LUZERN: Kanton Luzern bremst sein Spital aus

Das Kantonsspital muss über eine Milliarde Franken investieren. Doch ausgerechnet jetzt schöpft der Kanton Luzern als Eigner mehr Gewinn ab.

Florian Weingartner
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Eine der grossen laufenden Investitionen des Luzerner Kantonsspitals: So soll die neue Augenklinik dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Eine der grossen laufenden Investitionen des Luzerner Kantonsspitals: So soll die neue Augenklinik dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Die Gebäude des Luzerner Kantonsspitals sind am Ende ihrer Lebensdauer. Das sagt Spitaldirektor Benno Fuchs gegenüber unserer Zeitung. Deshalb muss das Spital, das 2008 rechtlich verselbstständigt wurde, in den kommenden Jahren massiv investieren: Bis 2022 sollen es über 1,3 Milliarden Franken sein. Um diese Investitionen stemmen zu können, ist das Spital auf Gewinne angewiesen. 2012 wurde ein Plus von 34 Millionen Franken gemacht. Dieser Betrag soll in der Bilanz 2013 sogar noch übertroffen werden.

Dividende soll steigen

Doch ob das Spital letztlich mehr Geld behalten kann, ist fraglich. Denn der Kanton will sich als Eigentümer gemäss Budget eine Dividende von 11,1 Millionen Franken auszahlen lassen. Im letzten Jahr waren es 7,2 Millionen. In den Folgejahren bis 2017 erwartet der Kanton eine Dividende von jährlich 11,4 Millionen. Dies obwohl das Spital mit stark sinkenden Überschüssen rechnet.

Gesundheitsdirektor Guido Graf sagt dazu: «Eine angemessene Gewinnrückführung ist gerechtfertigt, ansonsten würde das Kantonsspital über das Dotationskapital Millionenbeträge gratis erhalten, was einer Wettbewerbsverzerrung gleichkäme.»

Bürgschaft ist eine Option

Das Kantonsspital werde mit dem Kanton über die Höhe der Gewinnrückführung diskutieren müssen, sagt Direktor Fuchs. «Eine Reduktion würde die Zukunftsfinanzierung erleichtern.» Im Gespräch ist auch die Möglichkeit einer Bürgschaft seitens des Kantons, um dem Spital die Kapitalaufnahme für die Grossinvestitionen zu erleichtern.