LUZERN: Ja zur Aufstockung der Kulturförderung

Der Kanton Luzern will seinen Beitrag an die Kulturförderung um 2,4 Millionen Franken erhöhen. Das Parlament hat am Montag den entsprechenden Planungsbericht zustimmend zur Kenntnis genommen.

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KKL in Luzern. (Bild: Keystone)

KKL in Luzern. (Bild: Keystone)

Der Planungsbericht über die Kulturförderung des Kantons Luzern wurde im Auftrag des Parlaments erstellt und hat drei Schwerpunkte: Aufbau von vier regionalen Förderfonds für die Kultur mit Beteiligung der Gemeinden, Finanzierung der grossen Kulturbetriebe in der Stadt Luzern sowie eine neue Infrastruktur für das Theater.

Der Planungsbericht wurde ohne Wissen über den Ausgang des Prozesses auf den Bermudas zur Salle Modulable erarbeitet. Für den Fall, dass Luzern die Bedingungen für die Schenkung von 120 Millionen Franken doch nicht erfüllen sollte, müssten andere private Mittel für den Bau des neuen Theaters gewonnen werden.

Die Mehrkosten des Kantons für die Kulturförderung von 2,4 Millionen Franken sollen mit einer Erhöhung des Anteils der Lotteriemittel ausgeglichen werden.

CVP warnt vor Übermut

Der Bericht spiegle den Reichtum und die Vielfalt der Kultur im Kanton Luzern, sagte Adrian Bühler (CVP) im Namen der Bildungskommission. Er würdigte die umfassende Bestandesaufnahme. Die Kultur trage wesentlich zur regionalen Wertschöpfung bei. Die Kommission ist der Ansicht, dass der vorgesehene finanzielle Mehraufwand gerechtfertigt sei.

Kultur gehöre zum Leben wie Wirtschaft und Sport, sagte Ludwig Peyer (CVP). In Bezug auf die Theaterinfrastruktur stünden wichtige Weichenstellungen bevor. Die Steilvorlage für ein erfolgreiches Neuprojekt sei durch die in Aussicht gestellten Gelder aus den Bermudas gemacht. Das sei wohl "ein seltener Glücksfall", sagte Peyer.

Dennoch betonte Peyer, dass sich der Kanton Luzern kein zweites KKL leisten könne. "Lassen wir uns von den in Aussicht gestellten Gelder nicht verführen", sagte Peyer.

Um vor Übermut zu warnen, beantragte die CVP, den Bericht nicht zustimmend sondern lediglich zur Kenntnis zu nehmen. Der Antrag wurde abgelehnt.

Unzufriedene SVP

Unzufrieden mit dem Bericht zeigte sich die SVP. Wo nicht bereits im vergangenen Jahr die Fördergelder erhöht worden seien, würden sie nun grosszügig erhöht, sagte Barbara Lang (SVP). "Was hier passiert, ist ein Hohn für die Luzerner Steuerzahler."Der Planungsbericht sei zu umfangreich, zu verschwenderisch. Zudem bemängelte Lang, dass die Wünsche der SVP aus der Vernehmlassung vollständig ignoriert worden seien. Den Nichteintretensantrag der SVP wurde deutlich mit 81 zu 21 und zwei Enthaltungen abgelehnt.

Die FDP anerkenne die Bedeutung der Kultur, sagte Andreas Moser (FDP). Sie wolle Kulturangebote fördern, die Stadt und Land betreffen würden. Auch wenn Kultur ihren Freiraum brauche - betonte die FDP - sei ihr der sorgfältige Umgang mit den zur Verfügung gestellten Geldern wichtig.

Freie Szene fördern

Für die SP geht der Bericht in die richtige Richtung. Sie unterstützt, dass der Kanton mit verschiedenen Massnahmen das freie Kulturschaffen stärkt. "Nur ein Gleichgewicht zwischen der etablierten Kultur und der freien Szene ermöglicht ein lebendiges und vielfältiges Kulturangebot", sagte Jacqueline Mennel (SP).

Monique Frey (Grüne) betonte, dass die neue Theaterinfrastruktur (NTI) gut aufgegleist sei. Sie plädierte aber für bedürfnisgerechte Planung. Den Grünen ist es wichtig, dass die freien Kutlrschaffenden genügend berücksichtigt werden. Eine Stärkung der freien Szene begrüssen auch die Grünliberalen.

sda