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LUZERN: Jungpolitiker «verschweizern» ein Gartenidyll

Die JSVP verziert Schrebergärten im Friedental ungefragt mit Schweizer Fahnen. Die Aktion kommt wider Erwarten gut an.
Raphael Gutzwiller
Bei den Schrebergärten wehen nun viele Schweizer Fahnen. (Bild: PD)

Bei den Schrebergärten wehen nun viele Schweizer Fahnen. (Bild: PD)

Es ist eine Politaktion, die für Verwirrung sorgt: Die Junge SVP Luzern hat die Schrebergartensiedlung Friedental mit Schweizer Fahnen «verschönert», wie sie gestern mitteilte. Überall dort, wo Flaggen anderer Nationen gehisst waren, hängt neu auch das Schweizer Kreuz. Auch die freien Fahnenstangen wurden in den vergangenen Tagen mit der Schweizer Nationalflagge versehen.

JSVP: Die Identifikation fehlt

Damit will die Junge SVP auf die «Integration in die umgekehrte Richtung» aufmerksam machen. «Uns ist aufgefallen, dass sich in vielen Bereichen Parallelgesellschaften entwickeln, von Menschen, die sich hier in der Schweiz nicht integrieren möchten», sagt Christian Huber, Präsident der JSVP Kanton Luzern. Dies betreffe zum Beispiel die Tatsache, dass in den Schulhäusern Biregg und Hubelmatt Gebetsräume geschaffen werden. «Viele wollen sich gar nicht in der Schweiz integrieren», so Huber. «Dies ist auch bei den Schrebergärten zu beobachten, wo nur Fahnen von Albanien, Portugal oder Kroatien hängen – aber keine Schweizer Fahnen. In unseren Augen bedeutet das, dass sich deren Besitzer mehr mit einem anderen Land identifizieren können als mit der Schweiz.»

Hausfriedensbruch?

Mitglieder der JSVP haben die Fahnen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ohne Bewilligung befestigt. Ist das nicht Hausfriedensbruch? «Nein», ist Huber überzeugt. Die Schrebergärten an der Sedelstrasse sind zwar mit einem Zaun zugesperrt, aber: «Das Tor war geöffnet, deshalb wäre es sicher falsch, von einem Hausfriedensbruch zu sprechen», so Huber.

Wie Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei, auf Anfrage sagt, seien bisher noch keine Anzeigen von Mietern der Schrebergärten eingegangen. Auch er sagt: «Von Hausfriedensbruch könnte dann gesprochen werden, wenn die Gärten umfriedet gewesen wären.»

Freude bei Gartenbesitzer

So oder so: Ein juristisches Nachspiel droht den Jungpolitikern nicht. Denn die Fahnen sorgen bei den Schrebergärtnern wider Erwarten für Freude statt für Ärger. «Ich habe nur positives Feedback erhalten», sagt Hans Markzoll, Präsident des Pflanzlandpächter-Vereins Luzern. «Die Idee mit den Schweizer Fahnen ist gut angekommen, schliesslich sind wir hier in der Schweiz.» Bereits seit einigen Tagen hängen die Fahnen im Friedental, die Gartenbesitzer hätten sich schon gefragt, wer ihnen diesen Gefallen gemacht hat. Erst gestern habe die Junge SVP das Geheimnis gelüftet.

Ein Augenschein bei den Schrebergärten im Friedental zeigt: Tatsächlich scheinen sich die Schrebergärtner zu freuen über die Schweizer Fahnen. Ein Schrebergartenbesitzer kroatischer Herkunft sagte gestern vor Ort: «Ich freue mich über die Schweizer Fahne. Schliesslich bin ich sehr gerne in der Schweiz und kann mich mit ihr identifizieren.» Der politische Hintergrund der Aktion interessiere ihn dagegen weniger.

Hans Markzoll hat im Hinblick auf die kommende Fussball-Europameisterschaft sogar eine Frage an die JSVP: «Dürfen wir die Fahnen behalten?» «Selbstverständlich», sagt Huber.

Raphael Gutzwiller

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