LUZERN: «Kaffee-Franz» kann noch nicht kürzertreten

Anfang Jahr schien alles noch in Ordnung: Ein Nachfolger sollte das Kaffee-Maschinen-Center übernehmen. Doch daraus wird nichts. Franz Stalder muss sich erneut auf die Suche begeben.

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«Die gemachten Abmachungen wurden nicht eingehalten. Da wurde ich skeptisch.» Franz Stalder, Inhaber des Kaffee-Maschinen-Center. (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

«Die gemachten Abmachungen wurden nicht eingehalten. Da wurde ich skeptisch.» Franz Stalder, Inhaber des Kaffee-Maschinen-Center. (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

Das Kleinunternehmen an der Bleicherstrasse sollte ab diesem Juli von Hasan Dogan übernommen werden. Er würde somit die Nachfolge von Franz Stalder antreten, dem Inhaber des Stalder-Kaffee-Maschinen-Centers. Die beiden kannten sich gut und wurden sich nach eigenen Aussagen schnell einig. Der Vertrag war unter Dach und Fach, und Dogan wollte das Geschäft im Sinne von Stalder weiterführen. Der Deal war perfekt, und Stalder freute sich, mehr Zeit für andere Dinge zu haben (wir berichteten).

Doch nun ist der Deal geplatzt. Was ist passiert? Franz Stalder (64) sagt: «Die gemachten Abmachungen wurden nicht eingehalten. Da wurde ich skeptisch und suchte das Gespräch mit Dogan. Dabei kamen wir gemeinsam zur Einsicht, den Vertrag wieder aufzulösen.»

Gesagt, getan. Nun sucht Stalder erneut nach einem Nachfolger. Die Enttäuschung über das geplatzte Geschäft war ihm beim Gespräch am Dienstag anzusehen. Und trotzdem habe es auch etwas Gutes: «So konnten wir die Übergabe rechtzeitig stoppen und damit eventuell grösseren Schaden vermeiden», sagt er.

Stalder will noch dieses Jahr eine Lösung finden

Doch warum kam es überhaupt soweit? War Stalder zu gutgläubig? «Kann schon sein. Ich werde bei der nächsten Person noch genauer abklären. Auf jeden Fall will ich noch dieses Jahr eine Lösung finden», sagt er. Er werde wohl auch einen Treuhänder einschalten und auch eine Bankgarantie verlangen. Doch eigentlich mag Stalder gar nicht mehr gross über die Gründe für die gescheiterte Übergabe sprechen. Dies sei in beider Sinne. Hasan Dogan bestätigt das auf Anfrage: «Franz und ich sind uns einig. Leider hat es nicht geklappt.» Doch «Kaffee-Franz» wäre nicht «Kaffee-Franz», wenn er seinen Blick jetzt nicht auf die Zukunft fokussieren würde: «Für mich bedeutet das natürlich auch, dass ich jetzt nicht schrittweise aus dem Geschäft aussteigen kann, sondern die nächste Zeit zu mindestens 100 Prozent im Laden stehe.»

Gut, sei er noch so fit, schiebt der umtriebige Geschäftsmann nach und sagt: «Wer mein Geschäft übernehmen will, muss technische Fähigkeiten haben und Freude am Kundendienst.» Das stärkste Standbein des Geschäftes seien der Service und der Reparaturdienst. Der «nächste Stalder» müsse genau wissen, warum eine Maschine nicht mehr funktioniert. Bei den Kaffeemaschinen seien klar die Kolbenmaschinen gefragt. Die kleinen mit Kapseln und Pads können Grossverteiler zu einem ungleich günstigeren Preis anbieten. Und vom Kaffeeverkauf alleine könne man heute nicht mehr leben, so Stalder: «Da ist die Online-Konkurrenz zu gross.»

Die harte Konkurrenz der Grossen sei bei den Klein- und Kleinstunternehmen ein Dauerthema. Und Stalder weiss, wovon er spricht: Seit zehn Jahren präsidiert er die Cityvereinigung Luzern (CVL) und kämpft punkto Detailhandel für eine attraktive Innenstadt. An der CVL-Generalversammlung vom letzten Montag wurde er für die nächsten drei Jahre im Amt bestätigt.

 

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernzeitung.ch

Hinweis www.stalder-kaffee.ch