparmassnahmen im Bildungswesen», mahnt der 16-jährige Kanti­schüler aus Meggen. Noch bevor man auf diesen Vorwurf hätte reagieren können, zieht die Schülerschar schon wieder von dannen, strömt zurück in den KKL-Bauch, um Taschen und Jacken zu holen und danach einige freie Nachmittagsstunden zu geniessen – bevor die abendlichen Konzertvorbereitungen beginnen.

An der Übung teilgenommen hat auch die Feuerwehr mit einem 10-Mann-Aufgebot. Angekündigt war auch die Polizei. Diese erschien hingegen nicht, ihr Einsatz war andernorts akuter gefragt, etwa in Ebikon (Artikel vom 14. März).

Rapahel Zemp

raphael.zemp@luzernerzeitung.ch

Die Schüler versammeln sich auf dem Inseli. (Bild: Stefanie Nopper)

Die Schüler versammeln sich auf dem Inseli. (Bild: Stefanie Nopper)

Vor Ort ist auch ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr. (Bild: Stefanie Nopper)

Vor Ort ist auch ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr. (Bild: Stefanie Nopper)

Nach wenigen Minuten sind die Schüler ins KKL zurückgekehrt. (Bild: Stefanie Nopper)

Nach wenigen Minuten sind die Schüler ins KKL zurückgekehrt. (Bild: Stefanie Nopper)

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