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LUZERN: Kantonsschüler wettern über das Weltklima

110 Schüler der Kanti Alpenquai ahmten gestern die UNO-Klimakonferenz nach. Die Welt konnten sie damit zwar nicht retten – dafür aber wertvolle Erfahrungen sammeln.
Niels Jost
Kantischüler verwandelten sich im Kantonsratssaal in Ländervertreter. Bild: Pius Amrein (Luzern, 22. März 2017)

Kantischüler verwandelten sich im Kantonsratssaal in Ländervertreter. Bild: Pius Amrein (Luzern, 22. März 2017)

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

Verkehrte Welt im Kantonsratssaal in Luzern: Statt kantonaler Themen wurde gestern Nachmittag über eine globale Problematik debattiert: den Klimawandel. Und für einmal fanden sich keine Politiker in Anzügen im Regierungsgebäude ein, sondern 110 Schüler der Kantonsschule Alpenquai. Obwohl: Deren Garderobe war nicht minder elegant, ja sogar umso farbenfroher. Denn die 4.-und 5.-Klässler hatten sich herausgeputzt, Hemd und Krawatte sassen genauso wie exotische Kopftücher oder gar Umhänge.

Grund: die zweite nachgeahmte Klimakonferenz der Kanti Alpenquai. Bereits 2015 imitierten die Schüler die Konferenz der Vereinten Nationen, welche alljährlich stattfindet, etwa vergangenen November in Marrakesch und Ende dieses Jahres in Bonn. «Uns ist es wichtig, dass wir den Schülern nicht nur trockenes Wissen vermitteln», sagte Martin Bisig, Projektleiter der Klimakonferenz und Geografielehrer.

Schüler vertreten 43 Länder

Das Projekt biete den Schülern nicht nur die Möglichkeit, sich im regulären Geografieunterricht sowie im Ergänzungsfach Geografie vertieft mit dem Klimawandel auseinanderzusetzen. «Sie merken auch, wie schwierig es ist, die Interessen verschiedenster Länder in dieser Thematik zu berücksichtigen», führte Martin Bisig aus. So bestand denn auch die Aufgabe der Schüler darin, die Positionen von 43 Ländern einzunehmen. Dabei mussten sie sich in Zweiergruppen über deren spezifische klimatische Probleme informieren, aber auch deren Ziele und Forderungen gegenüber den jeweils anderen Ländern vertreten – und entsprechend verhandeln. Ein Beispiel: Die Vertreter Indiens forderten von den USA, China und Russland finanzielle Unterstützung für ihre Bemühungen im Klimawandel – schliesslich sei der CO2-Ausstoss in diesen Ländern viel höher als in Indien. So gegen die Mitschüler in einem solch grossen Saal zu wettern und zu argumentieren, das war für das Gros der Anwesenden neu, wie sich zu Beginn zeigte.

Die anfängliche Zurückhaltung legte sich jedoch schnell. Spätestens im Foyer des Kantonsratssaales entbrannte eine lebhafte Diskussion. Damit wurde ein Ziel bereits erreicht; nämlich die Auftrittskompetenz zu stärken. Entsprechend zufrieden gab sich Rektor Hans Hirschi: «Die Schüler können die politischen Mechanismen kennen lernen. Ihre nun gewonnenen Kompetenzen sollen sie für ihre spätere Laufbahn nutzen können – und damit der Gesellschaft wieder etwas zurückgeben.» Auch die Schüler hatten sichtlich Spass. «Es ist viel interessanter, sich selber in ein Thema einlesen zu können und dieses dann sogar noch an solch einem Anlass vortragen zu können», sagte die 4.-Klässlerin Seraina Hofstetter (16) aus Weggis. Ihre Kollegin Marina Guardiola (15) aus Meggen ergänzte: «Die Klimakonferenz ermöglicht es uns, in einem späteren möglichen Berufsfeld zu schnuppern: in der Politik.»

Nächste Konferenz mit anderen Schulen?

Ob die Schüler der Kanti Alpenquai auch in zwei Jahren wieder eine Klimakonferenz halten dürfen, ist noch unklar. Der Wunsch danach ist seitens der Schüler wie auch der Lehrer vorhanden. Möglich wäre zudem, dass künftig auch andere Schulen zur Konferenz eingeladen werden.

Zum Schluss gab es von Rektor Hirschi viel Lob für den Anlass und die fünf Lehrpersonen, die diesen organisiert hatten – ebenso von Kantonsratspräsident Andreas Hofer (Grüne), der die Eröffnungsrede hielt. «Es ist schön, zu sehen, dass die Lehrer trotz kantonaler Sparmassnahmen im Bildungsbereich nicht resignieren und alles geben für ihre Schüler.»

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