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LUZERN: Inseli-Cars: Stadt unter Druck

Wo kommen die Carparkplätze hin, wenn die Salle Modulable auf dem Inseli gebaut wird? Die Stadt arbeitet an einem Projekt. Die Zeit drängt – Carunternehmen pochen auf eine Lösung.
Guy Studer
Möglicher Standort des Salle Modulable: Das Inseli (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Möglicher Standort des Salle Modulable: Das Inseli (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Guy Studer

Geht es nach den Initianten der Salle Modulable, kommt der Carparkplatz Inseli hinter dem KKL Luzern weg. Dieser soll teils für den Bau des neuen Musiktheaters genutzt sowie zur Grünfläche aufgewertet werden (Ausgabe von gestern). Betrachtet man die Situation mit den Cars in der Stadt, stellt sich damit ein grosses Fragezeichen: Bereits heute wissen während der Hochsaison Carfahrer kaum, wo sie noch anhalten oder parkieren können. Zudem sind die vielen Cars der Stadtbevölkerung bereits seit längerem ein Dorn im Auge. Was also gedenkt die Stadt zu tun?

Konzept soll Carproblem lösen

Eine Anfrage bei den zuständigen Stellen zeigt, dass bereits ein Projekt aufgegleist ist, um Alternativen zu finden: das sogenannte Gesamtkonzept Carparkierung. Die Begleitgruppe sei im März erstmals zusammengekommen, sagt Daniel Rudin, Bereichsleiter Mobilität beim städtischen Tiefbauamt. Darin sind nebst der Stadt auch Quartiervereine und die City-Vereinigung vertreten. Später gibts Workshops mit einem grösseren Kreis Betroffener. Ziel sei, «im Rahmen der Mobilitätsstrategie den Carverkehr einzudämmen, ohne den Tourismus einzuschränken», so die Vorgabe. Dazu gehören auch alternative Lösungen für das Ein- und Aussteigen und Parkieren der Cars. Resultate sollen im Herbst vorliegen. Deshalb sei es noch viel zu früh, um konkrete Lösungen aufzuzeigen. Zu möglichen Optionen gehören auch freie Flächen wie etwa auf der Allmend oder auch das Projekt eines Parkhauses im Musegghügel. Die Erstellung des Konzepts kostet laut Rudin 100 000 Franken.

Die Idee für das Konzept freilich ist nicht neu. «Das Anliegen, für die steigende Anzahl Cars in Luzern eine ganzheitliche Lösung zu finden, weil man an Limiten stösst, ist viel älter als die Diskussion um die Salle Modulable», erklärt Mario Lütolf, Leiter der Dienststelle Stadtraum und Veranstaltungen. «Die neue Situation auf dem Inseli verleiht dem Projekt aber zusätzlich Schub.»

2200 Cars in Spitzenzeiten

Denn Fakt ist: Der Inseli-Carparkplatz ist heute der grösste von sechs in der Stadt. Er bietet 26 gebührenpflichtige Parkplätze und 6 Halteplätze zum Ein- und Ausladen von Fahrgästen. Im Rahmen des neuen Konzepts wurden Erhebungen während einer Hochsaisonwoche im letzten Juli durchgeführt. Dabei wurden rund 2200 Bewegungen von Cars und Kleinbussen erfasst. Täglich gabs zwischen 7 und 19 Uhr im Schnitt rund 160 Zu- und Wegfahrten. «Von zwei Dritteln aller Cars wird der Parkplatz Inseli zur Zwischenparkierung genutzt», sagt Lütolf. Diese Cars seien nicht an diesen Standort gebunden «und könnten, sofern ein entsprechendes Angebot vorhanden ist, auch andernorts zwischenparkieren». Die fünf weiteren Carparkplätze befinden sich an Kasernen- platz (5 Plätze), Löwenplatz (8), Alpenquai/Landenberg­strasse (20), Lido (3) und Brüel­moos (10).

Platz im Lido

Lütolf lässt zudem durchblicken, dass auch bestehende Parkplätze in die Überlegungen mit einbezogen werden. So sind in der Stadt Luzern die meisten Carparkplätze räumlich klar begrenzt. Beim Lido aber befindet sich der Carparkplatz Brüelmoos mit 10 Parkplätzen (zwischen Tennisclub und Seeburgstrasse). Dieser ist gemäss Behörden «erweiterbar». Lütolf: «Es ist dort allenfalls etwas zusätzlicher Platz vorhanden. Diese und alle weiteren Optionen werden im Rahmen der Konzeptarbeiten analysiert.»»

Bei Luzerner Carunternehmen setzt man grosse Hoffnungen in das Konzept der Stadt. Marco Gössi, Inhaber des gleichnamigen Carreiseunternehmens, wird als Vertreter seiner Branche an den Workshops mit der Stadt teilnehmen. Er sagt: «Der Inseli-Parkplatz ist für die ganze Branche der zentrale Ladeort in Luzern schlechthin.» Aufgrund der zentralen Lage beim Bahnhof sei er, gerade für die Zentralschweizer Kundschaft, sehr wichtig. Diese würde oft mit dem Zug anreisen, um dann auf den Car umzusteigen. «Die Aufhebung wäre sehr einschneidend.» Deshalb sei zu hoffen, dass ein Ersatz beim Bahnhof oder an zentraler Lage gefunden werde.

