LUZERN: Kanton will elektronische Dossiers

Künftig soll die Krankengeschichte elektronisch erfasst werden. Ärzte stehen der Idee jedoch kritisch gegenüber.

Drucken
Teilen
Noch in Papierform: Ein Arzt beim Studium eines Patientendossiers. (Symbolbild Keystone / Gaetan Bally)

Noch in Papierform: Ein Arzt beim Studium eines Patientendossiers. (Symbolbild Keystone / Gaetan Bally)

In der Schweiz soll künftig jede Person ihre medizinischen Daten über ein elektronisches Patientendossier medizinischen Fachpersonen zur Verfügung stellen können. Ein Gesetz dafür werde zurzeit auf eidgenössischer Ebene beraten und soll noch dieses Jahr verabschiedet werden. In Kraft treten soll es im Januar 2017. Der Kanton Luzern beteiligt sich an der Umsetzung. Hanspeter Bättig ist beim Kanton Luzern zuständig für die elektronischen Gesundheitsdienste, genannt eHealth. Für Bättig überwiegen die Vorteile des elektronischen Patientendossiers mögliche Nachteile. Er betont, dass damit die für die Behandlung relevanten Daten auf Wunsch jederzeit und überall zur Verfügung stehen. «Zentral ist natürlich, dass das Dossier die hohen Anforderungen an die Datensicherheit und den Datenschutz erfüllen.»

Skeptischer ist die Ärztegesellschaft des Kantons Luzern. Aldo Kramis, der den Verband präsidiert, sagt: «Wenn kein nachweisbarer zeitlicher Gewinn und finanzieller Benefit aufgezeigt werden kann, wird das Interesse seitens der Ärzte verhalten sein.»

Roseline Troxler