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LUZERN: Jetzt kommt der Batterie-Trolley

Nach einem batteriebetriebenen Kleinbus testen die VBL nun auch einen Trolleybus, der längere Strecken ohne Fahrleitung zurücklegen kann. Für die neue Linie 3 nach Littau ist er dennoch kein Thema.
Stefan Dähler
Der «Swiss Trolley plus» während einer Probefahrt auf der Langensandbrücke. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. März 2018))

Der «Swiss Trolley plus» während einer Probefahrt auf der Langensandbrücke. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. März 2018))

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Luzern erhält Besuch aus Zürich. Ab morgen verkehrt der 18,7 Meter lange «Swiss Trolley plus» der Verkehrsbetriebe Zürich während einer Woche testweise in Luzern. Es handelt sich um einen Prototyp der Hess AG aus Bellach SO mit leistungsfähiger Batterie. Bei einer Leerfahrt könne der Bus rund 20 Kilometer ohne Fahrleitungen zurücklegen, so Daniel Widmer, Leiter Sparte Bus der Hess AG. Empfehlenswert sei dies jedoch nicht, da die Batterie so schneller an Leistung verliere.

Auch andere Trolleybusse neuerer Bauart verfügen zwar über eine Batterie. Diese reicht jedoch nur für kurze Notfahrten, bei denen man Heizung und Klimaanlage ausschalten muss. Der «Swiss Trolley plus» verkehrt in Zürich auf der Linie 83, wobei der Abschnitt ohne Fahrleitung 2,5 Kilometer lang und flach ist.

Beschaffungskosten von 1,1 Millionen Franken

Um die Reichweite zu vergrössern, wiegt der Bus nur 18,85 Tonnen und damit 720 Kilogramm weniger als die gleich grossen Fahrzeuge der VBL-Flotte – trotz schwererer Batterie. So gibt es im Bus keine Heizkörper, stattdessen eine in die Decke verbaute Infrarot-Heizung und eine Wärmepumpe. Weiter verfügt der Bus über ein selbstlernendes Energiemanagement. Fährt man mehrmals dieselbe Strecke, präge sich das System diese ein und könne daher die Nutzung der Bremsenergie optimieren.

Zu Beginn habe es in Zürich letztes Jahr einige Pannen gegeben. «Zuletzt gab es aber keine Probleme mehr», sagt Widmer. Die Entwicklung des Busses wurde vom Bund unterstützt. Wie viel man investiert hat, gibt die Hess AG nicht bekannt. Der Beschaffungspreis betrage 1,1 Millionen Franken, wobei die Batterie den Preis um etwa 10 Prozent verteuere. Der Prototyp soll später auch in anderen Städten getestet werden. Die Erkenntnisse würden in die weitere Entwicklung einfliessen.

Die VBL wollen mit dem Bus verschiedene Strecken abfahren, um herauszufinden, welchen Einfluss die Topografie auf die Batterieleistung hat. Den «Swiss Trolley plus» auf der geplanten Linie 3 Würzenbach-Littau einzusetzen, ist aber keine Option (siehe Box). «Dort sollen Doppelgelenktrolleybusse verkehren, weil diese die grössere Kapazität haben», sagt Christian Zumsteg, Leiter Rollmaterial VBL. Letztere weisen eine Kapazität von 220 Personen auf, beim «Swiss Trolley plus» sind es 163. Doppelgelenktrolleybusse, die länger ohne Fahrleitung auskommen, gibt es derzeit nicht.

Mehr Flexibilität bei Baustellen

Dennoch sei der Prototyp für die VBL interessant. «Er ermöglicht mehr Flexibilität. Man kann künftig eine bestehende Linie etwas verlängern oder Baustellen besser umfahren», sagt Zumsteg. Dies sei wichtig, weil in den nächsten Jahren mehrere Bauarbeiten anstehen – etwa auf der Obernauerstrasse in Kriens, im Bereich Fluhmühle, auf der Baselstrasse und dem Pilatusplatz. «Ausserdem wollen wir die technologische Entwicklung nicht verschlafen, sondern am Puls dranbleiben.» Darum haben die VBL im Februar bereits einen kleineren batteriebetriebenen Bus, den «Solaris Urbino 12», getestet ( wir berichteten ). Die Auswertung laufe noch, im Sommer soll es zu einem erneuten Test kommen.

Kein Thema ist in Luzern das Tosa-System, das derzeit in Genf getestet wird. Dieses sieht vor, dass die Busse an Schnellladestationen entlang der Strecke mehrmals aufgeladen werden. Da Tosa nicht mit dem Trolley-System kompatibel sei, hätte die Einführung hohe Kosten für Umrüstungen und die Beschaffung neuer Busse zur Folge.

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