LUZERN: Kanton Luzern wird Personal entlassen müssen

Die finanzielle Situation des Kantons Luzern ist angespannt. Auf der Kostenseite fallen Aufwendungen fürs Personal ins Gewicht. Der Kanton wird daher aus Spargründen Leute entlassen müssen, wie das Beispiel der Dienststelle Steuern zeigt.
Thomas Heer

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Die Stimmung auf der kantonalen Dienststelle Steuern dürfte auch schon besser gewesen sein. Rund um deren Abteilung Immobilienbewertung schiessen in den letzten Wochen die Gerüchte ins Kraut. Von einer bevorstehenden Kündigungswelle ist sogar die Rede. Was ist los bei der kantonalen Dienststelle Steuern? Mediensprecher Paul Furrer gibt dazu Auskunft. Eines vorweg: Nach dem Gespräch mit Furrer fällt ein weit verbreitetes und über Jahrzehnte gefestigtes Klischee in sich zusammen: Die Zeiten, in denen eine Anstellung bei der öffentlichen Hand die garantierte Anstellung bis zur Pensionierung bedeutete, sind vorbei.

Während seiner Ausführung formuliert Furrer Sätze wie: «Man kann nicht sparen, ohne wehzutun.» Er zieht Vergleiche mit der auf Effizienz getrimmten Privatwirtschaft. Oder er nennt die Zahl von 1,5 Millionen Franken. Das ist der Betrag, den die Dienststelle Steuern in Zukunft jährlich einsparen muss. Furrer tönt bei seinen Ausführungen bisweilen wie der CEO eines börsenkotierten Unternehmens. Manch Aussenstehender mag bislang den Eindruck gehabt haben, die steife Brise der globalisierten Marktwirtschaft sei im Staatsbetrieb noch nicht zu spüren. Paul Furrer korrigiert dieses Bild.

Nun zu den konkreten Abbauplänen im Bereich des Personals: Betreffen wird das jene Angestellten, die bei der Dienststelle Steuern als Immobilienbewerter tätig sind. Insgesamt umfasst diese Gruppe heute 27 Personen. In drei Jahren werden es gemäss Furrer 8 bis 10 weniger sein.

Fluktuation, Entlassungen und Frühpensionierungen

350 Stellenprozente sind von Leuten besetzt, die heute über einen befristeten Arbeitsvertrag verfügen und folglich in absehbarer Zeit ausscheiden werden. Bezüglich der restlichen 450 bis 650 Stellenprozente rechnet die Dienststelle Steuern mit weiteren natürlichen Abgängen in den kommenden drei Jahren. Zudem sollen Mitarbeitende nach Möglichkeit dienststellenintern umplatziert werden. Darüber hinaus werde ins Auge gefasst, Frühpensionierungen finanziell zu unterstützen. In welchem Umfang das geschehen könnte, ist derzeit aber noch offen.

Furrer geht jedoch davon aus, dass man sich letztlich maximal von zwei bis drei Angestellten trennen muss. Eine Massnahme, die kein Arbeitgeber gerne trifft.

Dank neuer Software wird die Effizienz erhöht

Zum Personalabbau in der betroffenen Abteilung kommt es, weil der Kantonsrat im Rahmen des Konsolidierungsprogramms 17 den Auftrag erteilt hat, die Schatzungsmethode deutlich zu vereinfachen und somit zeitsparender abzuwickeln.

Alle 15 Jahre werden die Immobilien im Kanton Luzern von Experten bewertet. Dabei geht es um die Festlegung des für die Steuern relevanten Kataster respektive des Eigenmietwertes. Die Fachleute vom Kanton werden in den kommenden Jahren bei ihrer Tätigkeit von einer neuen Software unterstützt und können so effizienter arbeiten.

In einem Newsletter, den die Dienststelle Steuern diese Woche publiziert hat, heisst es unter Punkt 5: «Erklärtes Ziel ist es, die neue Bewertungssoftware bestmöglich, das heisst mit möglichst wenig Schnittstellen und ohne Medienbrüche, in die bestehende Systemlandschaft der Dienststelle Steuern einzubetten.» Wie viel die neue Software kosten wird, ist noch nicht geklärt. Das Projekt wird voraussichtlich öffentlich ausgeschrieben und dann wird entschieden, wer den Zuschlag erhält.

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