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LUZERN: Jugendradio ist Sprungbrett für Musiker und Moderatoren

Das Jugendradio 3fach gibt sich rebellisch. Zum 15-jährigen Bestehen setzen sich ehemalige Moderatoren wieder hinters Mikrofon.
Christian Bertschi
Angela Meier und Dani Glur senden aus dem 3fach-Radiostudio. (Bild Philipp Schmidli)

Angela Meier und Dani Glur senden aus dem 3fach-Radiostudio. (Bild Philipp Schmidli)

Aus der Luzerner Kultur- und Medienlandschaft ist das Jugendradio 3fach fast nicht mehr wegzudenken. In diesem Oktober feiert das Projekt sein 15-jähriges Bestehen und steckt nicht nur altersmässig in der Pubertät. Radio 3fach hat auch von seinem Charakter her etwas Rebellisches, Unangepasstes, Unkonventionelles. Die Sendungsmacher geniessen Narrenfreiheit. «Wir sagen unseren Mitarbeitern nicht, dass sie frech oder unangenehm sein sollen. Aber kritisch. Und bei uns darf jeder Mitarbeiter den Inhalt seiner Sendung selbst bestimmen. Wir lassen ihnen freie Hand», sagt Dani Glur. Der 26-Jährige ist seit knapp zwei Jahren Programmleiter von Radio 3fach. Im November 2006 stiess Glur zum Jugendradio, seither hat er praktisch schon alle Sendungen moderiert.

Altersguillotine in Kraft

Die Radiomacher sind jung. Der jüngste Moderator ist gerade mal 16 Jahre alt. Wer älter ist als 25-jährig, fällt aus dem Moderatorenteam – ausser er oder sie ist im Geschäftsleitungsteam. Dort darf man bis zum 30. Altersjahr bleiben. Neben Dani Glur gehören auch Angela Meier (Marketing), Kilian Mutter (Musikredaktion) und Mike Walker (Geschäftsleitung) zum Leitungsteam. Organisiert ist Radio 3fach als Verein, finanziert wird es über ein nationales Gebührensplitting, Sendesponsoring, Mitgliederbeiträge und Events, wie etwa der Betrieb der Volière, der Sommerbar beim Inseli. Werbung gibt es bei Radio 3fach nicht. Das Budget beträgt gut eine halbe Million Franken pro Jahr

Angefangen hat das Jugendradio als Projekt von einigen Kanti- und Semischülern. 1997 erhielt Radio 3fach eine Sendekonzession des Bundes, am 17. Oktober 1998 ging es auf Sendung. «Zu Beginn waren die Radiomacher ziemliche Nerds», sagt Marketingleiterin Angela Meier (23). Sie selbst ist seit Ende 2008 am Moderationspult tätig. Mit «Nerds» meint sie, dass die Radiopioniere sich sehr für die Technik interessierten und das Luzerner Jugendradio deshalb von Beginn an immer wieder eine Vorreiterrolle übernahm. Radio 3fach hat eine der ersten Websites im Raum Luzern betrieben, es sendete als erstes Radio digital. Und immer wieder brachte 3fach auch Talente hervor, die heute bei nationalen Radiostationen oder in der Politik Karriere gemacht haben. Anic Lautenschlager etwa, heute eines der Aushängeschilder von Radio SRF 3, hat ihre Sporen bei 3fach abverdient. Oder auch Juso-Präsident David Roth bediente früher des öftern die Regler im Studio an der Zürichstrasse.

Viele der ex-Mitarbeiter von 3fach – heute beschäftigt der Verein 30 Sendegestalter – werden zum Jubiläum Mitte Oktober eine Woche lang wieder fürs Jugendradio tätig. Roman Unternährer oder Marco Liembd, die heute bei Radio Pilatus arbeiten, haben zugesagt. Doch nicht nur für die Hörer wird es ein Spezialprogramm geben, sondern auch fürs Partyvolk. Im Südpol findet am 18. Oktober ein Konzert statt, tags darauf in der Mehrzweckhalle Allmend eine Geburtstagparty mit 1000 Leuten.

Partner für Kulturszene

Gerade diese Kulturevents sind für die Radiomacher ein wichtiges Standbein. Denn sie sehen sich nicht nur als eine Ausbildungsstätte für Jungmoderatoren, sondern auch als Partner für die lokale Kulturszene. «Wir sind Ansprechpartner für junge Bands aus der Region. Viele haben das Ziel, dass ihre Songs zuerst bei unserem Radio gespielt werden», sagt Angela Meier. Radio 3fach versteht sich also auch als Sprungbrett für Musiker.

Ein wichtiger Event ist die alljährliche Verleihung des «Kick-ass-Awards» in der Schüür. Ein Event, der im letzten Winter in die Schlagzeilen geriet, weil der Luzerner Polizeikommandant Beat Hensler ausgerechnet einer Gruppe, die illegal eine Party gefeiert hat, einen Preis übergeben musste. Eine bewusste Provokation? «Nein», sagt Angela Meier. «Der Kick-ass-Award soll ein unterhaltsamer Abend sein, an dem man sich auch mal über etwas lustig machen darf.»

Die Veranstaltung werde etwa als «Gala» bezeichnet. «Wenn 20- bis 25-Jährige eine Gala organisieren, dann kann man ja nicht bodenlange Abendroben und einen roten Teppich erwarten», so Meier.

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