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Luzern: Je tiefer die Steuern, desto teurer die Autos

Im Kanton Luzern ist nur jedes hundertste Auto eine Luxuskarosse – auf die Gemeinden sind sie höchst unterschiedlich verteilt. Dafür korreliert das Aufkommen von Porsche, Ferrari und Co. gut mit Steuerbelastung und Wohnlage.
Lukas Nussbaumer

Der durchschnittliche Schweizer gibt für sein Auto pro Monat rund 650 Franken aus. Für Besitzer von Luxuskarossen der Marken Königsegg, Bugatti oder Lamborghini reicht dieser Betrag bei weitem nicht.

Doch die 2187 Luzerner, deren Einkommen oder Vermögen es zulassen, für ihren Wagen ganz viel Geld ausgeben zu können, gehören auch nicht zum Durchschnitt: Dieser Personenkreis macht gerade einmal rund ein Prozent der Luzerner Autobesitzer aus, wie der Blick in die Statistik des Strassenverkehrsamts zeigt. Gemäss dieser waren im ganzen Kanton Ende Juli rund 215 000 Autos zugelassen.

Derzeit sind nur in Gisikon, Schongau, Alberswil, Fischbach, Luthern und Romoos keine Luxuskarossen à la McLaren oder Rolls-Royce zugelassen. Noch detaillierter aufgeschlüsselt, fällt zudem auf: In den steuergünstigsten Gemeinden des Kantons ist die Dichte an Autos der Marken Porsche, Tesla oder Maybach am höchsten. Meggen, Schenkon, Vitznau, Weggis und Eich belegen in der Steuerrangliste die ersten fünf Plätze – bei der Luxusautodichte pro Einwohner sind es die Klassierungen 2, 7, 5, 4 und 3. Ausreisser sind die Kleingemeinden Honau, Aesch und Greppen, wo die Steuerfüsse nahe beim kantonalen Mittel von 1,85 Einheiten liegen.

So ist es nicht erstaunlich, dass die Luxuswagendichte in den Gemeinden des Wahlkreises Luzern Land, wozu die aufgeführten Kommunen mit Ausnahme von Aesch gehören , mit 7,6 Luxuskarossen pro 1000 Einwohner mit Abstand am höchsten ist. Dahinter folgen die Gemeinden des Wahlkreises Sursee mit 5,6 Nobelwagen pro 1000 Einwohner. Kantonsweit betrachtet, beträgt die Luxusautodichte 5,4.

Ebersecken ist Maybach-Land, Ebikon Lamborghini-Terrain

Ebenfalls ins Auge sticht der Zusammenhang zwischen teuren Autos und schönen Wohnlagen. Alle zehn Gemeinden, in denen überdurchschnittlich viele Nobelkarossen in den Garagen stehen, dürfen sich mit ihrer Aussicht und Sonnenlage brüsten.

Vor dem Hintergrund der Korrelation zwischen tiefem Steuerfuss und top Wohnlage erstaunt es daher nicht, wie wenig Luxuswagen in den ebenfalls schön gelegenen Gemeinden Hohenrain oder Sempach zugelassen sind: Sie gehören mit Steuerfüssen von 2,25 und 2 Einheiten beinahe in die gleiche Kategorie wie die Hochsteuerkommunen in den Wahlkreisen Willisau und Entlebuch, wo die Luxusautodichte neben der Stadt Luzern am tiefsten ist.

Wiederum nicht auf den ersten Blick nachvollziehbar ist, warum wo welche Marken besonders beliebt sind. Oder wie ist es zu erklären, dass ausgerechnet in Meggen und Nebikon besonders viele Ferrari immatrikuliert sind? Oder warum sind 2 der nur 6 im Kanton Luzern zugelassenen Maybach-Autos in Ebersecken registriert? Oder warum fahren in Ebikon mit 3 Stück so viele Lamborghini wie sonst nur noch in der Stadt Luzern? Und auch: Wieso sind Emmenbrücke und die Stadt Luzern Hochburgen der wenigen McLaren-Besitzer?

Königsegg nur in Luzern, Bugatti ausschliesslich in Horw

Eindeutig ist die Situation dagegen bei den zwei Luxusmarken, die im Kanton Luzern am wenigsten oft anzutreffen sind: Beide mindestens 1,5 Millionen Franken teuren Königsegg-Autos sind in der Stadt Luzern registriert, alle vier der noch kostspieligeren Kultmarke Bugatti in Horw. Ebenso klar ist die geografische Verteilung der beiden am stärksten verbreiteten Edelmarken Porsche und Tesla. Sie sind vor allem dort anzutreffen, wo in absoluten Zahlen gemessen am meisten teure Autos brummen: In Luzern, Meggen und Horw.

Offen bleibt, wie sich die Zahl der Luxusautos in den letzten Jahren entwickelt hat, wie Andrea Rast, stellvertretende Leiterin des Luzerner Strassenverkehrsamts, erklärt. Vor 20 Jahren seien heute erhältliche Luxusautos der Marken Königsegg, Tesla, Maybach oder gewisse Porsche-Modelle noch gar nicht verkauft worden. Rast sagt deshalb: «Es ist unmöglich zu sagen, ob heute mehr Leute teure Autos fahren als früher.»

Luxuskarossen ab 70 000 Franken erhältlich

Die Preise für die zehn vom Strassenverkehrsamt des Kantons Luzern als Luxusmarken taxierten Autos schwanken. Die Übersicht, aufgelistet nach der Verbreitung im Kanton Luzern, zeigt die Bandbreite.

Porsche: 1512 Stück

Der billigste Porsche, ein Modell der Cayman-Serie, ist für rund 70 000 Franken erhältlich. Für den klassischen 911 Carrera wird schnell der doppelte Betrag fällig.

Tesla: 252 Stück

Das günstigste Modell kostet rund 80 000 Franken. Im kommenden Jahr soll das Modell 3 auf den Markt kommen, das deutlich günstiger sein wird.

Ferrari: 191 Stück

Wer etwa 200 000 Franken locker machen kann, darf sich Ferrari-Besitzer nennen.

Bentley: 145 Stück

Autos der Marke Bentley sind ähnlich teuer wie ein Ferrari. Ab rund 200 000 Franken geht's los.

Rolls-Royce: 33 Stück

Wer nicht 370 000 Franken oder mehr ausgeben kann, muss keinen Gedanken an einen Rolls-Royce verschwenden.

Lamborghini: 29 Stück

Bereits mit etwas mehr als einer Viertelmillion Franken ist man dabei.

McLaren: 13 Stück

Die nicht sehr verbreiteten McLaren-Wagen sind sogar leicht günstiger zu haben als jene der Marke Lamborghini.

Maybach: 6 Stück

Eigenständige Maybach-Fahrzeuge wurden bis 2012 produziert. Die Preise starten bei rund 400 000 Franken für einen «kleinen» 57.

Bugatti: 4 Stück

Ein aktuelles Chiron-Modell kostet mehr als 2,7 Millionen Franken - ohne Mehrwertsteuer.

Königsegg: 2 Stück

Unter 1,5 Millionen Franken gibt es kein Modell dieser ganz seltenen Luxuskarossen zu kaufen.

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