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LUZERN: Investoren aus den Golfstaaten retten Beachvolleyball-Turnier

Das internationale Beachvolleyball-Turnier von Luzern scheint gerettet. Investoren aus dem Mittleren Osten haben zugesichert, rund 1,5 Millionen Franken in die für die Organisation zuständige Aktiengesellschaft einzuschiessen.
Thomas Heer
Gerettet: Das Beachvolleyball-Turnier beim Luzerner Lido kann diesen Mai stattfinden. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 17. Mai 2015))

Gerettet: Das Beachvolleyball-Turnier beim Luzerner Lido kann diesen Mai stattfinden. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 17. Mai 2015))

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Ruth Linder blickt auf hektische und arbeitsintensive Wochen ­zurück. Die Bankfachfrau musste als Partnerin der Winterthurer Swiss Wealth Consulting AG nicht nur ihrem Kerngeschäft nachgehen, sondern machte sich nebenher, in ihrer Freizeit also, noch auf die Suche nach Investoren für die Beach Sports Lucerne AG. In dieser Gesellschaft bekleidet Linder als Verwaltungsratspräsidentin das höchste Amt. Und dieser Nebenjob hat es derzeit in sich.

Das rührt daher, weil die AG als Organisatorin des internationalen Beachvolleyball-Turniers von Luzern verantwortlich zeichnet. Und dieser Anlass soll im kommenden Mai, das heisst zwischen dem 9. und 13., beim Verkehrshaus stattfinden. Dies, nachdem der Event letztes Jahr aufgrund wirtschaftlicher Probleme ins Wasser fiel.

Damit das Turnier heuer aber überhaupt wieder durchgeführt werden kann, braucht es noch Geld, und zwar nicht zu knapp. Die Rede ist von rund 1,5 Millionen Franken, mit denen das Aktienkapital der Beach Sports Lucerne von heute 500 000 auf 2 Millionen Franken aufgestockt werden soll. Ruth Linder scheint dieses Problem nun gelöst zu haben. Sie sagt: «Wir haben einen Investor gefunden, der dieses Geld in die Gesellschaft ein­bringen wird. Damit ist die Durchführung des Beachvolleyball-Turniers vom kommenden Mai gesichert.»

Ölmilliardäre mögen die Schweiz

Um wen es sich bei den Financiers konkret handelt, will Linder nicht sagen. Nur so viel: Die Investoren kommen aus einem ­ der Golfstaaten. Also aus jener Weltgegend, aus der bereits die ­Hunderten von Millionen für das ­Bürgenstock-Resort oder die ­Ebikoner Mall of Switzerland flossen. Als Aussenstehender fragt man sich, was die Investoren aus dem arabischen Raum immer wieder dazu bewegt, in der Schweiz zu investieren. ­ Eine Antwort lieferte vor wenigen ­Wochen der Journalist und Hotellerie-Experte Karl Wild in einem Artikel, den er in der «Welt­woche» publizierte. Darin zitiert Wild ein Familienmitglied der Scheichs von Katar, die auf dem Bürgenstock über 500 Millionen Franken verbauten: «Was in ­Katar in 25 Jahren ist, wissen wir nicht. Was in der Schweiz ist, ­wissen wir.»

Bei Hotelprojekten sind die Renditeerwartungen auf Langfristigkeit angelegt. Was aber erhoffen sich die Araber von einem Beachvolleyball-Turnier, das nur einmal pro Jahr in der Stadt Luzern stattfinden wird? Dazu sagt Ruth Linder: «Unsere Investoren sind weltweit in Projekten engagiert. Sie tun dies nur, wenn sie etwas für unterstützungswürdig befinden und mit einer Rendite rechnen können.» Werden die Geldgeber aus der Golfregion im Umfeld des Turniers in Werbe- oder PR-Aktionen auftreten? Dazu kann die Verwaltungsratspräsidentin noch nichts Konkretes sagen. Nur so viel: «Vielleicht. Das ist aber noch offen.»

Mit dem Geld der Investoren Austragungsrechte kaufen

Das Geld aus der Golfregion ist in Luzern hochwillkommen. Denn rund um das Beachvolleyball-Turnier kam es in der Vergangenheit zu erheblichen Schwierigkeiten. Der Verein Pro Beachvol­leyball Luzern kämpfte mit finanziellen Problemen, befindet sich derzeit im Nachlass und hinterliess einen Schuldenberg von rund 2,5 Millionen Franken. Es liegt nun am Luzerner Sachwalter Alain Bachmann, dafür zu sorgen, dass für die Gläubiger dieser Organisation trotz Insolvenz noch möglichst viel Zählbares her­ausspringt. Wie hoch die Quote sein wird, welche die Gläubiger von ihren Forderungen noch erhalten, lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Grundsätzlich kann man aber festhalten, dass eigentlich alles ausser einem ­Totalverlust positiv gewertet ­werden muss.

Die von Ruth Linder präsidierte Aktiengesellschaft hat nicht nur die Aufgabe, das Turnier zu organisieren, sondern zeigt sich auch bereit – und das dürfte in der Luzerner Sporthistorie ein einmaliger Vorgang sein –, die Gläubiger des bankrotten Vereins zumindest teilweise zu befriedigen. Dies, indem die ­Aktiengesellschaft den Verein für die erbrachten Vorleistungen entschädigt. In welchem Umfang das geschieht, wird Gegenstand von Verhandlungen sein.

Die Stadt muss die Zustimmung geben

Bei der Austragung des Beach­volleyball-Anlasses hat auch die Stadt Luzern ein Wort mitzureden. Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen, sagt: «Damit wir für die Durchführung des Anlasses grünes Licht geben können, müssen uns die Veranstalter die gesicherte Finanzierung vorlegen können.»

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