LUZERN: IT-Mittelschule - eine neue Konkurrenz?

Alle wollen die Informatik-Ausbildung fördern. Ob es dafür ein eigenes Gymnasium braucht, ist allerdings umstritten.

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Eine IT-Mittelschule ist umstritten. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Eine IT-Mittelschule ist umstritten. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Von der Schreibmaschine zum Supercomputer: Analog zum technologischen Fortschritt will sich der Kanton Luzern zur Informatik-Hochburg mausern. Während die Hochschule Luzern ein Informatik-Departement plant, spielt der Kanton mit dem Gedanken, eine Mittelschule mit Schwerpunkt Informatik einzurichten.

Fach «stiefmütterlich behandelt»

Remo Herbst, Präsident des Verbands der Luzerner Mittelschullehrer (VLM), begrüsst die Absicht des Kantons: «Die Informatik wird immer wichtiger. Und damit auch die Ausbildung.» Allerdings brauche es dafür nicht zwingend ein Informatik-Gymnasium. Wichtig sei vor allem, dass das bisher «stiefmütterlich behandelte Fach» auch an den herkömmlichen Gymnasien aufgewertet werde.

Aufwertung des Fachs an den bestehenden Gymnasien statt neue Informatik-Mittelschule: Diese Lösung hätte den Vorteil, dass die Gymnasien nicht zusätzlich konkurrenziert würden. Zudem könnte die männlich dominierte Informatik für etwas mehr Ausgleich an den Gymnasien sorgen, wo heute die Mädchen in der Mehrheit sind.

Auch für Swiss ICT, den grössten Schweizer IT-Branchenverband, braucht es nicht zwingend eine Informatik-Mittelschule. Präsident Thomas Flatt sagt: «Eine spezialisierte Mittelschule darf nicht auf Kosten der übrigen Gymnasien gehen.»

Alexander von Däniken