LUZERN: Jugendliche beweisen sich als Multitalente

Der Jugendzirkus Tortellini zeigt im neuen Stück eine rasante Geschichte über Unsterblichkeit. Schauspiel, Artistik und Musik wechseln darin ab.

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Das neue Stück «Operation Olimpia» des Jugendzirkus Tortellini handelt von einer futuristischen Geschichte mit einem verrückten Professor. (Bild Pius Amrein)

Das neue Stück «Operation Olimpia» des Jugendzirkus Tortellini handelt von einer futuristischen Geschichte mit einem verrückten Professor. (Bild Pius Amrein)

Der Jugendzirkus Tortellini wurde 1987 als Quartierzirkus von und für Kinder gegründet. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
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Inzwischen wird sein Programm, das alle zwei Jahre neu entwickelt und einstudiert wird, von vielen Fans mit Freude erwartet. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
In diesem Jahr heisst das Stück «Operation Olimpia». (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Es entführt die Zuschauer in das Labor des verrückten Professors Reynard, der auf der Suche nach der Formel für ewiges Leben ist. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
«Unsere Stücke entwickeln wir immer selber und in Teamarbeit», erzählt Maël Stocker, der die Tortellinis zum dritten Mal in Folge als Regisseur anleitet. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Premiere am 7. August um 20 Uhr. Weitere Termine bis 5. September, Mi/Fr/Sa um 20 Uhr, SO um 16 Uhr. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der Jugendzirkus Tortellini wurde 1987 als Quartierzirkus von und für Kinder gegründet. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der Jugendzirkus Tortellini wurde 1987 als Quartierzirkus von und für Kinder gegründet. Inzwischen wird sein Programm, das alle zwei Jahre neu entwickelt und einstudiert wird, von vielen Fans mit Freude erwartet. In diesem Jahr heisst das Stück «Operation Olimpia» und entführt die Zuschauer in das Labor des verrückten Professors Reynard, der auf der Suche nach der Formel für ewiges Leben ist. Nach dem frühen Tod seiner Frau will er wenigstens seiner geliebten Tochter die Unsterblichkeit schenken. Seine Versuche sind schon weit fortgeschritten: Reynard hat eine Maschine entwickelt, welche den Menschen das Hirn absaugt und mitsamt der Seele in eine Roboterpuppe überträgt, die ewig leben wird.

Teamarbeit wird gross geschrieben

«Unsere Stücke entwickeln wir immer selber und in Teamarbeit», erzählt Maël Stocker, der die Tortellinis zum dritten Mal in Folge als Regisseur anleitet. «Ursprünglich wollten wir das Thema Räuber in den Mittelpunkt stellen. Durch Improvisationen entstand daraus eine futuristische Geschichte, aus der ich erst später das Drehbuch schrieb.»

Teamarbeit wird bei den Tortellinis gross geschrieben. Wer mitmachen möchte, besucht die offene Probe, die alle zwei Jahre im November stattfindet. In diesem «offenen Casting» kristallisiere sich heraus, ob man sich eineinhalb Jahre lang zwei Mal pro Woche für die Proben sowie in der Endphase einen ganzen Sommer lang die Zeit für dieses intensive Hobby nehmen will. «Es ist Tradition, das man sich überall beteiligt. Die Tortellinis übernehmen auch die Produktionsleitung, ich bin quasi von ihnen für die Regie angestellt worden», so Stocker. Sich überall beteiligen heisst auch, im Zirkusorchester ein Instrument zu besetzen. Denn die 14 Spielerinnen und Spieler zwischen 10 und 22 Jahren beweisen während der Show nicht nur ihr schauspielerisches Können, sondern wechseln mehrfach in den Hintergrund, wo ein ganzes Zirkusorchester seinen Platz im Bühnenbild gefunden hat. Philipp Fankhauser ist der musikalische Leiter und hat spannende Kompositionen zum Stück arrangiert. Mit Leidenschaft werden Klavier, Geige, E-Gitarre und Saxofon gespielt. Hut ab vor so viel musischem Talent.

Talent ist auch bei den artistischen Elementen gefragt, welche sich stimmig in die Geschichte einfügen. Mit viel Herzblut und Konzentration zeigen die Jugendlichen menschliche Pyramiden, beweisen ihr Können in der Jonglage und in einem riesigen «Hamsterrad» und scheuen sich nicht vor heissen Nummern mit Feuer. Das Labor des ehrgeizigen Professors wird so einerseits zum Schauplatz eines rasanten Spektakels.

Mit einfachen Mitteln

Andererseits füllt die spannende Geschichte den Raum: Der Wissenschaftler und sein ehrgeiziges Gefolge wollen von den verheerenden Folgen des Wunsches nach Unsterblichkeit nichts wissen. Die rebellische Jugend wird zum Gegenspieler, der Kampf zwischen Gut und Böse nimmt seinen Lauf. In «Operation Olimpia» werden die absurden Ideen des Professors mit einfachen Mitteln sehr schön dargestellt. So wird aus einer Mostflasche ein Zaubertrank und aus Gläsern mit zerstückelten Schaufensterpuppen mystische Versuchsbehälter.

Yvonne Imbach

Hinweis

Aufführungen: Heute Abend, 20 Uhr, Premiere. Weitere 14 Termine bis 5. September, Mi/Fr/Sa um 20 Uhr, So um 16 Uhr. Theater Pavillon Luzern. Reservation unter www.tortellini.ch; Kollekte.