«Stadt soll vorwärtsmachen»

Dies fordert auch Brigitte Heggli, Geschäftsführerin von Heggli Reisen. «Der Inseli-Parkplatz ist für uns wichtig. Es ist der einzige, den wir noch in der Stadt haben, wo wir Leute ein- und aussteigen lassen können.» Gleichzeitig sei man damit nicht wirklich glücklich, so wegen der Määs im Herbst, während der der Platz gut zwei Wochen gesperrt sei. Sie hofft deshalb, «dass die Stadt nun vorwärtsmacht bei der Suche nach neuen Lösungen».

Ein Parkhaus im Musegghügel etwa sähe Heggli als zusätzliche grosse Chance. «Es wäre nah bei der Altstadt und bei der Autobahneinfahrt. Dort könnte man auch einen anständigen Preis verlangen.» Parkgebühren sieht Heggli jedenfalls nicht als grosses Hindernis. «In Italien bezahlen wir je nach Stadt bis zu 200 Euro, nur um in eine Innenstadt hineinzufahren.» Das Parkieren könne ebenfalls über 100 Euro pro Tag kosten. Dieser Trend zu höheren Gebühren nehme international zu, «da kommen wir in der Schweiz noch gut weg».

Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Klassische Opernanordnung mit Orchestergraben. (Bild: Visualisierung PD)Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Klassische Opernanordnung mit Orchestergraben. (Bild: Visualisierung PD)
Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Alternative Inszenierung mit Akteuren in Fensteröffnungen in der Wand.Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Alternative Inszenierung mit Akteuren in Fensteröffnungen in der Wand.
Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Klassische Theateranordnung. (Bild: Visualisierung PD)Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Klassische Theateranordnung. (Bild: Visualisierung PD)
Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Offene Flachbodenanordnung mit mehreren Bühnen. (Bild: Visualisierung PD)Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Offene Flachbodenanordnung mit mehreren Bühnen. (Bild: Visualisierung PD)
Mögliche Innenansicht der kleinen Bühne im neuen Theater Luzern. (Bild: Visualisierung PD)Mögliche Innenansicht der kleinen Bühne im neuen Theater Luzern. (Bild: Visualisierung PD)
Mögliche Innenansicht Studio im neuen Theater Luzern (Bild: Visualisierung PD)Mögliche Innenansicht Studio im neuen Theater Luzern (Bild: Visualisierung PD)
Volumenstudie am Standort Inseli (Bild: Visualisierung PD)Volumenstudie am Standort Inseli (Bild: Visualisierung PD)
Salle Modulable am Standort Inseli (Bild: Fotomontage PD)Salle Modulable am Standort Inseli (Bild: Fotomontage PD)
Die Salle Modulable soll aufs Inseli kommen. (Bild: Visualisierung PD)Die Salle Modulable soll aufs Inseli kommen. (Bild: Visualisierung PD)
Salle Modulable am Standort Inseli bei Nacht mit Aussenprojektion (Bild: Visualisierung PD)Salle Modulable am Standort Inseli bei Nacht mit Aussenprojektion (Bild: Visualisierung PD)
Modell grosse Bühne: offene Flachbodenanordnung. (Bild: Visualisierung PD)Modell grosse Bühne: offene Flachbodenanordnung. (Bild: Visualisierung PD)
Modell grosse Bühne: Flachbodenanordnung mit kreativer Nutzung von Balkonen und Wandfenstern. (Bild: Visualisierung PD)Modell grosse Bühne: Flachbodenanordnung mit kreativer Nutzung von Balkonen und Wandfenstern. (Bild: Visualisierung PD)
Modell grosse Bühne: Bühnenperspektive. (Bild: Visualisierung PD)Modell grosse Bühne: Bühnenperspektive. (Bild: Visualisierung PD)
Modell grosse Bühne: Publikumsperspektive. (Bild: Visualisierung PD)Modell grosse Bühne: Publikumsperspektive. (Bild: Visualisierung PD)
Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Salle Modulable, Reto Wyss, Regierungspräsident und Kulturdirektor des Kantons Luzern, Ursula Stämmer-Horst, Kulturdirektorin der Stadt Luzern und Regula Huber, Kommunikationsbeauftragte Kulturdepartement des Kanton Luzern (von links) informierten am 5. April über das Projekt Salle Modulable. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Salle Modulable, Reto Wyss, Regierungspräsident und Kulturdirektor des Kantons Luzern, Ursula Stämmer-Horst, Kulturdirektorin der Stadt Luzern und Regula Huber, Kommunikationsbeauftragte Kulturdepartement des Kanton Luzern (von links) informierten am 5. April über das Projekt Salle Modulable. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
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Visualisierungen der Salle Modulable

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