LUZERN: Jedes dritte Kind wird fremdbetreut

Im Kanton Luzern werden Betreuungsangebote für Kinder im Vorschulalter stark genutzt. 14 Prozent der Kinder besuchen eine Kindertagesstätte (Kita) oder werden von einer Tagesfamilie betreut. Weitere 21 Prozent nutzen das Angebot der Spielgruppe.

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Blick in die Kinderkrippe Schnäggehüsli in Luzern. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Blick in die Kinderkrippe Schnäggehüsli in Luzern. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Im Auftrag der Fachstelle Gesellschaftsfragen hat das Institut Interface im Herbst 2012 eine Studie zum familienergänzenden Betreuungsangebot (Kitas und Tagesfamilien) sowie zu Spielgruppen für Kinder im Vorschulalter erstellt. Im Jahr 2012 wurden im Kanton Luzern 5'620 Kinder im Vorschulalter in einer Kita, bei Tagesfamilien oder in einer Spielgruppe betreut. 14 Prozent aller Vorschulkinder im Kanton Luzern besuchten demnach eine Kita oder wurden bei Tagesfamilien betreut. Weitere 21 Prozent nutzten das Angebot einer Spielgruppe

Grosse regionale Unterschiede

Die sich an der Studie beteiligten Kitas verteilen sich auf 23 von 87 Gemeinden (Stand Herbst 2012), wie die Fachstelle Gesellschaftsfragen am Dienstag mitteilte. Regional zeigen sich grosse Unterschiede: Die meisten Kitas im Kanton Luzern befinden sich in der Stadt und Agglomeration, sowie in Zentrumsgemeinden. So ist dort der Anteil an betreuten Kindern in Kitas auch deutlich höher als in ländlichen Regionen.

Für die Vermittlung von Tagesfamilien sind im Kanton Luzern 17 Vermittlungsstellen in 62 Gemeinden tätig. «Die Studie zeigt, dass Tagesfamilien primär in ländlichen Regionen einen wesentlichen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten», erklärt Andrea Banz, Fachspezialistin Kind-Jugend-Familie der Fachstelle Gesellschaftsfragen.

Das Angebot einer Spielgruppe besteht in über 70 Gemeinden. Spielgruppen sind sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten etabliert. Der Anteil der Kinder, die eine Spielgruppe besuchen, liegt in ländlichen Gebieten deutlich höher als in der Stadt.

Sprachförderung in Kitas und Spielgruppen Bei rund 20 Prozent der Kinder, die eine Kita oder Spielgruppe besuchen, ist Deutsch nicht die meistgesprochene Sprache zu Hause. Rund ein Drittel der Spielgruppen und mehr als die Hälfte der Kitas setzen deshalb Projekte im Bereich der Sprachförderung um.

Lücken im Angebot

Trotz der grossen Vielfalt und Verbreitung von Betreuungsangeboten, ist familienergänzende Betreuung im Kanton Luzern nicht flächendeckend gewährleistet. In verschiedenen Gemeinden gibt es weder eine Kita noch eine Tagesfamilienvermittlung. Weiter konnten 2012 sowohl in Kitas, als auch in Tagesfamilien und in Spielgruppen Kinder nicht aufgenommen werden, weil zu wenig Plätze vorhanden waren.

Mit der Internetseite www.kinderbetreuung.lu.ch unterstützt die Fachstelle Gesellschaftsfragen Eltern, Gemeinden und Anbietende von Betreuungsangeboten bei allen Fragen rund um die familienergänzende Kinderbetreuung.

pd/zim