LUZERN: Kanton erzürnt Religionslehrer

Der Regierungsrat will das Fach Religion und Ethik für das Kurzzeitgymi streichen. Die Lehrer wehren sich – und sammeln Unterschriften für eine Petition.

Alexander von Däniken
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Unterrichtssituation im Fach Ethik und Religion an der Kantonsschule Alpenquai in Luzern mit Schülerinnen und Schülern einer 5. Gymnasialklasse. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Unterrichtssituation im Fach Ethik und Religion an der Kantonsschule Alpenquai in Luzern mit Schülerinnen und Schülern einer 5. Gymnasialklasse. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Anfang Dezember befindet das Kantonsparlament über den Aufgaben- und Finanzplan 2015-2018. Eine Sparmassnahme ist nur mit einem Satz erwähnt. Es geht um das Fach Religion und Ethik, das an den kantonalen Gymnasien unterrichtet wird. Der Regierungsrat will nun das Fach nur noch jenen Schülern anbieten, die das Langzeitgymnasium absolvieren. Kantischüler im Alter zwischen 15 und 17 Jahren sollen hingegen ab dem 1. August 2016 leer ausgehen.

Jetzt wehren sich die Fachlehrer. Sie befürchten, dass die Jugendlichen ohne das Fach und entsprechender ethisch-religiöser Orientierung empfänglicher für radikale Botschaften werden. Ab heute sammeln die Fachlehrer Unterschriften für eine Petition zur Beibehaltung des Unterrichts. Die Sparmassnahme sei zudem nicht verhältnismässig. Die Staatskasse soll damit um eine halbe Million Franken pro Jahr entlastet werden, was 0,5 Prozent des Budgets im Bereich Gymnasialbildung entspricht.