LUZERN: Islam als Landeskirche wird zum Politikum

Der Islam soll öffentlich-rechtlich anerkannt werden. Kantonsrätin Heidi Rebsamen fordert ein entsprechendes Gesetz. Derweil fragt sich der Regierungsrat, wer überhaupt zuständig ist.

Alexander von Däniken
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Laut der Uni Luzern könnte der Islam zur Landeskirche werden. Im Bild: Muslime beim Gebet im türkisch-islamischen Zentrum in Ostermundigen. (Bild: Keystone)

Laut der Uni Luzern könnte der Islam zur Landeskirche werden. Im Bild: Muslime beim Gebet im türkisch-islamischen Zentrum in Ostermundigen. (Bild: Keystone)

Die römisch-katholische Kirche, die evangelisch-reformierte und die christkatholische Kirche: Sie alle sind im Kanton Luzern als Landeskirche anerkannt. Nun soll die gesetzliche Grundlage geschaffen werden, dass auch weitere Religionsgemeinschaften anerkannt werden können – insbesondere die islamische. Dies fordert Grüne-Kantonsrätin Heidi Rebsamen mit einer Motion, die sie am Dienstag im Namen ihrer Fraktion eingereicht hat.

Verfassung verlangt Gesetz

Der Kanton soll damit einem Versprechen nachkommen, das schon Jahre zurückliegt. 2007 wurde durch eine Verfassungsänderung die Anerkennung anderer Religionsgemeinschaften explizit möglich. Unter Paragraf 79 der Verfassung heisst es dann: «Das Gesetz regelt die Voraussetzungen und das Verfahren.» Doch dieses Gesetz gibt es nicht. Bisher gab Regierungsrat Reto Wyss zum Thema Auskunft. Nun heisst es jedoch auf Anfrage von seinem Departement, erst müsse geklärt werden, welcher Regierungsrat überhaupt für solche Religionsfragen zuständig sei.