LUZERN: Kantonsspital setzt nicht mehr auf Still-Zertifikat

Die Luzerner Frauenklinik fördert das Stillen. Dies bestätigt ein Unicef-Zertifikat – bislang. In Zukunft verzichtet das Spital darauf, die Bedingungen dafür seien veraltet.

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Henny Schilter mit dem ein Tag alten Sohn Raymon erhält Tipps von von Stillberaterin Corina Vogel. (Bild Nadia Schärli)

Henny Schilter mit dem ein Tag alten Sohn Raymon erhält Tipps von von Stillberaterin Corina Vogel. (Bild Nadia Schärli)

Die allerbeste Ernährung für ein Neugeborenes ist die Muttermilch, sagen die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Uno-Kinderhilfswerk Unicef. Auch die Neue Frauenklinik am Luzerner Kantonsspital unterstützt frische Mütter mit Rat und Tat beim Stillen ihrer Neugeborenen. Und trägt bisher dafür auch ein entsprechendes Zertifikat von Unicef.

Neuerdings aber legt die Frauenklinik keinen Wert mehr auf das Gütesiegel. Ist sie nicht mehr babyfreundlich? Mitnichten, sagt Andreas Günthert, Chefarzt der Neuen Frauenklinik. Aber: «Das Label ist nicht mehr zeitgemäss und die Mütter fühlen sich durch diese Philosophie unter Druck gesetzt», so Günthert. Die Unicef-Richtlinien setzten quantitative Massstäbe, wodurch die Frauen schon fast zum Stillen genötigt würden. An der bisherigen Praxis der Frauenklinik in Sachen Stillen ändere der Entscheid aber nichts.

Sarah Weissmann