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LUZERN: Jesuitenkirche bleibt das ganze Jahr zu

Das Deckengewölbe der Jesuitenkirche bröckelt und muss saniert werden. Währenddessen darf niemand hinein – ein ganzes Jahr lang.
Simon Bordier
Deckengewölbe, Wände und Pfeiler der Jesuitenkirche in Luzern sollen nächstes Jahr saniert werden. (Bild Boris Bürgisser)

Deckengewölbe, Wände und Pfeiler der Jesuitenkirche in Luzern sollen nächstes Jahr saniert werden. (Bild Boris Bürgisser)

Simon Bordier

Die Tore der Jesuitenkirche bleiben nächstes Jahr für Besucher geschlossen. Grund für die Schliessung von Mitte Januar bis Mitte Dezember 2016 sind Sanierungsarbeiten an der Gewölbe­decke, wo sich der Verputz zu lösen droht. Schon seit einem Jahr hängt ein Schutznetz an der Decke, um allfällig herunterfallende Stuckteile aufzufangen. Dies erklären die Eigentümer der Kirche, die Katholische Kirche Stadt Luzern und der Kanton Luzern, auf Anfrage unserer Zeitung.

Innensanierung für 3 Millionen

Die Aussensanierung der Barockkirche mit Baujahr 1666 bis 1677 wurde kürzlich abgeschlossen. Dabei erhielt die Kirche für 2 Millionen Franken ein neues Dach und eine Reinigung der Ost-, Süd- und Westfassade. Erst letzte Woche wurden die Baugerüste und das Notdach abmontiert. «Die Arbeiten verliefen nach Plan, wir sind sehr zufrieden», sagt Franz Müller, Leiter Baumanagement der Dienststelle Immobilien des Kantons.

Die anstehende Innensanierung umfasse die Sicherung und Restaurierung des Deckengewölbes sowie die Reinigung und Restaurierung der Seitenwände und Pfeiler, so Müller. «Das freitragende Deckengewölbe weist erhebliche Schäden auf. Diverse Stuckpartien sind hohl und haben sich vom Deckengewölbe gelöst», erklärt er. Die Decke werde nun detailliert auf Hohlstellen untersucht. Diese würden anschliessend an das tragende Gewölbe zurückbefestigt und die Stuckoberflächen restauriert. Die Kosten beliefen sich auf 3 Millionen Franken, so Müller. Die Bauarbeiten würden öffentlich ausgeschrieben, wobei neben den Kosten auch die Erfahrung der Bewerber eine grosse Rolle spiele.

Gottesdienste in Franziskanerkirche

Nicht betroffen von den Sanierungsplänen ist die Sakristei der Jesuitenkirche. Daher soll ein Teil der Gottesdienste während der Sanierung in den festlichen Anbau mit Platz für 100 Personen verlegt werden, wie Hansruedi Kleiber, Präfekt der Luzerner Jesuitenkirche, erklärt. Stark besuchte Gottesdienste würden in der nahe gelegenen Franziskanerkirche stattfinden. Das Angebot der Jesuitenkirche könne somit weitgehend aufrechterhalten bleiben:

  • Die Werktagsgottesdienstesowie der Gottesdienst am Sonntag, 7 Uhr, finden in der Sakristei statt.
  • Die Sonntagsgottesdienste um 15 Uhr und 17 Uhr werden in die Franziskanerkirche verlegt. Vereinzelt kann es zu Ausfällen kommen, weil die Kirche etwa durch eine Konzertveranstaltung belegt ist. Die Sonntagsgottesdienste der Franziskanerkirche um 9 und 11 Uhr finden wie gewohnt statt.
  • Der Sonntagsgottesdienst um 10 Uhr fällt aus.

Diese Lösungen hätten sich «ganz organisch» ergeben, meint Hansruedi Kleiber. «Für unser Pastoralteam ändert sich vom Arbeitspensum her nicht viel.» Man sei froh, für den «harten Kern» der Gottesdienstbesucher das Angebot aufrechterhalten zu können. Anfragen für Hochzeiten und Promotionsfeiern habe man hingegen absagen müssen.

Rechtzeitig informiert

Gelassen sieht man die vorübergehende Schliessung beim Lucerne Festival, das zu Ostern jeweils ein bis zwei geistliche Konzerte in der Jesuitenkirche veranstaltet. «Da wir rechtzeitig von der Renovierung und Schliessung wussten, bedeutet dies kein grösseres Problem für uns», sagt Christiane Weber, Leiterin des künstlerischen Büros. So finden die Konzerte am kommenden Lucerne Festival zu Ostern im KKL, in der Franziskanerkirche und der Hofkirche statt.

Beliebt ist die Kirche auch bei Touristen. «Die Jesuitenkirche fällt mit ihren Zwiebeltürmen jedem auf, der über die Kapellbrücke geht», meint Sibylle Gerardi, Kommunikationschefin bei Luzern Tourismus. Es sei aber weniger die Jesuitenkirche im Einzelnen als die hohe Dichte an historischen Kirchen in Luzern, welche für viele Touristen attraktiv sei. Dass die Jesuitenkirche nun ihre Tore für ein knappes Jahr schliesse, sei nachvollziehbar und «nicht anders zu lösen». Der Fall der Kapellbrücke, die diesen Herbst während zweier Monate gesperrt war, habe gezeigt, dass sich solche Massnahmen den Touristen durchaus vermitteln liessen. «Entscheidend ist eine gute Kommunikation: Mehrsprachige Hinweise vor Ort mit klaren Angaben helfen dabei.»

Franz Müller merkt an, die Innensanierung werde «vorbehaltlich der Budgetbewilligung des Kantonsrats» Anfang Jahr in Angriff genommen und könne, wenn alles planmässig verlaufe, Ende 2016 abgeschlossen werden. Sprich: Ob die Sanierung tatsächlich im Januar in Angriff genommen werden kann, hängt vom Kantonsbudget 2016 ab, das vom Parlament noch nicht bewilligt wurde. Ein Entscheid wird am Montag erwartet.

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