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LUZERN: Jetzt lernt die «Monopol»-Chefin Mandarin

Der Kampf gegen überhäufte Teller im Hotel Monopol geht weiter: Die Direktorin hat ihre Tischsteller überarbeitet – und begrüsst ihre Gäste nun mit «Nin hao».
Sarah Weissmann
«Monopol»-Direktorin Brigitte Heller (51) platziert die Tafeln, worauf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln aufgerufen wird. (Bild Pius Amrein)

«Monopol»-Direktorin Brigitte Heller (51) platziert die Tafeln, worauf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln aufgerufen wird. (Bild Pius Amrein)

Sarah Weissmann

«Alle Ressourcen dieser Welt sind würdig und wertvoll.» So lautet der erste Satz der neuen Tischsteller im Hotel Monopol Luzern. Mit diesen Worten will Hoteldirektorin Brigitte Heller (51) ihre Gäste dazu bewegen, nicht mehr so viele Essensreste auf ihren Tellern zu hinterlassen (Ausgabe vom 8. Mai).

Heller liess die Tischsteller bereits Anfang Mai anfertigen. Nach der Berichterstattung in unserer Zeitung erhielt die «Monopol»-Chefin weit über 100 E-Mails und Briefe – und in unserer Zeitung solidarisierten sich die Leserinnen und Leser in Leserbriefen mit Heller. «Die Reaktionen auf mein Vorhaben waren durchwegs positiv.» In dem einen oder anderen Brief sei sie jedoch darauf aufmerksam gemacht worden, dass man die Formulierung der in Englisch und Mandarin übersetzten Sätze noch anpassen könnte. Aus diesem Grund hat Heller die Tischsteller erst jetzt platziert.

Luzern Tourismus unterstützt Heller

«In Zusammenarbeit mit Luzern Tourismus haben wir die Sätze in Mandarin und Englisch angepasst», sagt Heller. Nun ist darauf Folgendes zu lesen: «Alle Ressourcen dieser Welt sind würdig und wertvoll. Lebensmittelverschwendung wird aus ethisch-moralischen Gründen in der Schweiz nicht gerne gesehen. Bitte schöpfen Sie auf Ihren Teller nur so viel, wie Sie essen können. Wir danken für Ihr Verständnis.»

Marcel Perren, Direktor von Luzern Tourismus, unterstützt Hellers Anstrengungen gegen «Food wasting». Er habe ihr deshalb bei der Übersetzung unter die Arme gegriffen, sagt Heller. «Nach der Berichterstattung wurde ich von Hoteliers schweizweit angefragt, ob ich Ihnen den Text zustellen könnte.» Das freut die «Monopol»-Chefin, denn es sei wichtig, dass möglichst viele Hotels etwas gegen die Lebensmittelverschwendung unternehmen.

Zurückhaltend ist nach wie vor der Verband Luzern Hotels. «Präsident Patric Graber sagte mir, dass dieses Thema Sache jedes einzelnen Hoteliers ist», so Heller.

Gäste: «Eine sehr gute Massnahme»

Aber wie reagieren die Hotelgäste aus Fernost auf den Hinweis gegen die Lebensmittelverschwendung? «Eine solche Massnahme ist sehr gut», sagt Wai Lin Chan (49) aus Hongkong. «Die Ressourcen sind sehr begrenzt, und in so vielen Ländern wird Essen haufenweise weggeworfen.» In Hongkong würde ebenfalls viel gegen die Lebensmittelverschwendung unternommen. «Leider ist das ein Problem der reichen Länder – auch bei uns in Hongkong. Meine Botschaft ist deshalb: Schützt diese Ressourcen.» Chan ist sogar überrascht, dass die Schweizer Hotellerie erst jetzt etwas gegen die Verschwendung unternimmt.

Neu: Reis und Omeletten

Doch im Hotel Monopol sind nicht nur die Tischsteller neu. «Wir haben das Buffet angepasst», sagt Heller. Sie habe sich intensiv mit dem Thema der Verschwendung und der asiatischen Kultur auseinandergesetzt. «Mir war zu wenig bewusst, dass viele Asiaten beispielsweise eine Laktoseintoleranz haben», sagt die «Monopol»-Chefin. Deshalb tischt sie seit neustem neben der laktosefreien Milch auch eine Reissuppe sowie asiatischen Reis und chinesisches Omelette auf. «Ausserdem suche ich jemanden für die Rezeption, der nebst Englisch und Deutsch auch Mandarin spricht.»

Auch die Direktorin selbst hat schon drei Wörter in Mandarin gelernt. So begrüsst Brigitte Heller ihre Gäste neu mit «Nin hao», wünscht ihnen mit «Qing xiangyong» einen guten Appetit, und verabschiedet sie freundlich mit «Zai jian».

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