LUZERN: Jetzt kommt die Leinenpflicht für Hunde

Ab April müssen Hunde in Luzerner Wäldern an die Leine. Die neue Regelung ist zeitlich befristet.

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Ab April müssen Hunde im Wald und am Waldrand an die Leine. (Bild: PD / Trudi Haas)

Ab April müssen Hunde im Wald und am Waldrand an die Leine. (Bild: PD / Trudi Haas)

Zwischen dem 1. April und dem 31. Juli müssen Frauchen und Herrchen ihre Hunde in Luzerner Wäldern und am Waldrand an die Leine nehmen. Dies teilt die Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern am Dienstag mit. Mit der Revision des Jagdrechts soll das Wild in der Brutzeit besser geschützt werden. Gemäss dem Kanton Luzern ist es mehrmals vorgekommen, dass freilaufende Hunde Wildtiere hetzten und töteten. Im Jahr 2012 registrierte die Luzerner Dienststelle Landwirtschaft und Wald 36 tödliche Hundeattacken auf Rehe.

Heute gibt es im Kanton Luzern keine generellen Leinenpflicht. Sie gilt nur in öffentlich zugänglichen Lokalen wie Restaurants und Geschäften, in Naturschutzgebieten, Parkanlagen, öffentlichen Verkehrsmitteln und auf verkehrsreichen Strassen. Läufige, bissige und kranke Hunde hingegen sind auch im Freien anzuleinen. Zudem gilt für Hundehalter eine Sorgfaltspflicht.

Behörden und Jäger wollen die Hundehalter vor allem mittels Informationen und Flyer für die Einhaltung der neuen Regeln sensibilisieren, wie Otto Holzgang, Leiter der kantonalen Abteilung Natur, Jagd und Fischerei auf Anfrage sagte. Uneinsichtige Hundehalter können angezeigt werden.

Eine ähnliche Regelung kennen auch die Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Schaffhausen, Neuenburg und Genf. Die Einschränkung gilt nicht für Diensthunde des Polizei- und Rettungswesens, Herdenschutz- sowie Jagdhunde im Einsatz.Hunde, die beim Reissen von Wild angetroffen werden, dürfen weiterhin von Jägern erlegt werden.

Hinweis:
Die kantonale Jagdverordnung im Detail »

Jäger müssen zum Schiesstest

Jäger müssen neu jährlich nachweisen, dass sie mit ihrer Jagdwaffe treffsicher sind. Dies ist ebenfalls Bestandteil des revidierten Jagdrechts. Die Anforderungen «Vier Schuss, vier Treffer» entsprechen den Vorgaben in den meisten Kantonen.

Eine weitere Neuerung betrifft die Organisation von Grossanlässen wie Openair-Konzerte oder Orientierungsläufe. Solche können sich negativ auf die Wildtiere auswirken, wenn sie zur falschen Zeit am falschen Ort durchgeführt werden. Die Dienststelle Landwirtschaft und Wald kann deshalb nach vorgängiger Anhörung der betroffenen Gemeinden, Jagdgesellschaften und Grundeigentümer den Zutritt zu wildbiologisch sensiblen Gebieten einschränken, wenn dies zum Schutz der Wildtiere erforderlich ist.

Andere Neuerungen betreffen die Kürzung der Jagdzeit für Feldhasen, die nur noch vom 1. November bis 15. Dezember gejagt werden dürfen, die Anpassung der Jagdpassgebühren für ausserkantonale Jagdaufseher oder die höheren Anforderungen an Jagdhunde.

rem/sda

Ab April müssen Hunde im Wald und am Waldrand an die Leine. (Bild: Keystone)

Ab April müssen Hunde im Wald und am Waldrand an die Leine. (Bild: Keystone)