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LUZERN: Kantonsrätin kämpft um ihr altes Bauernhaus

Barbara Lang hat 2008 einen Bauernhof in schlechtem Zustand gekauft, um dort mit der Familie «ihre Träume» zu verwirklichen. Das Vorhaben entwickelt sich aber mehr und mehr zu einem juristischen Albtraum.
Lena Berger
SVP-Kantonsrätin Barbara Lang muss um ihren Bauernhof fürchten. (Bild: Dominik Wunderli (Hellbühl, 24. Oktober 2013))

SVP-Kantonsrätin Barbara Lang muss um ihren Bauernhof fürchten. (Bild: Dominik Wunderli (Hellbühl, 24. Oktober 2013))

Auf der Website klingt es, als sei die Welt in Ordnung. «Unser Chrummbaum befand sich zum Zeitpunkt der Übernahme in sehr schlechtem Zustand (...) die renovationsbedürftigen Gebäude sahen und sehen wir als Chance, um unsere Träume zu verwirklichen. Wir können sie nach unseren Vorstellungen neu gestalten und aufbauen», ist da zu lesen.

Doch ganz so frei sind die Gestaltungsmöglichkeiten auf dem Bauernhof von Kantonsrätin Barbara Lang (SVP) in Malters nicht. Das Glück ist seit dem 19. Oktober vergangenen Jahres getrübt. An diesem Tag flatterte ein Schreiben der Gemeinde ins Haus. Der Gemeinderat forderte das Ehepaar auf, bis Ende Jahr das alte Wohnhaus abzureissen, das auf dem Grundstück steht. Sonst werde man ein Privatunternehmen damit beauftragen.

Wie kommt es, dass die Behörden dem Besitzerpaar mit der Abrissbirne drohen? Dahinter steckt eine verzwickte Geschichte. Die Familie kaufte den Hof 2008 und stellte im Jahr darauf ein Gesuch für den Bau eines neuen Wohnhauses. Aufgrund von Auseinandersetzungen mit dem Vorbesitzer konnte das Vorhaben aber nicht in die Tat umgesetzt werden. Knapp drei Jahre lang pendelte die Bäuerin mehrmals täglich von Ruswil zu ihrem Hof in Malters. «Das war ein Albtraum», sagt Barbara Lang heute. Es wurde 2011, bis die Baubewilligung vorlag. In der Zwischenzeit war das Baugesetz geändert worden, sodass nun ein Abriss des alten Bauernhauses Thema wurde. Der Neubau wurde an die Auflage gebunden, dass das alte Wohnhaus bis auf den Keller abgerissen wird. «Wir hätten es lieber stehen lassen, aber wir konnten uns zu diesem Zeitpunkt keine Verzögerungen mehr leisten», so Lang. Das neue Haus wurde gebaut, und es wurde Geld für den Abriss des alten Hauses hinterlegt.

2012 folgte dann die Überraschung. Das alte Bauernhaus wurde als erhaltenswertes Objekt in das kantonale Bauinventar aufgenommen. Es ergab sich eine paradoxe Situation: Es bestand nun eine Abbruchverfügung für ein Haus, das von der Denkmalpflege als erhaltenswert eingestuft wurde. «Bei der Bauabnahme der neuen Maschinenhalle erkundigte ich mich deshalb, ob das Haus denn nun stehen bleiben dürfe. Darauf bekam ich keine Antwort – bis im Oktober dann mit dem Zwangsabbruch gedroht wurde», sagt Lang. Das Ehepaar wehrte sich vor Kantonsgericht gegen den Vollstreckungsbescheid. Vergeblich. Die Baubewilligung – welche explizit festgehalten habe, dass das alte Wohnhaus abgerissen werden müsse – sei rechtskräftig. Zudem sei das Gebäude wieder aus dem kantonalen Bauinventar entlassen worden. Warum es trotz Abrissentscheid überhaupt aufgenommen worden war, ist unklar. Familie Lang hat den Fall ans Bundesgericht weitergezogen. Das Urteil steht noch aus.

Lena Berger

lena.berger@luzernerzeitung.ch

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