LUZERN: Kampf um Abbau bei Behinderten wird schärfer

Erst um 2,5 Prozent, ab 2016 um 5 Prozent werden die Leistungen an soziale Einrichtungen im Kanton Luzern gekürzt. Die Heime müssen den Gürtel so eng schnallen, dass manche Fälle vor Gericht landen könnten.

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Andreas Grütter, Heimkonferenz Luzern: «Es kann sein, dass sich die Justiz mit den Leistungsvereinbarungen befassen wird.» (Bild: Corinne Glanzman / Neue LZ)

Andreas Grütter, Heimkonferenz Luzern: «Es kann sein, dass sich die Justiz mit den Leistungsvereinbarungen befassen wird.» (Bild: Corinne Glanzman / Neue LZ)

Der Kantonsrat hat am Dienstag das Budget für 2015 verabschiedet und Sparmassnahmen beschlossen – einige davon im Bereich der sozialen Institutionen. Die gewichtigste Sparmassnahme betrifft Leistungsvereinbarungen zwischen dem Kanton und den Institutionen. Nächstes Jahr werden die Leistungen um 2,5 Prozent gekürzt, die folgenden zwei Jahre um 5 Prozent, was die Staatskasse um 3,5 Millionen Franken pro Jahr entlastet.

Für die Heime bedeutet dies wohl, dass man vor allem beim Personal sparen muss. Damit würden Behinderte und Sozial benachteiligte weniger betreut und gepflegt. «Ich kann mir auch vorstellen, dass einige Heime nur dank Überbelegung kleinere Defizite haben werden. Möglich ist sogar, dass manche Heime die Leistungsvereinbarung nicht mehr unterzeichnen, sagt Andreas Grütter, Vorstandsmitglied der Heimkonferenz des Kantons Luzern (HKL). Diese Fälle könnten letztlich vor Gericht enden, wenn die Verfügung des Kantons angefochten wird.

Alexander von Däniken