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LUZERN: Journalistisches Schwergewicht gestorben

Als engagierter Bürger, politischer Meinungsmacher und spitze Feder hat er im Kanton Luzern viel bewirkt: Am Freitag ist Martin Merki senior 82-jährig gestorben.
Rahel Schnüriger
Hat als politischer Journalist viel bewirkt: Martin Merki senior. (Bild Archiv Neue LZ)

Hat als politischer Journalist viel bewirkt: Martin Merki senior. (Bild Archiv Neue LZ)

Martin Merki ist am Freitag mit 82 Jahren im Betagtenzentrum Wesemlin gestorben. Er hinterlässt seine Frau Helen und vier erwachsene Kinder, wie auch sehr viele Erinnerungen an sein Schaffen im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Als Redaktor bei «Aargauer Volksblatt», «Luzerner Neuste Nachrichten» (1968–1973), «Vaterland» (1973–1991), «Luzerner Zeitung» (1991–1995) und zuletzt der «Neuen Luzerner Zeitung» (1995–1996) wurde er vor allem im lokalpolitischen Geschehen eine prägende Figur.

Alois Hartmann, der mit Martin Merki eine Dreier-Chefredaktion beim «Vaterland» bildete, erinnert sich an ihn als Journalist aus Leidenschaft: «Er hat ständig an die Zeitung gedacht, es hat ihn zum Schreiben gedrängt.» Kritisch sei er gewesen und habe immer eine eigenständige Meinung vertreten – die manchmal durchaus streitbar gewesen sei. Hartmann erinnert sich an einen hilfsbereiten Arbeitskollegen mit innovativen Ideen. Eine davon war die Kolumne «Bemerkungen», die Merki einmal wöchentlich veröffentlichte und die später in Buchform erschien.

Politiker stürzten sich auf Kolumne

Wie hoch angesehen diese war, zeigt folgende Aussage von alt Regierungsrat Heinrich Zemp: «Wir haben uns jeweils auf die Zeitung mit den ‹Bemerkungen› drin gestürzt und wollten sofort wissen, welchem Thema sich Merki diese Woche angenommen hatte.» Die Kolumnen seien ein Bestseller der Zeitung gewesen, und unter den Politikern rege diskutiert worden. Ein weiteres Beispiel von Heinrich Zemp lässt erahnen, wie Martin Merki sich immer um innovativen Journalismus bemüht hat: Statt die Kandidaten für den Regierungsrat wie üblich in einem trockenen Bericht vorzustellen, ging er mit ihnen kurzerhand auf eine Wanderung. Zemp schlug damals den Ruswilerberg vor: «Wir sprachen unterwegs mit Leuten, die wir spontan antrafen – das Ergebnis war ein farbiges Porträt, das mich beeindruckt hat.»

Andere Ideen von Martin Merki haben sich bis heute bei der «Neuen Luzerner Zeitung» gehalten. So gab Merki den Anstoss für die LZ-Weihnachtsaktion und den Lagerdraht, bis heute wichtige Gefässe der Zeitung. Weil er die Wichtigkeit von einer starken Leserbindung erkannte, organisierte er zudem gemeinsam mit seiner Frau Leserreisen.

Mitgründer der Dampferfreunde

Und wenn Merki nicht gerade beruflich neue Ideen austestete, setzte er sich privat für seine Überzeugungen ein. 1956 –1959 als Sekretär des Schweizer Jungwachtbundes sowie als Mitglied des Zentralkomitees der kantonalen CVP.

1972 gründete er mit anderen die Dampferfreunde Vierwaldstättersee, die er von 1987–1995 präsidierte. «Es war ihm ein Anliegen, die Dampfschiffe als Kulturgut zu erhalten», erinnert sich sein Sohn Martin Merki junior.

Dieser ist heute Sozialdirektor der Stadt Luzern, nachdem er bei der LNN und NZZ in die journalistischen Fussstapfen seines Vaters getreten war. Nicht ohne Zutun des Familienoberhaupts: «Er war für mich ein Vorbild, ich konnte von seinem grossen journalistischen und politischen Wissen profitieren», so Martin Merki junior. Die drei weiteren Kinder haben sich in andere Richtungen entwickelt: Die Tochter wurde Archäologin, die beiden anderen Söhne Historiker und Arzt.

HINWEIS
Lesen Sie hier «In Erinnerung an Martin Merki» seines journalistischen Weggefährten Hans Moos.

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